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Mischung des Wahren, mit der Dichtung in der ältesten Geschichte, macht an unserm Gesichtskreise, so weit wir in die Ferne zus rudblicken, gleichsam den dämmernden Horizont aus“ (K. Ph. Moritz, Götterlehre S. 5.). Doch zieht die Dichtkunst wohl eben wegen jener Allgemeinheit und Unzergliedertheit des Begriffes, wegen der Fügsamfeit des Wortes in das Versmaß, und wegen des Woblflanges Horizont vor. 3. B. Sein trüber Sinn erzeugt nur Wolfen, die, – Ach! meinen Horizont so oft verfinstern(Göthe, natürl. Tocht. I, 1.).

A 11 in. Alberus im Wtbch. ḥat: Horizon, Augend d. i. der circel am himel, so ferr wir jn mit vnsern augen erlangen künden». Die holländische Sprache hat, neben horizon und im glänzenden Style gezigteinder ( Endiger der Aussicht), noch das in dieser Bed. allein dem erhabenen, dichterischen Style eigene Wort kim, welches sonst Rand, Sáum bedeutet (S. Weiland, nederduitsche Synon. II, 306.).

992. Hoje (Hofen). Beinfleider. Unterfleis der. Ü. Das Schenfel und Hüfte und auch niederwärts bis zu den Füßen jedes Bein einzeln umhüllende Kleidungsstück unserer Bes fleidungsweise. V. Die Hose, wofür aber, wie schon im Althochd., die Mehrzahl Hosen ahd. hosûn fast allein üblich ist, ist der gewöhnliche und gemeine Ausdruc. 3. B. ,,Das rothe Wamms und die gelben Hosen des Hannswurst zu tragen“ (Wieland). Zeigt des Propbeten Strümpf und Sdub', Betheuert, er hab' auch Hosen dazu, Und, was sich niemand denfen kann, Einen Steiß habe der große Mann" (Götbe, d. Neueste v. Plundersw.). Dagegen gilt, die Beinkleider anstatt Hose Chosen) zu sagen, für anständiger (S. Adelung, Campe, Voigter). Um aber dieses Kleidungsstüc mit noch mehr Anstand zu bezeichnen, so daß die bekleideten Körpertheile gar nicht genannt werden, gebraucht man aud zuweilen den Ausdruck die Unterkleider. Ž. B. ,, Ais sie Philinen in dem zweiten Zimmer in den Armen eines jungen Officiers saben, der eine rothe Uniform und weiße Unterkleider an battei (Göthe, W. M. Lebrj. V, 15.). Übrigens wird in figürlichem Gebrauche hinsichtlich des genannten Kleidungsstücks nur Hoje (Hosen) gesagt, nicht aber eines der mit Kleid zusammengefesten Wörter. So 3: B. ,, Die Frau hat die Hosen an", = ift Herr im Hause, u. T. w. „Die Bienen haben Höschen", = tragen an den Hinterbeinen Anhänge von Wachsmehl ein.

A a m. Ahd. war für unsre Hore der mit gadisch-lat. bracca ver: wandte Ausdruck pruoh, mhd. daz bruoch, ays. brec, altn. brók, schwed. brok, dän. brog (Grimm III, 450. Graff III, 277 f.), houând. broek, niederd. brooke, ehedem auch neud. Brud (Fr. v. Logaii, Sinnged.) gebraucht. Ühd. diu hosa , agl. und altn. hosa, französ. chausse, ist zunächst die untere Beinbekleidung aufwärts bis zum Knie, lat. tibiale, gleichsam der Stiefel oder Strumpf u. dgl. (Grimm III, 450. Graff IV, 1049.), wie auch die ahd. Zusammenseßungen: diu lēdarhosa Leder hose d. i. Stiefel , dia uuìbohosún Beingürtel der Weiber a. a. m. zeigen. Doch steht schon mhd. diu hose auch von der ganzen Bedeckung eines Beins von deu Hüften bis auf den Fuß, s. B.

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an

Sus [fo] kleite sich der kuene man. Zwô scharlaches hosen streich ër

Mit grozen flize an diu bein" (Wigalois 4087 ff. ). . Joseph trant (trennte) ein hosen von dëm bein, Dâ want Maria daz kindlein ein» ( Bei Schmeller IV, 107. ). Urspr. scheint Hore wohl das huhle Bedeckende oder Aufgeblähte zu bedeuten, denn 8. B. in Baiern ist þore auch Fruchthülse, Fruchtvalg, wie z. B. bei Hofer: «Wenn's dem Weizen in die soren regnet, wird er brandig » (S. Schmeller JI, 250. ). Ähnlich dem obigen Unterfleider ist mhd. daz nidercleit Niederf leid, f. B. ein nidercleit [ist] ein bruoch » (Diut. I, 315.); so audy nocy i. d. Vocabular. v. 1445. Niderclaid » Hosen, und bei Luther z. B. 2 Moj. 28, 42. 39, 28. Das nieders. Büxe Hure, besonders 'eng anliegende ( Adetung II, 1297.), altn. buxur (Mehrzahlı, dän. buxe, schwed. byxa, fornmt im Hochdeutschen nicht vor, außer etwa scherzhaft.

993. Hufe (Hube). H afen. Beide Ausdrücke vergleidyt Maas (Syn. I, 439 f.) in der Bez., ein gewisses Feldmaß, das aber nicht allerwärts einerlei Größe bat". Die Hufe oder Hube, ehedem ,,ein gemessenes oder gebegtes fanbftüd, das in der Flur und in Wald liegen konnte, am Gewöhnlichsten aber Aderland war (S. Grimm, D. Rechtsalth. 535.), ist neud. ein Feldgut von einem gewissen Maße, gewöhnlich landüblic dreißig Morgen, aud hie und da mehr oder weniger. So z. B. audy con ebedem in einer Frankfurter Urfunde von 1348: Nota XXX morgen ein schlecht hube lants

LX
morgen

ein Fuldish hube lants. CLX ruden machen ein morgen » (Würdtwein Dioec. Mog. II, 619.). Der eigentlich hodd. Ausdrud aber ist Hube abd. diu huop(b)a oder hồba (Graff IV, 753.), mhd. huobe, wofür sich jedoch die eingedrungene niederd. Form Hufe, alts. hôva (Schmeller, glossar. saxon. 59 b), mittelniederd. huue (Diut. II, 222 ) ), geltend gemacht hat (vgl. Haber u. Hafer Nr. 882.), während Hube mehr der Sprache des gemeinen Lebens verblieben ist. Der Hafen, das wendische Wort für Pflug (Grimm III, 414.), bed. diesemnach eig, wohl , so viel Land, als ein Pflug zu begehen vermag.“, und daher; ein kleines Feldgut von einem gewissen Maße. So sind z. B. im Medlenburgischen zwei Hafen eine gemeine Hufe. Agl. haga bed. ebenfalls Feldgut, geht aber auf die Umh egung.

A nm. Şube, ahd. huop(b)a, ist durch a ta=uo (S. Eint. S. 15.) wahrscheinlich aus hap(b)ên halten, umfassen (S. Nr. 878.) gebildet und deutet also urspr. auf das Gehegte. Hiermit ist auch goth. ungahồbains

Unenthaltsamfeit (1 Kor. 7, 5.) zusammen zu stellen, welcher Äusdruck ein Zeitwort bôban = enthalten voraussett. dus goth. hôha Pflug, wie Andre wollten, kann das Wort unmöglich hervorgegangeu sein, denn dieß würde ahd, huoho sein, wovon noch die Minderform buohili vorhanden ist (Grimm a. a. D.). Hufe (Hujbe) ist übrigens auch in seinem Flächenmaß auf das Wasser übergetragen. Suz. B. berechnete man ehedem in der Mark Brandenburg die Größe der Fischwasser nach Wasser hufen. Mhd. • Ez leit dër vischêre Von armvot grozen swêre, Sine hobe [reine Güter] lâgen vf dëm sê, Dës wart sînem lìbe dicke (oft ]

Wande [da] ër sich chvme [laum] nerte" (Gregor. 1027 ff.).

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994. Hügel. Bü bl. Dün e. Ü. Minder beträchtliche Erhöhung der Erdoberfläche, als die Bergeshöhe ist. S. Berg Nr. 356. V. Der Hügel, was im Altd. hukg)il lauten würde, als Minderform von dem Nro. 971. abgeleiteten mhb. (ahd.) houc (Grimm, D. Rechtsalterth. 801.), ist überhaupt eine sehr merfliche Bodenerhöhung über der Erdoberfläche, z. B. Grab hügel, Maulwurfs hügel u. f. m.; im Besondern aber bed. das Wort die beträchtliche Erhöhung der Erdoberfläche unter der Bergeshöhe , wie Nr. 356. nachzusehen ift. Der Bühl, ahd. der p(b)uhil (Graff III, 41. Wind berger Psalmen übers. Pf. 71, 3.), später mbb. Büchel, die Minderform des ahd. bouc, mas eig. = Biegung (Graff III, 37 f.) von pb)iuk(g)an biegen ist, bed., zumal wenn man die weitere mhd. Minderform daz buhelin = bie Wange ( Sumerlaten 8, 81.) als Gesichtserhöhung und schweizerisch der Büc el = Beule, Geschwulst (Josua Maaler 61. b Stalder 1, 239.) vergleicht, eig. eine Erdanschwellung, einen Haufen (gloss. Schmeller I, 160.), und dann: ,, der etwas längliche und fast borinzontal fortlaufende Hügel(Stalder I, 239.), insofern nämlich Hügel von einer größern Erhöhung der Erdoberfläche verstanden wird, schön ftellt Scopper (Synon. XXVII.) neben Bühel, gleichsam dieses erklärend, das Wort „Niederbergs. Der Ausbruck Bühl ist zwar im Neuhochd. nicht gewöhnlich, fommt aber doch bei muftergiltigen Schriftstellern vor. 3. B. ,, Zum Bühle da rettet euch!" (Götbe, Job. Sebus.) Die Düne, agf. dun (Boëthius 19,20.), engl. down, holländ. duin, ift = ein Sandbügel an der Meeresfüfte (s. Weiland, nederduitsche Synon. 1, 304.). Nach Armstrong (gælic dictionary) übrigens ist altbritisch und altgadisch dûn = Höhe, Hervorragung des Erdbodens.

995. Huhn. Henne. Ü. Das Weibchen von dem l. g. Hühnerviehe. V. Das Huhn, ahd. daz huon oder huan (Otfr. IV, 13, 36. 18, 34.), ist eig. das Junge des Hühnerviehes'), wobei die Sprade in der Bezeichnung mit dem fächliden Geschlecht über die Sheidung in das Männliche und Weibliche noch ungewiß läßt, wie ganz sprachähnlich z. B. bei: das Kind, das Kalb u. a. m. Daher kommt es auch, daß man mit Huhn (Vgl. mhd. huon im Parzival 194, 6.) oder vielmehr mit der Mehrzahl Húhner (ahd. huonir), was schon im Altn. die Mehrzahl hæns bed., collectiv die ganze Thiergattung ausdrüdt, wie man denn z. B. unter Hühnervieb, Reb hühnern, Birf hühnern, Hasel hühnern u. f. w. geradehin das ganze Geschlecht, Weibchen wie Männden, begreift. Im Besondern aber wird im gewöhnlichen Leben auch unter Huhn schlechthin das Weibchen der genannten Thier: gattung verstanden. Die Henne, ahd. diu henna (Graff IV, 958.), v. ahd. hano Hahn, wie lat. gallina v. gallus und griech. áhextptaiva (Aristophanes, Nub. 666.) zu á Néxtop Hahn, ift nur das Weibchen von dem Hühnergeschlecht, aber erst wenn es als solches sich zeigt, nämlich wenn es Eier legen und brüten fann.

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1) So zeigen z. B. in deutlicher Nebeneinanderstellung die gloss. florian. i. d. Diul. III, 154. : Gallus, hane. gallina, henne. pullus, hun. pulcinus, hunichlín (unser Hünfel]. »

A 11 m. Senue, ahd. henna, ist eig. hanja (goth. hanjo ); ags. hen, altu. hæna.

Auch kommt ahd. diu hanin (gloss. cassel. 834 á), henin (Tatian CXLII.) Henne vor. Das Stammwort der Hahn ahd. hano, goth. u. ags. hana, altn. hani, gehört wohl zu einem , nur inhd. aus dem, im Ruolandeslied 218, 31. vorkommenden, Präteritum huon sich zeigenden hanen = rufen, und hierin erhaltenen altd. Zeitwort_hanan, welches der Lautverschiebung gemäß das lat. can-ere singen ist (Grimin II, 42.), wofür vielleicht auch das seltene ahd. hônon = heulen (vom Wolfe in Notker's Boëth. Graff althochd. Leseb. S. 100.) sprechen dürfte. Hahn wäre sonach die Präsentialform und bedeutete das singende Thier, den Sänger; Huhn dagegen ist die oben erwähnte Präteritalform, wie denn auch die alten huon von dem krähenden Şahie ragen (Parzival 194, 6.), und dem Huhne Gefang beilegen, f. B. «êr [ehe] thaz huan singe » (Otfr. IV, 13, 5.). Die Minderform von Huhn, das ahd. huonichli ( Notker, Ps. 08, 5. Gloss, trevir. 5, 2.), neud. das Hün: tel (Alberus Wt6c.), ist nur noch landschaftlich in Hessen i. l. iv.

996. Hund. Dogge. Köther. Rette. Rüde. Ü. Benennungen des Männchens von dem allbekannten Säugethier: geschlechte, welches als ftäter und treuer Begleiter des Menschen gerübmt wird, und hier wohl feiner nähern Bezeichnung bedarf. V. Der Hund ist die augeineinste Benennung und bez. zunächst diese Thiergattung überhaupt, dann vorzugsweise das Männchen derselben. Die Dogge, von altn. doggr großer Hund, engl. dog Hund, altfranz. dogue, ist eine Art großer, starfer, fampfmuthiger Hunde. 3. B. ,,Erwähl ich mir ein Doggen paar , Gewaltig, schnell, von flinken Läufen, Gewohnt, den wilden Ur zu greifen" (Schiller, d. K. m. d. Dracy.). Darum findet man das Wort als ein edles in der Höhern Sprache, ähnlich wie sich der Ausdruck Roß vor Pferd auszeichnet. 3. B.

3. B. , Shin heulten die Doggen so laut –

Daheim, wenn erscheinet sein Geist“ (Ahlwardt, im übers. Offian). Der Rüde, ahd. der rudëo, tudo, rudho (gloss. Jun. 239. Graff II, 490.), mhd. rüde, ist der große starke Heghund , lat. molossus. So steht z. B. im Nar: renschiff Raude und ist der Saurüde der Heghund auf Saujagden, der Schafrüde (im Sadsenspiegel iii, 51. scấprode) der Schafhund zur Abhaltung des Wolfs, u. s. w. (Frifu II, 131.). « Die dapfern Rüden, die grossen Hunde, wann die kleinen Mist-Bellerlein über sie schreien, gônd [geben) sie für, und verachtens, etwan so bleckt er die Zäne gegen in [ihnen ] » (Kaysersberg, Postill. fol. 158 b). Sonst benennen die Jäger das Männchen des Hunde-, Fuchs- oder Wolfgeschlechtes überhaupt mit Rüdé, und mhd. fommt der rüde auch = reißendes Thier" vor (H. v. Krolewitz 3024). Die Rette, ags. ryoða od. riðða (Bosworth 56 ), niederd. Rödde (Frid II, 131.j, ist überhaupt das Männchen vom Hundegeschlecht, aber bloß in der Bezeichnung dieses seines männlichen Geschlechts ; der Ausbruck steht also der Benennung Peße vom Weibchen gegenüber. So unterscheidet man z. B. die

jungen Hunde, welde eine Hündin geworfen hat, nad) Retten und Peßen (S. Jahn, Syn. 49.). Der Röther, von niederd. das Roth = Bauernhaus ohne Hofstätte (S. Nr. 918. Anm.), bed. den gemeinen ftarfen Hofbund, weßhalb man z. B. Bauernföther, Dorfföther, Firföther (= der schnelle Hund, wie er zur Hausbewachung gebraucht wird ) sagt, aber nicht Hirten-, Jagd -, Schaffőtber u. dgl. m., weil bei diesen nicht die Hausa und Hofbewachung in Beziehung steht. Von dem „Hund aus der Pfennigschenke“ dagegen singt Bürger: „Der Röther knirscht in jeben Stein.

Anm. Der Hund, ahd. der hunt, goth. hunds, ags: hund, ist wahrscheinlich Präteritalform von goth. hinþan greifen, fangen (Rom. ?, 23. 2 Kor. 10, 5.), ahd. hintan (?), wovon das Präteritum baný u. i. d. Mehrz. hun þum lautet, und woher auch z. B. goth. hunþ3 Gefangenschaft (Epher. 4, 8.), ahd. herihunda Beute, ahd. hant ll. goth. handus Hand das Glied zum Greifen u. r. w. (Vgl. Nr. 1. Anm.); oder es ist hunt (hun-t) der Lautverschiebung (Einleit. S. 23.) gemäß sanskr. çwan (in mehreren Verhältnißfäten çun ), gr. xúwv ( Genitiv: ZUV-ÓS!, lat. canis ? Für die erste Ableitung dürfte unter Anderm auch mittelniederd. mûskunt (d. i. Mausfänger) = Kaße (Reineke Vos 6559.), holländ. muishond = die Wiesel, sprechen.

997. Hű n din. Debe. Fä be. Þe 1 e. 3 a upe. Ü. Benennungen des Weibchens vom Hundegeschlecht (S. Nr. 996.). B. Die allgemeine Benennung ist die Hündin, ahd. diu hundinne (Diut. III, 153. – 12. Fabrhdt. –), das weibliche Wort von Hund, dem es also auch gegenüber steht. Die Debe, mittelniederd. tëue (Diut. II, 204 a), mittelniederl. tëue, Teve (Brem. Nieders. Wtbch. V, 57.), holländ. teef, ist die gemeine niederd. Benennung dieses Thieres. Die Fäbe ist bei den Jägern das Weibchen des Hundes und überhaupt der vierfüßigen Raubthiere. Wahrscheinlich ist der Ausdruck verderbt aus ahd. diu v(f)oha (goth. faúhô) = Fuchs (Graff III, 431.), mhd. diu vf)ohe = Füchsin (Minnes. II, 162 a) und Rage (Winsbecke S. 40.). Die Pepe, von porn. (slawisch) pies der Hund, oder engl. bitch Hündin, gehört der gemeinen Sprache an, und scheint die Hündin bloß in Hinsicht auf ihr weibliches Geschlecht zu bezeichnen, weißwegen das Wort dem Ausdrud Rette für das Männchen gegenüber gestellt wird. Dadurch nimmt der Ausdruck einen verächtliden, beschimpfenden Anstrich an. 3. B. „Bello, was heulest du? Kusch! Kann die Pell' Efiol [= das weiche F in der Musif] nicht vers tragen?(I. H. Voß, d. Ständchen). Und darum gebraucht man denn audy, in Anspielung auf die s. g. Laufzeit der Hündin, den Ausdrud Peße in tiefer Verachtung gemeinhin von einer lüderlidhen , in Geschlechtslust ausschweifenden Weibsperson.

Die Zaupe (landschaftl. Zaupel) und die Z aufe, ahd. zopa (gloss. florent. 984.) und zôhâ, zâhâ, mhd. zôche, zôhe ( Diut. III, 153. Sumerlaten 47, 73.), sind nur andre Ausbrücke für die Pese. Doch fcheint man bei denselben nidit sowohl das bloße Ges schlechtliche zu bezeichnen, als vielmehr auf die Laufzeit des Thieres Wetgand, Wörterh. . deutsch. Syuenņin. II.

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