Ludwig Tieck's Schriften, Volume 27

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G. Reiner, 1854
 

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Page 112 - Das Beste in dieser Art ist nur Schattenspiel, und das Schlechteste ist nichts Schlechteres, wenn die Einbildungskraft nachhilft.
Page 116 - Ja, denken foll der Mensch in dieser Zeit der Buße über die Geheimnisse und hochwichtigen Gegenstände. Der Wächter, der Löwe rechts sieht dem Beschauenden gerade ins Gesicht, als spräche er: Schaue > denke, erwäge! Jener...
Page 328 - ... Juste milieu» statt des Romantischen ist ihre ausdrückliche Losung. Aber Tiecks Ideal ist literarische Reminiszenz, wie der ganze Stoff dieser «Mährchen-Novelle». Die Macht des Gewöhnlichen bleibt bestehen, und so tröstet er sich schließlich mit dem Glauben, eine neue Form geschaffen zu haben: «Weder die Regel des Aristoteles, noch irgend eine bis jetzt bekannt gewordene Regel paßt auf eine Novellen-phantastische Komödie.
Page 131 - Mondes schwebte geheimnisvoll über den Bäumen und Gebüschen, der Jupiter stand am Himmel, Venus war unlängst aufgegangen und strahlte hell, das Rosenhäuschen stand im Grase unter dem Fenster, kein Licht im Zimmer brannte, und der begeisterte Heinzemann lauschte, sein Hörnchen am Ohr, nach den Gräsern hinunter. Er vernahm ein feines Schrillen, ein lieblich tönendes Flüstern, es war ihm, als wenn die Mondstrahlen ein vertrauliches Gespräch mit einem verirrten Schmetterling und einer verspäteten...
Page 117 - Ganzheit besteht. Die Löwen selbst aber stehn in der Luft, ohne alle Basis, auf die sie den Fuß setzen könnten. Wahrlich! groß gedacht! Nicht von der Erde, vom Irdischen kann dieses Verständnis ausgehn, es ruht ganz auf sich selbst, hat in sich Genüge und verschmäht, was die gewöhnlichen Menschen Dauer und Festigkeit nennen.
Page 114 - Altertum angemessen ; ja, in Ansehung der einfachen Darstellung, der fast steifen Symmetrie, und der tiefsinnigen und mystischen Symbolik, prägt es den Charakter der allerältesten Kunstperiode aus.
Page 115 - ... heutzutage, die in der Mitte zusammengewachsenen Augenbrauen eines Menschen > ein Räthsel < heißen. / Dieses Räthsel — was kann es anders seyn, als die Tiefe des Lebens selbst ? / Und wie, womit, ward dieses von jeher angedeutet ? : Die nährende Erde, die Mutter, Demeter, das Weizenkorn im Gleichnis sowohl wie in der Wirklichkeit, ward von den ältesten Zeiten her als mystisches Symbol dem Menschengeiste gegenwärtig.
Page 171 - Legationsrath! die Musen sprechen aus Ihrem Munde. Sie glauben nicht, ich darf mich wohl etwas dessen rühmen, wie viele Langeweile ich den Menschen schon gemacht habe. Selbst meine Neider mußten gestehen, wenn sie eins meiner Dramen gesehen hatten, die manchmal in der Residenz gespielt wurden, daß ihnen die drei Stunden der Vorstellung wenigstens so lang wie zehn geworden wären. Nun bedenken Sie einmal den Gewinn und Ueberschuß von Zeit und Leben.
Page 121 - Alles symbolisch wird, so kann ja jeder Hausvater oder jeder etwas gebildete Metzger, so oft ein Ochse geschlachtet wird, an den Minotaurus denken, damit auf diese Weise immermehr die Poesie in das Leben gezogen werde und dieses durch sie Bedeutung erhalte.
Page 115 - ... Charakter der allerältesten Kunstperiode aus. / Wir sehen : den Mittelpunkt des Gemäldes macht das Backwerk, welches wir im gemeinen Leben eine Bretzel nennen. Scheinbar ein geringfügiger Gegenstand; den aber der sinnige alte Künstler, welcher seinen Dante gewiß studiert und begriffen hatte, so braucht, daß wir an das Größte und Bedeutendste durch ihn erinnert werden.

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