Die Fackel, Numéros 159 à 178

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Karl Kraus
Verlag "Die Fackel", 1904
No. 234/34 is: Kraus, Karl. Maximilian Harden. Ein nachruf ... Wien, Die Fackel, 1907 (36 p.).
 

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Page 22 - Der Thron von England ist durch einen Bastard Entweiht, der Briten edelherzig Volk Durch eine listge Gauklerin betrogen. — Regierte Recht, so läget Ihr vor mir Im Staube jetzt, denn ich bin Euer König.
Page 12 - Besonders lernt die Weiber führen! Es ist ihr ewig Weh und Ach, So tausendfach, Aus einem Punkte zu kurieren, Und wenn Ihr halbweg ehrbar tut, Dann habt Ihr sie all unterm Hut.
Page 12 - Jammer! Jammer! von keiner Menschenseele zu fassen, daß mehr als ein Geschöpf in die Tiefe dieses Elendes versank, daß nicht das erste genugtat für die Schuld aller übrigen in seiner windenden Todesnot vor den Augen des ewig Verzeihenden! Mir wühlt es Mark und Leben durch, das Elend dieser Einzigen; du grinsest gelassen über das Schicksal von Tausenden hin!
Page 17 - ... zieht ihn selbst nach Haus. Da gab's nun auch Tantiemen viel Und hohe Gagen für das Spiel, Das ungemein gefiel. — Nachdem sie ganz Europa sah, Da reisten sie nach Amerika, Nach Nord- und Südamerika. Nun hört zum Schluß noch die Moral: Gebrechen sind oft sehr fatal, Sind manchmal eine Qual; Frau Poesie schafft ohne Graus Beneidenswertes Glück daraus, Sie schafft das Glück daraus. Dann schwillt der Mut, dann schwillt der Bauch, Und sei's bei einer Jungfrau auch. — So ist's der Menschheit...
Page 16 - Mägdlein zählte vierzig Jahr', Derweil sie stets noch Jungfrau war, Noch keusche Jungfrau war. Um sie dafür zu strafen hart, Schuf Gott ihr einen Knebelbart, Ihr einen Knebelbart. Sie flehte: Laßt mich mit euch gehn, Ihr Lieben, laßt mich mit euch gehn, So wird noch Heil an mir geschehn! Am Wege lag ein räudiger Hund, Der hatte keinen Zahn im Mund, Nicht einen Zahn im Mund; Fand er mal einen Knochen auch, Er bracht' ihn nicht in seinen Bauch, Ihn nicht in seinen Bauch.
Page 11 - Denn er war unser! Mag das stolze Wort Den lauten Schmerz gewaltig übertönen! Er mochte sich bei uns, im sichern Port, Nach wildem Sturm zum Dauernden gewöhnen. Indessen schritt sein Geist gewaltig fort Ins Ewige des Wahren, Guten, Schönen, Und hinter ihm in wesenlosem Scheine Lag, was uns alle bändigt, das Gemeine. Nun schmückt...
Page 17 - ... Herzblut schrieb er sein Gedicht, Man druckt es nicht, man liest es nicht, Und niemand kennt es nicht. Sein Leib war krank, sein Geist war wund, Drum schloß er mit dem räudigen Hund Der Freundschaft heiligen Seelenbund. Und dann schrieb er zu aller Glück Ein wundervolles Theaterstück, Ein wundervolles Stück, In welchem die Personen sind Der taube Mann, das blinde Kind, Das arme, blinde Kind, Das lahme Weib, die Jungfrau zart Mit ihrem langen Knebelbart, Die Jungfrau mit dem Knebelbart. Und...
Page 17 - Könnt jeder seine Rolle schon, Die ganze Rolle schon. Verständnisvoll führt die Regie Das alte, räudige Hundevieh, Das räudige Hundevieh. Drauf ward das Schauspiel zensuriert Und einstudiert und aufgeführt Und ward ganz prachtvoll kritisiert. Die Künstler fanden viel Applaus, Man spannt dem Hund die Pferde aus Und zieht ihn selbst nach Haus. Da gab's nun auch Tantiemen viel Und hohe Gagen für das Spiel, Das ungemein gefiel. Nachdem sie ganz Europa sah, Da reisten sie nach Amerika, Nach Nord-...
Page 3 - ... Obstgärten, Wiesen, Weiden, das Getreide und andere Erzeugnisse des Bodens verderben, ersticken und umkommen machen, und selbst die Menschen, Männer und Frauen, und aller Arten Vieh mit grausamen, sowohl innerlichen als äußerlichen Schmerzen und Plagen belegen und peinigen, und die Männer verhindern zu zeugen und die Weiber zu gebären, und die Männer, daß sie den Weibern, und die Weiber, daß sie den Männern die ehelichen Werke leisten können; außerdem, daß sie den Glauben selbst,...
Page 5 - Leben zu führen, sondern um ihrem sinnlichen Triebe nun erst vollen Lauf zu lassen. Beide, die große Prostituierte und der große Tribun, sind wie Brandfackeln, die entzündet weithin leuchten, Leichen über Leichen auf ihrem Wege lassen und untergehen, wie Meteore, für menschliche Weisheit sinnlos, zwecklos, ohne ein Bleibendes zu hinterlassen, ohne alle Ewigkeit — indessen die Mutter und der Genius in der Stille die Zukunft wirken.

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