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IV, 426.). Manche Birnensorten werden erst nach ihrem Abneh men vom Baum im Liegen mürbe; läßt man sie aber zu lange liegen, so werden viele, indem innerliche Fäulniß eintritt, morsd). In manchen Küchen klopft man das Fleisd, ehe man es brät oder focht, um es recht mürbe zu machen; aber in Fäulniß übergegangenes Fleisch, durch Fäulniß zerfressene Knochen sind morsd. Ihr [ der Väter auf dem Kirchhof] Gebein, so längst ver mordyt" (Günther, Geb. 924. ). 1,Mord des [Wasser - 1 Fahrzeugs Bau“ (Matthiffon). Wenn Salio z. B. singt: „Selbst wo rasenlos und mürbe – Sich ein neuer Hügel hebt“, so fann hier nicht morsch stehen; aber wenn ein andrer Dichter singt: ,, Die mürben mispeln sind doch immerfort die besten" (Neufird's Gedidtsamml. II, 67.), so fann es auch bier mor de beißen, denn die Misveln werden erst durch Frost und Fäulniß genießbar. In den Redensarten ,morfch entzwei geben, brechen u. s. f., = völlig entzwei, ist morsch stebender Ausbruck geworden; mürbe würde da auch nicht so treffend bezeichnen.

un m. Mürbe ist ahd. muruwi (Tatian CXLVI.), murwi (gloss. wirceburg. in Eccard. Franc. Orient. il, 977 a), marawi (Reich en.. G10 11. 498. a), mhd. mürwe, ags. mëarwu, erwachsen aus der einfachen uberd. Form mar, mär (Schmeller II, 600.), niederd. mör, ahd. maro (Genitiv marewes), mhd. mar u. mür (Genitiv marwes 11. mürwes), ags. mëaru, altn. miór, so wie verwandt mit lat. marcidus hingeschwunden, zermülmend ( in Mulm d. i. sauðartige Theitchen zergehend), bröcklich ital. marcido angefauli, und mit sanskr. mard (mşid) zermalmen, zer: reiben, woher sanser, mridu zart, sehr zart, mild, ( eig. «was sich leicht reiben läßt. Pott I, 245.), welche Bedd. jenen altdd. Ausdrücken auch vornehmlich zufommen (Vgl. Nr. 1276. Aum. ). So ahd. maro auch

ftaubartig sich zerlassend (gloss. emmeram. V. Graff II, 831.), mhd. mure gebrechlid (H. v. Krolewiz 3650. 3659.), in gleichem Sinne mür ( Hoffmann's Fundgrr. 384 b), uhd. mär leicht zerreiblich (Hübner's vocabular. v. 1445.), murb leicht staubartig zerfallend (Frisius 1096 a ); aus jenen Forinen entstammt auch altiranzös. mur leicht zerreiblich. Morsch, lehedem auch mursd (Frisch II, 670.), hovänd. mors, nies derd, murs, neben ahd. murg (Graff II, 851.), mhd. murc, altn. morkin, welche faul, zerfault, bedeuten, scheint, dem ital. marcio zerfault ( Nebenforni von marcido angefault) ähnlich, mit dem für das säuselnde c eingetretenen s sich aus lat. marcidus v. marcêre well sein, anbrüchig sein, entwickelt zu haben und findet sich oberd. zeitwörtlich in morfen, mürren, mürschen,

zerreiben, zermalmen (Josua Maaler. Schmeller II, 620.). Die nahe Verwandtschaft des Wortes mit mürbe zeigt sich auch dadurch, daß morsch zunächst mit diesem Wort in gleichem Sinne gebraucht ist, z. B. «mursche Äpfel » (Filip v. Zeren, Priráu 676. ) = mürbe. 1358. M u rren. Bru m m e n. Rnur ren. M u r.

ü. In dumpfen Lauten des Mißvergnügens, der Unzufriedenheit, des Zornes fich äußern. V. Murren'), alin. u. fchweb.

Biörn Haldorson II, 92 a), dän. murre, nebst dem gleich bed. mhd. murtelen (Leyser, Predá. 63, 15.) verwandt mit goth. maúrnan, ags. murnan u. ahd. mornèn (Otfr. III, 14, 61. 20, 115.), welche ,, betrübt, besorgt sein" bedeuten, bez., nicht ohne Einwirfung von dem veralteten marren = bündisq fnurren (Friso I, 645 C), den oben gegebenen Begriff im Augemeinen, oft auch mit der ursprünglich einwohnenden Farbe hart tönender dumpfen Laute, und meist mit einem Anstriche von Widerseblichfeit. 3. B. Und im Kreise scheu - Umgebt er [der Tiger ] ben Leu – Griminig sonurrend; Drauf streckt er sich murrend - Zur Seite nieder" (Schiller). Den Truppen ist der Sold noch nicht bes zahlt; Sie broben murrend abzuziehn" (Deri., 3. v. D. 1, 2.). Knurren, wegen leichten Überganges des s in r mit ahd. chnussan zerstoßen, erschüttern (Graff iv, 573.) dem Ans scheine nach zusammenzustellen, f. Nr. 1094. Murmeln, in seiner Abstammung verschieden von murren, R. Nr. 1354.; der Ausbrud ift, seiner erweiterten Bedd. wegen, die sich leicht beimischen, ge. linder als murren und knurren. Bruminen, dän. brumme, (chwed. promma, ist die neud. dunklere Nebenform von ahd. p(b)rëman (mhd. brëmen in Grimm's Reinhart Fuchs S. 432, 31.) u. agi. brëman = brüllen (vom löwen b. Notker, Ps. 57, 7.) und bruminen (Vgl. Brunft Nr. 415. ), forinell das ganz gleichbed. lat. fremere (voin löwen Plin. hist. nat. VIII, 16.); das Wort bed. zunächst: langsam dumpf hohltonig fich hören lassen. So brummt z. B. ein Bär, das Kindvieb u. a. m.; die Hummel, eine große Fliege, ein Maifäfer u. f. w. brummen im Fluge; der Brumm baß, Brumm freisel u. s. f. „ Und horch! es brummt die Gloce noch, - Die elf schon angeschlagen" (Bürger). Dann brummen = ,, in sich gefehrt und in fid hinein sprechend in dumpfen boblen Tönen Feine Únzufriedenheit, seinen Unwillen oder Zornmüthigkeit auslassen.“ Im ähnlichen Sinne kommt lat. fremere vor. Auch steht brummen gern in dem Sinne: in sich hinein ges fehrt und so sprechend heimlich widerreden, lat. obmurmurare (Frifo I, 145.). In beiderlei Sinn hat das gemeine Leben auch den Veröfterungs Ausbruc (das Frequentativum) brummeln, was in alin. brumla vom Brummen des Bären u. s. w. gebraucht ist.

1) Wohl nicht mit den bei Schmeller II, 612. verzeichneten baier. die Murren krummes, verdrießliches Maul, und mhd. murret affennasig í im Iwein ) in nächster Verbindung stehend.

1359. Mürrisd. Murrsinnig. Grämlich. Grås misch. Ü. Düfter unfreundlich. V. Mürrisd, ehedem nhd. murrisch, dän, murrisk, bed.: düster rauh unfreundlichen Gemüthes gegen Andre, düster zornmüthig (Vgl. murren). Murrsinnig (bei Tbümmel) ift mürrisch als in dem ganzen geistigen Wesen des Menschen sich offenbarend. Aber grämlid

= düster unfreundlich durch anhaltende und fortwährend fich nährende, in sich gefehrt düstere flagenhafte Betrübniß oder ein solches Mißbehagen, es mag fich dieß nun in lauten, Morten, Geberben oder Mienen ausdrüden (vgl. Gram Nr. 1132.). Das Wort, neuhochd. an Gram angelehnt, ist mht. græmlich = grimmig, zornmüthig aussehend, schredlich (Nibelungel. 6676. bei v. d. Hagen), von abd. u. mhd. gram (unser gram) = zornmüthig (S. Nr. 1132.), mit später ans getretenein Nebenbegriffe der Verkleinerung durch den Gedanken an

bas verfleinernde gråmeln. Das gemeinere gramisch, was auch für grämlich vorfommt, bez. den Begriff dieses Wortes mehr mit Gebässigkeit und Verächtlid)feit (Vgl. =isch u. =lidNr. 1001.).

1360. Murrfopf. Grä mier. Grämling. Griess gram. Jsegrim m. Ü. Der anhaltend düster Ünfreundliche. V. Der Murrfopf ist der anhaltend mürrische Mensd (über mürrisd . Nr. 1359.), und fommt als gewöhnlidyer, gemeinbin gebrauchter Ausdruck vor ( Vgl. Kopf Nr. 1107.). Der Gräis ler, Hauptwort von dem verkleinernden, aus ahd. k(gramôn in k(g)risk(g)ramôn entwidelten baier. grameln = mit den Zähnen fnirsden (Sdmeller II, 109.), was aber in neuhochd. grämeln (b. ustus Möfer, J. H. VOB, Blumauer u. 4. gebraucht) ganz an unser grämen angelehnt wird, ist der, anbaltender und fich fortwährend nährender, tiefer nagender düstrer Retrübniß Hingegebene und dadurch Unfreundliche (Vgl. Gram Nr. 1132. und grämlich Nr. 1359.). 3. B. „Träte selbft Cato, der Gräma ler, berein“ (A. Tíderning). Der Grämling, von Gram (Nr. 1132.), ist der Gerngrämler, aber init verächtlicher oder wenigstens tabelhafter Färbung, da der Gedanke an Ableitung von grämeln sich einmisdt, wie bei Frömmling, Klügling Åbleis tung von frömmeln, flügeln, und da sling den Anstrich, wie 3. B. in Wißling, Römling u. f. w., annimmt. ,- Den Gräms ling, der alle Kron- und Erbprinzen zu Mißgeburten menschlicher Thorbeiten berabwürdigt“ (Thümmel). Der stärkste Ausdrud für den Begriff des Grämlers ist der Griesgram (Gries: gramm). Das Wort aber, von dem, anscheinend dieselbe Wurzel getrennt im Wedysel der Stimmlaute (Vgl. Nr. 1315.) wieders holenden ahd. k(g)risk(g)ramôn u. mhd. grisgramen (grisgrammen) griesgramen = mit den Zähnen fnirschen vor Unmuth und Grimm') (Notker, Ps. 56, 5. 36, 12. Boëthius S. 52. Windberg. 4. Trier. Psalmembers. 111, 12. Berhtold, Predd. 110. ), dann zuweilen auch vom Brüllen des Löwen gesagt ( 3. B. b, Berhtold), neben dem in jenem Sinne gebrauchtern abd. k(g)risk(g)rimmôn u. mhd. grisgrimmen (Ruolandesliet 210, 20.) ), bed. so urspr., wie das abb. Hauptwort k(g)risk(g)ramod (Notker in Schilter. thesaur. 1, 261, 12.), neben cristcrimmôd (Graff IV, 326.), bas Zähne- oder Zornfnirschen, und kommt auch im Neubochd. in der Bed. anhaltende und sich nährende zornmüthige widrige düstre Unfreundlichfeit“ vor ; davon dann: ,, die anbaltend zänfild -übellaunige düstre Gemüthsstimmung", wovon endlich Übertragung auf die dieser unfreundlichen Gemüthsstimmung hingegebene Person, z. B. ,, er ist ein Griesgram.“ Das von dem obigen Zeitwort abges seitete Beiwort ist griesgramig. (griesgrammig) mht. grisgramec ; ftärfer aber scheint das einfache griesgram, mhd. grisgram (Leyser, Predd. 146.). Der Isegrim :) ist der Name des Wolfes in der alten deutschen Thierfabel und wird davon auch in der Bezeichnung eines mit zähnefletschendem Grimme düstern Unfreundlichen gebraucht.

46.).

1 So noch im áltern Neuhochd. (Josua Maaler. Frisch I, 374 a); auch s. v. a. jornwütig sein auf jemanden (frisch a. a. D.); aber im jüngern Neuhochd. nach dem Sinne, wie wir unser Griesgram haben. Doch kommt das Wort in dem neuern Sprachigebrauche felten vor.

2) Gram und Grimm, so wie die Beiwörter gram und grimm sind Nebenformen (S. Nr. 1132.). Noch bei Luther (Hiob 30, 21.) Gram = Grimm , 11. mhd. græmlich = grimmig ( Nr. 1359. ).

3) Das Wort, ahd. (als Heldenname ) isangrim, latinisirt Isengrimus, Isengrinus, ist in seinem ersten Theile ahd. isan Eisen, was auch für Schwert stehen kann, im zweiten entweder ahd. ll. ags. karim

grausam, jornwütig, oder von altn. grima = vorgebundene Larve ( dann Zaum), wie auch agf. grima Larve (S. Grimm's Reinh. Fuchs CCXLII.). Ini jener Zusammensebung wäre îsangrim grausam wie das schneidende Schwert, der Schwert, Eisenwütige; in der lebten aber bed. das Wort F. v. a. Eisenlarve, grinsende Schreckgestalt.

1361. Muße b aben. Müßig gehen. Müßig sein. Ü. Ledig von Beschäftigung sein. V. Müßig sein bez. dieß allgemein. Aber zunädst beb. müßig sein, wie müßig geben: ledig sein oder geben eines Dinges mit Meidung desselben“, 3. B. , Kriegsleut Tollen des Weins und der Weiber müeßig geben" (Puterbey b. Sd meller II, 638.). Die bey der Pieb in Arbeit stehn, - Die wird man fast beständig fehn – Der andern Arbeit müßig gebn“ (Fr. v. Logau, Sinnged. X, Dann müßig geben allgemein = ,, beschäftigungslos fich umber: bewegen“; aber vornehmlich gebraucht man das Wort in der Bed.:

sid), widerwillig gegen ernste Beschäftigung, tadelhafter Arbeitslosigkeit hingeben“, welder Begriff auch in dem Hauptworte Müßiggänger waltet, von dem man auch einen , geschäftigen Müßig gänger( Nr. 177.) in der Bez. eines unnüßer Weise sich viel zu schaffen machenden Nichtsthuers' fennt, wie ihn Phadrus (Fabul. II, 5.) beschreibt. Muße haben

Muße haben = ledige Zeit von pflichtmäßiger Beschäftigung oder Arbeit haben. Mancher 3. B. bat Muße und ist nicht müßig, noch viel weniger gebt er müßig; denn er benutt jene Muße zu nüglichen Arbeiten, die außer seinen pflichtmäßigen Beschäftigungen oder seinen Berufsgeschäften liegen. Über die Abstammung von Muß e s. müssen Nr. 1362.

1362. Müssen. Sollen. Ü. Wozu starf bestimmt wers den. V. Müssen = durch bewirkende Nöthigung wozu bes stimmt werden, diese Nöthigung, nach welcher das Bestimmte nicht anders kann, als es bestimmt wurde, mag nun eine physisde (natürlidhe) oder eine moralische (fittliche ) sein. 3. B. ,,Ergib dich drein! Wir handeln, wie wir müssen. - So laß uns das Nothwendige mit Würde, - Mit Festem Schritte thun“ (Schil ler, M. T. II, 2.). [Die Menschen ] ,, finden sich in ein verba: tes Müssen – Weit besser, als in eine bittre Wahl" (Derr., d. Piccol. I, 2.). Sollen = durch Obliegenheit wozu bestimmt werden, durch feste Bestimmung wozu gehalten sein. Wenn 3. B. der Dichter singt: ,,Gott will, wir sollen glüclich sein, - Drum gab er uns Gefeße" (Gellert), so ist hierin das Bestimmtwerden zum Glüdlichsein durch Obliegenheit ausgesprochen; aber es ist nicht ausgesprochen, daß wir glüdlich werden müssen, denn das würde unserm freien Willen zuwider sein. Der Befehlshaber einer belagerten Festung fann die Aufforderung der Feinde, er folle dieselbe übergeben, zurückweisen; aber wenn Hungersnoth in ihr eintritt und fein Ersaß zu hoffen ist, so muß er sie endlich übergeben. Es bedarf wohl faum der Erinnerung, daß sollen nur in Beziehung moralischer Bestimmungsgründe wozu gesagt wird ; denn wenn der Ausdruc auch von andern Dingen, als frei handelnden Wesen, gebraucht ist, so zeigt er doch Bestimmung des Dingen durch ein frei handelndes Wesen an. Ein Müller z. B., der haben will, daß seine Mühle geben soll, braucht nur das Schußbret aufzuziehen, so muß sie geben, wenn das Wasser einströmt. Beide Mörter zeigen indessen auch eine Nöthigung und eine Möglichkeit des Urtheils an. Müssen bez. sie schledytweg als durch das Urtheil des Sprechenden selbst, sollen aber als durch das Urtheil des Andern gegeben. So find z. B. ,,Er muß frank sein“ und „Er soll frank sein“ verschieden.

A 11 m. Das in seinem uo als ursprüngliche Präteritalform in der Gegenwart erscheinende Zeitwort müffell, goth. (ga-)môtan, ags, mộtan, and. muozan, niederd. mæten, ist in seiner ältesten Bed. ganz physisch s. v. a. Raum oder Platz oder Statt haben (locum habere), in sich auf: nehmen fönnen (b. Ulfilas Joh. 8, 37. II. Mart. 2, 2. = gr. x wysīv); dann = locum habere faciendi quid d. i. Raum haben etwas zu thun, dürfen , frei stehen (Im Ags. Joh. 19, 33.: • he bäd, þat he móste niman þäs hælendes lichaman. Im und. gibt Graff 11, 906. Belege ); « fönnen » und « mögen » (and. Belege 1. Graff II, 906 f. u. mhd. Gráve Rudolf J, 6. Berhiold, Predd. 147. u. oft); aber auch schou ahd. u. mhd., mit einer Wendung jener Begriffe, l. v. a. « durch Nöthi: gung bestimmt werden » (Notker im Boëthius und Aristotelis Organon bei Graff 11, 907. Wernher, Maria 50, 130.). Davon dann die Muße and. diu muoga,

Freiheit wozu oder worin ( Diut. II, 305 a. 306 a), Freiheit oder Ledigsein von Geschäften ( Diui. II, 303 a 11. s. w.), Möglichkeit (Graff II, 907.); jener ersten Bed. entspricht noch insbesondere ahd. müezen gerezlich erlaubt sein» (Mari. Capella b. Graff II, 906. ). Áber Schmelier II, 637. hat, was leichten übergang von ahd. muozan zur Hand geben kann, baier. die Muesz (leerer) Raum, spatium, 3. B.

a es ist Duesin der Kirchen, dem Wirthshaus - es ist nicht vou; eben so mueszig (ahd. muozic), 3. B. * es ist müeszig" = der Platz ist leer (Vocabular. v. 1618. ). Ju gleicher Bed. Scheint ahr, muoza in einer Glosse aus Gregor. cur, pastor. bei Graff II, 907. zu stehen. Dann muoza - geschäfísledige Beit. Müeßig aber landschaftl. auch bei Śch meller II, 638. 1. v. alus, außer Banden, ledig u. dgl. S012 len, b. Tatian nur in den Formen sal jou ui, sulut soût, und b. Notker sulen (aber sol soll aust. sal) für goth. skulan, alts. sculan, agr. scëaldan, altn, skulu, ahd. sculan (scolan), =schuldig sein, zur Obliegenheit haben; mhd. ist schullen durch süln fast ganz unterdrückt; neud. Ž. B. oberpfalzisch noch schollen, engl. i sball, östlich niederd. ik schäll. Auch sculan . süln schulden, zu entrichten verpflichtet seini. Aber schon goth., ahd., mhd., altr., agr. ii. aiti. dient das Zeitivort auch als Hilfswort, namentlich zur Umschreibung der zukünftigen Zeit, wie wir neuhochd. «werden» gebrauchen, und so auch im Mihd., wie noch holländ, engl., däni., schwed., zur Umschreibung der Vorgegenwart der unbestimmten Redeweise ( des conjunctiven Präteritums); neuhochd. jedoch hat das Wort meisten: Wetgand, Börterb. 0. deutsch. Syuonom. II.

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