Goethes Werke: Vollstandige Ausgabe letzter Hand, Volume 11

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Page 93 - Wer reitet so spät durch Nacht und Wind ? Es ist der Vater mit seinem Kind; Er hat den Knaben wohl in dem Arm, Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm. Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht ?Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht? Den Erlenkönig mit Krön und Schweif? Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. »Du liebes Kind, komm, geh mit mir! Gar schöne Spiele spiel ich mit dir; Manch bunte Blumen sind an dem Strand, Meine Mutter hat manch gülden Gewand.
Page 93 - Was Erlenkönig mir leise verspricht? Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind; In dürren Blättern säuselt der Wind. „Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn? Meine Töchter sollen dich warten schön; Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn, Und wiegen und tanzen und singen dich ein.
Page 294 - NATUR UND KUNST sie scheinen sich zu fliehen, Und haben sich, eh man es denkt, gefunden; Der Widerwille ist auch mir verschwunden, Und beide scheinen gleich mich anzuziehen. Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen! Und wenn wir erst in abgemeßnen Stunden Mit Geist und Fleiß uns an die Kunst gebunden, Mag frei Natur im Herzen wieder glühen.
Page 294 - So ist's mit aller Bildung auch beschaffen. Vergebens werden ungebundne Geister Nach der Vollendung reiner Höhe streben. Wer Großes will, muß sich zusammenraffen. In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister, Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.
Page 64 - FEIGER Gedanken Bängliches Schwanken, Weibisches Zagen, Ängstliches Klagen Wendet kein Elend, Macht dich nicht frei. Allen Gewalten Zum Trutz sich erhalten, Nimmer sich beugen, Kräftig sich zeigen Rufet die Arme Der Götter herbei.
Page 94 - Reihn Und wiegen und tanzen und singen dich ein." Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort Erlkönigs Töchter am düstern Ort? — Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau: Es scheinen die alten Weiden so grau. — „ Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt; Und bist du nicht willig, so brauch
Page 342 - Mannigfaltge vorzutragen, ist uns Pflicht, Damit ein jeder finden möge, was behagt, Was einfach, rein natürlich und gefällig wirkt, Was allgemein zu jedem frohen Herzen spricht; Doch auch das Possenhafte werde nicht verschmäht: Der Haufe fordert, was der ernste Mann verzeiht.
Page 347 - Wer Mut sich fühlt in königlicher Brust, Er zaudert keineswegs, betritt mit Lust Des Stufenthrones untergrabne Bahn, Kennt die Gefahr und steigt getrost hinan; Des goldnen Reifes ungeheure Last Er wägt sie nicht; entschlossen, wie gefaßt, Drückt er sie fröhlich auf das kühne Haupt Und trägt sie leicht, als wie von Grün umlaubt. So tatest du.
Page 327 - Nun, dächten wir, die wir versammelt sind, Euch manches Werk der Schauspielkunst zu zeigen, Nur an uns selbst, so träten wir vielleicht Getrost hervor und jeder könnte hoffen, Sein weniges Talent euch zu empfehlen. Allein bedenken wir, daß Harmonie Des ganzen Spiels allein verdienen kann Von euch gelobt zu werden, daß ein jeder Mit jedem stimmen, alle mit einander Ein schönes Ganzes vor euch stellen sollen : So reget sich die Furcht in unsrer Brust.
Page 104 - Er ging um die Kirch dreimal und vier. Der Wassermann in die Kirch ging ein, Sie kamen um ihn, groß und klein. Der Priester eben stand vorm Altar : «Was kommt für ein blanker Ritter dar ? » Das schöne Mädchen lacht in sich: «O war der blanke Ritter für mich!» Er trat über einen Stuhl und zwei : «O Mädchen, gib mir Wort und Treu!» Er trat über Stühle drei und vier: «O schönes Mädchen, zieh mit mir!

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