Images de page
PDF
ePub

raher den Grundbegriff der Gemeinsamkeit der Verbindung, welcher im Ahd. wie im Neuhochd. der üblichste ist und in mancherlei Weise erscheint; eig. liegt wohl der Begriff des Darunterfeind zu Grunde, womit der der Nähe, des « beix, verbunden ist, f. B. goth. Jah aftra galeibands af markóm tyrê jah seidône gam at marein galeiláiê miþ tveihnáim mar. kôm daikapaúlaíos ( Mark. 7, 31.) und wieder gehend von den Gränzen Iyrus und Sydon Pam (Jesus) zum galiläischen Meer unter die (in Mitten der] beiden Gränzen der Zehnstädte. Ahd. - Waz suochet ir lëbêntan mit tôtên?» (Tatian CCXVIII.) was suchet ihr den Lebenden [ Christus ) bei [unter] den Todten. Agr. Ic bëo mid ëów ëalle dagas oð worulde geendunge' (Matth. 28, 20.) ich bin bei (unter] ench alle Tage bis zuin Welt: Ende. Der Begriff von Verbindung oder Gemeinschaft des Mittels wozu lag ziemlich nahe, um sich geltend zu machen, ģ. B. « Mil thëru diurûn lichỉ số lôst ër uuorolt rîchi mennisgon ouh alle mit sînes tôdes falle (Otfr. IV, 27, 13 f.) mit dem theuern Leibe, so erlöst er das Weltreich, auch alle Menschen mit seines Todes Fau. – Durch, goth. þaírh (nicht þaúrh), aho. durah (durih, durh , dur), inhd. durch u. dur, alis. thuruħ, mittelniederl. doer, alt: fries. thruch, ags. Þurb, alteng!. thorough u. nenengl. through, in deu uord. Mundarten fehlend, gehört mit dem Ableitungs - h (-ah, -ih, -uh), neben goth. þairko Loch, nicht zu Thor goth. daúr, sondern durch Verlegung des Stimmlautes zu einerlei Stamm mit gr. teigeiv ( lat. terere) und r g ú slv reiben ( durchmachen ) neben dem stärkern Zeitw. Teúxelv, Ý Teúan loch (Vgl. Schmitthenner's Wtbd. 122. Grimm III, 246. IÙ, 793.), Daher der oben angegebene Grundbegriff, der sich auch auf das Zeitliche aus: dehut, . B. goth. alla naht thairh. (Lul. 5, 5.) die ganze Nacht durch, ahd. thuruh naht» ( Olfi. I, 11, 54.) während der Nacht, 1. a. m. Zahlreiche Belege für den Gebrauch des durdy in Beziehung auf das Mittel, so wie auch auf den Grund und den Zweck gibt für das Ults hochd, Graff i. f. althochd. Präpositionen S. 206 — 212.

1331. Mit. Neb ft. Sam mt. Mitfam mt. 3 us í a in in t. Ü. Zeigen das Verhältniß der Verbindung, des Gemein: samen von Dingen zu einander in Sein oder Thätigfeit an. V. Mit bezeichnet dieß mit dem Nebenbegriffe der Geleitung oder der Begleitung in der Verbindung oder Gemeinschaft (S. Nr. 1330.). Aber nebit, ein neuhochd. Vorwort, aus dem von en mit dem Genitiv evens gebildeten neuniederl. nevens, wofür hochd. neben üblich ist (S. Neben Nr. 323.), kaum erfennbar geborgt (Grimm III, 105.), wie das stärfere beneb ft aus neuniederl. benevens (D. i. be enevens ), brüđt ursprünglich das Verhältniß der Nähe zu etwas aus mit der später zugetretenen Beschränkung durch die Bezeichnung, zur Seite", wie neben. 3. B. ,,Vor ihm liegt der Tod, nebst ihm liegt das Leben“ (Withof). Davon geht das Wort dann über in die Bezeichnung des Verhältnisses der Vers bindung oder des Gemeinsamen in Beziehung der Nähe der Gegens stände zu einander, und zeigt so gleichsam ein Zugleichsein von einem oder mehr Dingen bei und zu dein Genannten an.

Man sagt 3. B., der Vater gebe mit seinen Kindern spazieren, und er gebe neb ft feinen Kindern spazieren, wo dann bei jenem Ausdrucke im Besondern die geleitende Gemeinsaft, bei dicsém die Gemeinschaft des naben Zugleichseins der Kinder in der Bewegung ausgedrüdt wird; man ichidt einen Brief neft Päckchen, und einen Brief mit Pädchen (in Begleitung des Pädchens ), u. . w.: aber inan schlägt z. B. mit dem Schwerte brein , fommt mit Vertrauen zu jemanden u. f. w., in welchen Fällen dann nicht nebst gebraucht werden fann. In den übrigen Bedd. von mit, wenn diefes Wort 3. B. die Gemeinschaft des wirkenden Mittels wozu anzeigt u. s. w. (S. Nr. 1330.), ist nebst nicht mehr sinnverwandt.

Sammt, abd. in erweitertem Sinne auch T. y. a. „, mit”, z. B. «got ist sament [mit] uns » (Notker, Ps. 45, 8.), und bei“ (Graff, althochod. Präpositt. 130.), verbanft, nach Grimm's Ansicht (IV, 780.), seinen Gebrauch als Vorwort dem weitern Spielraum, den mit in seinem Gebrauche gewann, und bed., sehr beschränkt, seinem Grundbegriffe gemäß (S. Anm.) l. v. a. ,, in eins genommen zu Anderm", wodurch sich der Ausdrud wesentlich von mit und uebft unterscheidet. So 3. B. nebenwörtlich allesammt = alle in eins genommen, bairisch ,, baid sammt" = beide in eins genommen is din eller III, 251.). Vorwörtlich: ,,Der Vater gebt sammt seinen Kindern spazieren", = die Kinder zu dem Vater in eins genommen; einen Brief sammt Pädchen schicken, = das Pädchen zu dem Brief in eins genommen als zu einander gehörig. Das Kind mit dem Bade verschütten", = in begleitender Gemeinsamfeit des Bades, Kind und Bad zugleic; , fammt dem Bade" ( bei Bürger), = Kind und Bad in Einem; „nebst dem Bade", = das Bad zugleich bei und zu dem Kinde. Haben die Kinders dhen ihr mit Geierflauen entriffen, Und sie sammt dem GeFieder verzehrt" (Klopstod, Oben). Mitfammt oder, wie Einige schreiben, mit sammt, bez. in der Vereinigung der Begriffe mit und sammt die Verbindung oder Gemeinschaft um so nadbrücklicher und schärfer. 3. B.mhd. «Vrômuot [Frohmuth] sol mit samt in (ihnen] dar [bahin), - Diu ist ir aller wisel [ Weiser, Führer ] >> (Nithart VIII, 5.). « Vier hundert swërtdëgne die solden tragen kleit Mit samt Sifride [zugleich mit Siegfrid ] » ( Nibelungel. 31, 1 f.). D Invernunft des blinden Elements !-- Mußt du, um Einen Shuldigen zu treffen, - Das Shiff mit fammt dem Steuermann verderben!" (Schiller, Tell' iv, 1.). „Ist est billig, daß wir das, was seine [bes Dichters] Zeitverwandten in dem Munde des Herkules für sdrecliche Drohungen hielten, für unsinnige Großsprechereien halten, und sie als solche init sammt dem Dichter auspfeifen wollen ?" (lessing). Auch zusammt ift nachdrüdlicher als fammt, 3. B. mhd. Hab dir [Nimm dir] das kalp, lâ [laß] mir diu kuo (Kub]! - Wilt du dës nicht, so var ich zuo, – Und nim (nehme] diu kuo tesamt [zugleich mit ] dem kalp» (Boner. VIII, 41 ff.). , 3d zog meinen Dolch aus dem Stiefel zusammt der Scheide“ (Göthe, Ben. Cell. I, 2. 11.).

Roland ritt hinterm Vater her, - Und trug ihm seinen starfen Speer -- Zusammt dem guten Schilde" (uhland).

u n m. Sammt ist das goth. Nebenwort samaḥ zusammen, in cilio (Mart. 9, 25. ); ahd. samant, bei 1sidor 91, 10. 18."ais Nebenwort in dem Sinne von « zusammen, ungetrennt von einander». Das Wort, erst

same

säw,

« Die

(C

eo.

b. Notker Vorwort, lautet auch sament (b. Notker), sainit, sàmet, und fommt, neben goth. samana zusammen (Mark. 12, 28. Luf. 15, 13.), v. der Partikel sam, sama, welche mhd. als einfaches Vorwort sam (f. B. sam mir = mit mir, Minnes. II, 100 b) erscheint, früher als fürwörtliches Beiwort goth. samall. altn. samr derselbe (Grimm III, 4 f.), engl. the same derselbe [eig. wohl: der nämliche ), als Nebenwort ahd. sama u. agr.

ebenso (gloss. mons. 354.); mht. sam = eben so (Wigalois 1008.), gleichwie (Iwein 3267.), als ob als wenn (Iwein 1428.) u. s. w.; so auch noch im ältern Nhd., f. B. « Unlustig, zottet wie die

Sam sind sie glegen in der strew (Hans Sachs ). Sonu' mit sanften Strahlen Das Blümlein übergoß, - AU Blättlein thät sie malen Š am blühts in ihrem Schooß » (Fried r. V. Speé, Truh Nachtigall ). In gleichem Gebrauche ram lioc baierisch (Schneller III, 242.). Eben dieser Begriff liegt dem beiwörtlichen sam ( = ähnlich) zu Grunde, wenn es als 1. g. Nachsylbe erscheint, wobei aber z. B. feit sa mi i Nr. 15.), auch vielleicht langsam (Nr. 813.) Únsnahme macht. übrigens zeigt sich die ganze Familie sam, der auch von and, saman- das Zeitwort ranin ein ahd. samanôu (Isidor 33, 3.) angehört, eins mit dem sanser. Beimort sama ähnlich, Fansfr. sa- u. sam- zisainmen, pers. hamân eben: derfelbe 11. ham mit, gr. ára zugleich it. zusammt, woneben als Seiten: zweige stehen altpreiiß. sen init ( Pott I, 129.), lat. similis ähnlich, ags. 4. altfries. sum= zusammen mit » . B. in altfries. tvira sum felbdritte u. . p. ( $ tim m II, 951.), littbalif su mit, gr. góp (víu", cú-) mit. Den Übergang dieser Familie zu der ähnlichbedeutenden ge- (Nr. 769.) goth. ga-, gi-, ahd. k(gja, k(r)e-, k(g)i- [urspr. ha-, hi-, he., wie site Graff IV, 10. in den Pariser und Reichenauer Glossensammlungen auf: gefunden), fränk. cha-, chi., álts. li. ags. ge-, lat. con-, com-, (alle drei = cum mit ), slaw. co., vermittelt das in gleichem Sinne ge: brauchte gr. Çúv- = mit zusammen, wie denn überhaupt die Blaselaute b und s wechseln mögen (Grimm II, 765.).

1332. Mitarbeiter. Gebilfe. Ü. Person, die mit einer andern oder mit andern Personen zu einerlei Zweck thätig ift. V. Mitarbeiter wird diese überhaupt genannt, Gebilfe aber nur dann, wenn das Thätigrein der Person dem unzureichenden Thätigsein eines Andern oder Andrer auf Eine Bestimmung hin zugetban ift (Vgl. Helfen Nr. 944.), wie mhd. gehülfec = mit Hilfe zugethan ( lwein 3804.). An einer Zeitschrift z. B. können außer dem Herausgeber eine große Zahl Mitarbeiter thätig sein; wenn aber jenem die Geschäfte der Herausgabe zu beschwer: lich werden, so ist er genöthigt, fich zu denselben einen Gebílfen zu nehmen. Sämmtliche Lebrer an einer Sdule find Mitarbeiter unter einander ; reichen aber die Kräfte eines Lehrers nicht mehr zu, Feinein Amte vorzustehen, so muß er einen Gebilfen annehmen.

1333. Miteigenthum. Gesammteig enthum. Ü. Eigenthumsrecht an eine Sache (d. t. das Recht über die Substanz der Sache und ihre Benußung zu disponiren), insofern es gemeinschaftlich einein Andern oder Ändern daran zukommt. Dann bezi. ble Wörter auch eine Sache soldes gemeinschaftlichen Eigenthums. redytes unter Personen. V. Den allgeineinen Begriff hat das Mit: eigent hum. Dieses aber fann auf ziveierlei Beise Statt finden: 1) Entweder nämlid) besteht es in Vertheilung der einzelen Rechte des Eigenthums unter die Personen, denen sie zukommen, so daß

die eine Person dieses, bie andre jenes der Rechte ausschließlich bes līgt. In diesem Falle heißt das Miteigentum ,getheiltes Eigentum", wie es z. B. zwischen dem lehnsherrn und dein Leynsmann über ein lehngut fich findet, von welchem dieser das ausschließliche Nußungsrecht hat, aber jener der Obereigenthümer ift. 2) Oder das Miteigentum ist das, rechtlich verschiedenen Personen ungetheilter Weise zukommende Eigenthumsrecht oder Eigenthum. In diesem Falle nennt man és Gesammte igent huin (im lat. Rechtsausdruc condominium ) oder, wie Andre alther: kömmlid sdreiben, Sammteigentum. So ist z. B. ein Márt wald, zu dessen Boden und Nußung Gemeinden gleichberechtigt sind, Gesammteigentum; eben so ist es der Nadlaß von Eltern, welche ohne legtwillige Verfügung gestorben sind, für die hinterlassenen Kinder. Vgl. preuß. allgem. Candredt I. Thi. Tit. 8. $. 10.

1334. Mitleid. Mitleiden. Mitleidenheit. Beileid. Ü. Unangenehme , traurig stimmende theilnehmende Empfindung bei unangenehmer, traurig stimmender Empfindung Andrer oder wenn Andern unangenehmes oder Übles widerfährt oder sie in bebauerlichem Zustande find. V. Den Begriff im Allgemeinen bez. das Mitleid (Vgl. leid Nr. 1196.), was ahd. daz mitileits wäre, aber in alter Sprache nicht vorfommt. Das Mitleiden, die Nennform (Infinitiv ) des Zeitwortes mitlei: den als Hauptwort, bez. hiernach den Begriff zunächst als einen lo g. abgezogenern (abstractern), wird aber dann auch ganz in dem Sinne von Mitleid genominen.

Tauler bat in folder Weise das abgeleitete Mitleidung. Die Mitleidenheit ist zunädist der Zustand des Mitleidens mit jemanden; der neubodd. Sprachgebrauch aber yat das Wort, nad Adelung III, 238., auf zwei Bedb. eingeschränft: 1) Nennen die Ärzte so den Zustand, wenn ein Körpertheil durd) einen leidenden andern Körpertheil zugleich angegriffen ist. So findet i. B. Mitleidenbeit Statt, wenn durch ein entzündetes Auge auch das andre angegriffen ift. Eben so in allgemeinerer Anwendung 3. B. „ Wie, wenn ich das geduldige, lesende und neugierige Publifum zur Mitleidenheit zöge?" (Thümmel). 2) Heißt der Zustand Mitleidenheit, wenn die Mitglieder einer Gesellschaft die einer andern aufliegenden öffent: lichen lasten mit dieser zugleich tragen müssen (in lat. Rechtsausdrucke compassio politica). So z. B., wenn früher Klöster oder gegenwärtig abelige Gutsbefizer Abgaben, von welchen sie befreit waren, zugleich mit andern dazu pflichtigen Ständen entrichten müssen. Ehedem übrigens batte man aud Mitleidung, Mitreiben und Mit leid,= gemeine Theilnahme an den öffentlichen lasten“, und davon initleid li di (Haltaus, glossar. 1356.). Wie aber Mitleib und Mitleiden Tid auf das Innere beziehen, so geht das Beileid auf das Äußere und bed.: traurige Empfindung gegen einen Andern oder Andre in Beziehung auf ihnen widerfahrenes Unangenehme und üble, insbesondere auf Betrübenbes, aber nur insofern jene Empfindung dem ober ben Andern, welde dieselbe angebt, äußerlich mit Theilnahme fund gegeben wird. Daber z. B. die so übliche Re densart : jemanden sein Beileid bezeigen (condoliren). Vornehmlidt findet sich das Wort in der Sprade der Höflichfeit (Adelung 1, 996. Heynaß, Syn. I, 474.). Sonst bat es eig. überhaupt die, wiewohl ungewöhnliche, Bed.: traurige Empfindung gegen einen Andern oder Andre in Beziehung auf ihnen widerfahrenes Üble und Bedauerliche.

1335. Mitleiden. Mitleid. Barmber;igfeit. -- Mitleidig. Bar mherzig. Ü. Theilnehinende Émpfindung oder theilnehinendes Gefühl (Mitgefühl ) bei leid oder Leiden over' bedauernswertbem Zustande des Andern oder Andrer. V. Mitleiden oder auch Mitleid bezz. dieß im Augeineinen, mie Nr. 1334. fich ergibt, wo auch ihre Verschiedenbeit unter fich erhellt. Die Barmherzigkeit aber bez. jene Empfindung und jenes Gefühl als innig (im Herzen als bem s. g. Siße der Gefühle) und dadurch zugleich fich äußernd in Geneigtheit oder Bes reitwilligfeit oder Weidheit), Bedürftigen woblzuthun (Bil. Nrr. 600. u. 858.), – also gleidsam thätige Äußerung des Mitlei: dens (Vgl. Heynaß, Šyn. 1, 401.). Der Priester z. B. und der Levit, welche an dem unter die Mörder Gefallenen ind 3erschlagenen luf. 10. vorübergiengen, ohne ihm zu helfen, mochten vielleicht Mitleiben oder Mitleid gefühlt haben, allein fie äußerten es nicht; der Samariter dagegen, der Fico des über zugerichteten Mannes so thätig annahm, wird mit Redt der barmberzige genannt und batte also Barmherzigkeit. Mit dem wabnwißigen Don Quirote baben wir Mitleiden (Mitleid), indem wir seine Geschichte lesen, aber Barmherzigkeit fönnen wir nicht mit ihm baben, denn wir fönnen nicht gegen ihn werf: thätiges Mitgefühl äußern. – Die Beiwörter mitleidig (griech. couradeis), von Mitleiden, und barmherzig mhd. barmhërzic, das Stammwort von Barmherzigkeit, foinmen überein und find zunächst verspieden, wie die eben behandelten Hauptwörter. Man nennt z. B. einen dem werftbätigen Beistande leidender gewidmeten geistlichen Orden der römisch-katholischen Kirche den Orden der barmberzigen Brüder und der barmherzigen Sowestern; mitleidige fönnten diese aber nicht heißen, weil sie bei Andrer Leiden werkthätig sein sollen und nicht bloßes Mitgefühl des Leidens haben. Übrigens hat mitleidig noch eine Bed. im Staatsrechte, welche Haltaus belegt, wie Nr. 1334. ersichtlich ist, und barmherzig ist auch =°B arm berzigkeit verdienend, 8. B. barmberzig aussehen. ,,Da geht er, der barmherzige Schlucer" (lefiing). Vgl. erbärmlich Nr. 601.

Anm. Barmherzig findet sich erst im 11. Jahrhdt. : ahd. diu barmhërce i. d. Wiúdberger Pralin e nuberl. (12. Jahrhdt.), unbarmehërzéri (? gloss. florian, in Diut. III, 185. 12. hrhdr.), diu érbarmehërzi (Nolker, Ps. 143 , 2. 11. Jahrhdt. ) u. diu irbarme. hërseda ( Notker; Ps. 129, 7.). Das Wort ist Zusammenseßung aus dem

« PrécédentContinuer »