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Wir können nichts dafür, wenn dieser Jahresbericht, ganz gegen unsern Wunsch und Willen, eine etwas düstere, fast pessimistische Färbung angenommen hat, die sonst unserer Lebensauffassung nicht angehört. Woher sollte aber auch Helligkeit und Fröhlichkeit kommen unter dem beständigen Eindruck eines der furchtbarsten Kriege der Weltgeschichte, in welchem grössere Massen von Menschen, nebst ihren armen Thieren, als jemals seit Attila oder Tschingischan, einander nahe gegenüberstehen, ausgerüstet mit allen Mordwerkzeugen moderner Erfindungsgabe, und Hunderte, ja Tausende, täglich auf Schlachtfeldern verbluten, oder in Spitälern dahinsterben, ohne Trost, ja selbst ohne die Ueberzeugung, dass sie ihr Leben für eine wirklich grosse und nothwendige Sache geopfert haben. Und der gleiche Wille der allein über Krieg und Frieden entscheidenden kleinen Gruppe von Menschen, der sie auf diese Schlachtfelder schickte, kann und wird vielleicht morgen den Krieg auch nach andern Weltgegenden, selbst bis an die Gränzen unseres eigenen Vaterlandes verpflanzen. Allem dem stehen die sämmtlichen civilisirten Völker Europa's hülflos und rathlos, als blosse Zuschauer, gegenüber und lassen, Eines nach dem andern, das gleiche Elend auch über sich kommen. Der Boerenkrieg machte den Anfang, dieser Krieg ist der Fortgang, welches wird der nächste, und sodann das Ende sein? Noch am Schlusse des Oktober zeigte der Vorfall an der Doggerbank bei Hull, auf wie schwachen Füssen auch der europäische Friede steht, und dass ein Krieg zwischen Russland und England auf die Dauer kaum mehr zu vermeiden sein wird. Sicher erscheint uns dann in diesem Falle die Allianz Deutschlands mit Russland, möglich auch sogar die Japan's, wenn der gegenwärtige Krieg überwunden ist und der künftige nicht zu früh eintritt. Zweifelhaft hingegen die Frankreichs, das allmählig immer mehr nach der englischen Seite gleiten wird. Dann würde sich aber auch unsere Situation viel ernster gestalten, und wir haben überhaupt alle Ursache, sie schon jetzt mit vollem Ernst, ohne leichtfertigen Optimismus aufzufassen.

Unzweifelhaft ist die Spielerei mit Kunst, Festen und Verbrüderungen der Völker, die uns auch längere Zeit hindurch stark beschäftigte, im Vorübergehen begriffen. Der Krieg von 1904 zeigt den Völkern wieder, dass das Leben im Wesentlichen doch ernst ist und nie auf längere Zeit hinaus bloss heiter und farbenfreudig sein kann.

Und den Mächtigen unter ihnen wird er zu zeigen beginnen, dass noch eine Macht über ihnen steht, die sie nicht einfach auf alle Zeiten hinaus so fortmachen lassen wird, ohne jedes Erbarmen mit den vielen Millionen, die sich dabei nicht glücklich fühlen können.

«Ich will das Verlorne nun wieder suchen
Und das Verirrte zurückführen,
Das Verwundete verbinden, und
Der Schwachen warten.
Aber was fett und stark ist, das will ich vertilgen,
Und will es weiden mit Gericht.»

Beilagen.

Beilage J. Rede des Bundespräsidenten Comtesse am Schützenfest

in St. Gallen. Je vous apporte, chers confédérés, le salut du Conseil fédéral dans ce jour de fête traditionnel qui rassemble sous le drapeau fédéral le peuple suisse et ses magistrats.

Peuple et magistrats, nous ne venons pas seulement dans cette fête pour manifester les sentiments de fidélité et d'amitié qui unissent les confédérés.

Nous obéissons encore à une autre pensée: celle d'affirmer la volonté du peuple suisse de vivre, de durer, de prospérer, libre et heureux, non pas de par la tolé. rance et la protection des autres, mais de par lui-même, de par sa vigilance, son énergie, ses vertus civiques et militaires.

Nous obéissons à cette pensée d'affirmer que nous sommes capables de par nous-mêmes de nous faire res. pecter et de nous garantir ces deux biens indispensables pour qui veut vivre et prospérer, la sécurité et l'indépendance, et que le souci de notre sécurité et de notre défense est et doit rester le premier et le plus sacré de nos devoirs.

C'est ainsi qu'il faut interpréter la pensée de ces milliers de tireurs qui sont accourus dans cette fête de toutes les parties du pays pour rivaliser d'habileté dans l'art du tir, dans le maniement de notre arme nationale, dans la préparation à leur devoir militaire, à la défense du pays! C'est bien la signification élevée et patriotique du spectacle que nous sous les yeux de notre nation de soldats citoyens, de notre nation armée, tou. jours prête à défendre ses institutions et l'intégrité de son sol!

Il ne nous est sans doute pas défendu de rêver à des jours meilleurs, de regarder vers ce noble idéal de la paix universelle et de la fraternité des peuples! Nous

avons

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