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graphiez, réfléchissent au changement radical de la poli. tique intérieure que j'ai inaugurée, aux difficultés énormes que j'ai dû vaincre pour la réaliser, et aux avantages que le proletariat de toute l'Italie en a recueillis, ils comprendront qu'il n'est pas possible de soupçonner que je veuille, par de folles violences, compromettre un résultat aussi splendide, et ils se convaincront, j'en suis certain, de la nécessité de recommander le calme et d'éviter de regrettables violences qui compromettraient la cause de la liberté, le bien-être indispensable et le progrès matériel et moral des classes populaires.»

Nach unserem Dafürhalten ist eine unbedingte (ab. solue) Freiheit der Strikes ebenso wenig vorhanden, als jede andere unbedingte Freiheit, und es können nicht unter diesem Titel Störungen der öffentlichen Ruhe und Ord. nung und Beeinträchtigungen der Freiheit Anderer straf. los stattfinden, gegen welche der Staat seine Waffen von vornherein aus der Hand gibt. Man kann bloss sagen, dass die Erhaltung der Ordnung in erster Linie Sache der Polizeiorgane sei, und Truppen nur im Falle eines Nichtausreichens derselben gebraucht werden sollen, namentlich also nicht, solange der Strike nicht die nothwendigen Lebensbedürfnisse einer Stadt oder eines Landes betrifft, oder diejenigen, die sich nicht anschliessen wollen, mit Gewaltmassregeln bedroht. Hoffentlich wird sich mit der Zeit bei den Arbeiterführern die Ansicht geltend machen, dass mit diesem Mittel überhaupt wenig aus. zurichten ist; ihnen aber das Versprechen zu geben unter keinen Umständen Truppen aufzubieten, das wäre, wenn es ehrlich gemeint ist, eine Thorheit, sonst aber ein Spiel mit Worten, dem kein Werth beizulegen ist. Wie schnell jeder grössere Streik in Revolution, bei welcher dann das Versprechen keine Geltung hat, übergeht und wie schwer die Gränzlinie zwischen beiden Zuständen festzustellen ist, zeigten die letzten Vorgänge in Mailand, wo bereits eine eigentliche revolutionäre Nebenregierung bestand. Eine Zeitungsnotiz darüber lautete wie folgt:

«Milan, 19 sept. 4 h. après-midi. Les journaux n'ont pas pu paraître. La Chambre de travail exerce une véritable dictature sur la ville. Elle a supprimé d'un coup tous les journaux et n'autorise que la publication de son propre organe, le Bolletino dello Sciopero. Ce bulletin, dans un article intitulé «Le commencement de la dictature populaire», se félicite du fait que la Chambre de travail s'est emparée des pouvoirs publics au nom du proletariat et dirige actuellement le mécanisme administratif et politique de la ville. Pour entrer au Palazzo Marino, il faut être muni d'une carte de légitimation de la Chambre de travail. Pour exercer sa dictature cette chambre a à son service trois cents cyclistes à brassard rouge qui portent ses ordres dans tous les quartiers de la ville et qui, le soir, font rentrer les ivrognes et enlèvent leur armes aux chasseurs qui rentrent en ville.»

Die zahlreichen Italiener in der Schweiz nahmen an diesen Bewegungen auch einen stark demonstrativen Antheil. In Lugano wurde sogar das Wappen des italienischen Consulates herabgerissen, mit Füssen getreten und in den See geworfen. Wir haben daher alle Ursache, eine feste Hand der Regierung und keine der Zweideutigkeit ausgesetzten Versprechungen in unserem schönen Nachbarlande zu wünschen.

Oesterreichs Geschichte ist seit dem verfehlten Fürstentag von 1863, dem der Krieg von 1866 fast unfehlbar folgen musste, für immer festgelegt; es muss ein grosses östliches Reich in der Form eines ziemlich lockern Bundesstaates werden, das bis Konstantinopel reicht, und in welchem die Deutschen die edle, aber etwas undankbare Rolle spielen, die sie im russischen Reiche haben.

Es ist der wirkliche Erbe der unmöglich gewordenen europäischen Türkei und hat sich zu dieser Mission bereits in einem Vorspiel, in der sogenannten «Verwaltung» der beiden nominell noch türkischen Provinzen Bosnien und Herzegowina geeignet gezeigt. Im Innern herrscht Chaos. Der Kaiser musste in diesem Jahre wieder selber die Quoten der beiden jetzigen Reichstheile im Büdget der Gesammtmonarchie provisorisch festsetzen, da kein Einverständniss der Delegationen zu erreichen war. Damit kommt auf einem Umwege die absolute Monarchie wieder zu Ehren, wenn die konstitutionelle, wegen Mangel an Fähigkeit dazu, versagt. Den Ungarn, denen dies haupt. sächlich zuzuschreiben ist, hat der Kaiser, der schon viele ehemalige Gegner rehabilitiren musste, ihren historischen Hauptrebellen, Rakoczy, durch folgendes Schreiben an den dortigen Ministerpräsidenten begnadigen müssen:

«Lieber Graf Tisza! Unter den hervorragenden Gestalten der ungarischen Geschichte ist es einzig und allein Franz Rakoczy II., dessen Gebeine in fremder Erde ruhen, und die Heimführung seiner sterblichen Reste bildet einen wiederholt ausgesprochenen allgemeinen Wunsch der Nation. Wir danken der Vorsehung dafür, dass jene Gegensätze und Missverständnisse, welche durch lange Jahrhunderte schwer auf unseren Vorfahren lasteten, heute nur mehr die geschichtliche Erinnerung einer längst entschwundenen Epoche bilden. Das gegenseitige Vertrauen zwischen Krone und Nation und die friedliche Herrschaft der wiederhergestellten Verfassung haben zwischen Thron und Nation jene Harmonie geschaffen, welche die Voraussetzung einer erfolgreichen Thätigkeit bildet. Ohne alle Bitterkeit vermögen wir demnach an die weit hinter uns liegende düstere Epoche zu denken und in vereinter Pietät können König und Nation die Erinnerung an alle diejenigen aufsuchen, denen in diesen längst entschwundenen Kämpfen eine führende Rolle zu. gefallen ist. Infolgedessen weise ich Sie an, sich mit der Frage der Heimbeförderung der sterblichen Reste Franz Rakoczys II. zu beschäftigen, und ich erwarte Ihre diesbezüglichen Vorschläge. Wien, 18. April 1904.

Franz Joseph m. p. Graf Tisza m. p.»

Die angränzenden Staaten, Serbien '), Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Montenegro, nebst dem fast unab. hängigen, bloss unter türkischer Oberhoheit stehenden Albanesien, kann man ruhig als bloss provisorisch bestehende Gebilde betrachten, die in einem grösseren Bunde unter österreichischer Hegemonie Festigkeit suchen müssen. Mit dem Fürsten von Bulgarien ist Seitens der Türkei eine Art von Waffenstillstand folgenden Inhalts geschlossen worden, der zwar der Türkei wenig helfen wird.

«Das Fürstenthum Bulgarien verpflichtet sich, die Bildung revolutonärer Comites und bewaffneter Banden in seinen Provinzen zu verbieten und zu verhindern; ebenso mit der ganzen Strenge der bulgarischen Gesetze jene zu bestrafen, die nach Verübung aufrührerischer Handlungen in den benachbarten türkischen Provinzen sich nach dem südlichen oder nördlichen Bulgarien flüchten.

Bulgarien wird die Ausfuhr von Sprengstoffen, Giften und gesundheitsschädlichen Erzeugnissen in die benachbarten türkischen Vilajets verhindern.

Wie es in dem Vertrage bestimmt ist, wird den Türken im nördlichen und südlichen Bulgarien die freie

') In Serbien ist einstweilen Peter Karagiorgievic unter dem üblichen Gepränge zum König gekrönt worden, bis ihn wieder eine Revolution der Obrenovic beseitigen wird. Von den Vertretern der Mächte hielt sich der englische der Ceremonie fern. Religionsübung gestattet. Im Falle einer Vakanz der Muftistellen in Sofia oder an anderen Orten wird der Scheikh-ül-Islam in Konstantinopel von der Wahl eines neuen Muftis verständigt werden.

Die nach der Entente zwischen Russland und Oesterreich-Ungarn für die Vilajets Salonichi, Monastir und Sofia (Uesküb) bereits angeordneten Reformen müssen eingeführt werden. Ebenso muss die allgemeine Amnestie, die der Sultan in seiner grossen Milde befohlen hat, vollkommen ausgeführt werden. Alle jene Personen, die bis jetzt mittelbar oder unmittelbar in die Aufstandsbewegung verwickelt und als verdächtig verbannt oder für politische Delikte verurtheilt worden sind, werden be. gnadigt werden. Ausgeschlossen sind jene, welche sich des Dynamits zur Zerstörung von Dampfschiffen, Brücken, Eisenbahnen und öffentlichen Gebäuden bedient haben und bereits abgeurtheilt wurden.

Die Christen, die sich aus der Türkei nach Bulgarien geflüchtet haben und deren Besitzthum gelitten hat, werden bei ihrer Rückkehr in die Heimath von den türkischen Behörden bei dem Wiederaufbau ihrer Häuser unterstützt werden und ihren Grundbesitz zurückerhalten.

Ein Spezialabkommen wird wegen Auslieferung der Verbrecher und gewöhnlichen Deserteure getroffen werden, die sich aus der Türkei nach Bulgarien flüchten und umgekehrt. Um Briganten und Banden an Gränzüberschreitungen zu verhindern, werden Seitens der türkischen und der bulgarischen Regierung an der Gränze gemischte Civil- und Militärfunktionäre bestellt werden. Zugleich wird eine Kommission zur Regelung der beiderseits schwebenden Fragen gebildet werden und sofort ihre Arbeiten beginnen.

Die unlängst gegen die Sendungen aus Bulgarien verfügten Zollmassnahmen werden zurückgenommen und durch die früheren Bestimmungen ersetzt. Die Gränzsicherheit muss verstärkt werden. Der Eisenbahnverkehr muss unbehindert sein, und es wird den mit gültigen

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