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fügungen darüber zu treffen oder mit andern Ständen freiwillige Konkordate zu errichten.

4) Weder dem Kanton Schwyz noch einem andern wird ein stehendes Kontingent und Militär anfgebürdet. Die Eidgenossenschaft unterhält und besoldet keine stehenden Truppen, sondern ruft bloss in Zeiten von äusserer oder innerer Gefahr die Mannschaftskontingente der Kantone unter die Waffen, welche, sobald diese Gefahr auf hört, wieder in ihre respektiven Kantone entlassen werden.

5) Eine Revision der Skala der Geldbeiträge soll, nach $ III des Bundesvertrages, auf der nächsten ordentlichen Tagsatzung geschehen und nachher von zwanzig zu zwanzig Jahren erneuert werden. Wenn der Stand Schwyz bei solchen Gelegenheiten einen Wunsch anzubringen hat, so kann er versichert sein, bei seinen Miteidgenossen alle Rücksichten der Billigkeit zu finden. Uebrigens hat nie der Gedanke obgewaltet und es ist auch keine Rede davon, den Geldbeitrag des Kantons Schwyz zu erhöhen.

Nach solchen bestimmten und, wie wir hoffen, völlig beruhigenden Erklärungen glauben wir den Beitritt des Kantons Schwyz zum eidgenössischen Bund als unbedingt und gänzlich vollendet betrachten zu können. In dieser Ueberzeugung werden wir Euch stets Beweise unserer aufrichtigen eidgenössischen Freundschaft und Hochachtung geben, womit wir Euch, nebst uns, in den Schutz des Allerhöchsten getreulich empfehlen. Zürich, den 16. Mai 1815. Der Bürgermeister des Kantons Zürich, Präsident der Tagsatzung. »

(Absch. III, 51.) Auch die Innerrhoder machten ihre Reservate mit dem gleichen feierlichen Ernste, wie die Krone Bayern bei der Gründung des deutschen Reiches, und erhielten am 3. Juni ebenfalls einige beruhigende

Worte (Absch. III, 53 u. 55). Am 4. Juli konnte nun endlich die diplomatische Kommission ihren Bericht über die Revision des Verfassungsentwurfes vom 16. August 1814 abgeben, wie solche durch den seitherigen Beitritt der drei neuen Stände und die Wienererklärung vom 20. März 1815 nöthig geworden war, mit dem Schlussantrag, nunmehr die feierliche Annahme des neuen Bundes auf den 7. August anzuberaumen. Der Beschluss der Tagsatzung vom 1. August, der sofort allen Standesregierungen mitgetheilt wurde, lautete wie folgt: « Beschluss der Tagsatzung über die Feierlichkeit

des Bundesschwurs. 1) Den 7. August, als an dem für die Beschwörung des Bundes festgesetzten Tag, werden sich die Gesandtschaften pünktlich um 9 Uhr Morgens in dem gewöhnlichen Sitzungssaal der Tagsatzung versammeln.

2) Die Bundesurkunde, vom gleichen Datum, soll auf Pergament ausgefertigt werden und zwar in der Form eines mit seidenen Schnüren zusammengeknüpften Heftes, deren Enden unter dem Abdruck des neuen eidgenössischen Staatssiegels an einer hangenden Kapsel zusammenlaufen. Nach dem Text des Bundesvertrages kommt ein Schlussartikel, wodurch bezeugt wird, dass am 7. August 1815 diese Urkunde von den Gesandten, im Namen und aus Auftrag der hohen Stände, mit ihren eigenhändigen Unterschriften und respektiven Familiensiegeln versehen und durch einen feierlichen Eid bekräftigt worden sei, nämlich:

Im Namen des Kantons Zürich.
Im Namen der Stadt und Republik Bern.

Im Namen der Stadt und Republik Luzern etc. und so weiter für die XXII Stände, nach der durch den Bundesvertrag festgesetzten Ordnung. Unter dem Namen eines jeden Kantons wird der nöthige Platz gelassen, damit die Gesandtschaft ihre Unterschrift und Siegel hinzufügen könne.

3) Nach erfolgter Unterzeichnung und Besieglung des Bundes wird sich die Tagsatzung in feierlichem Zug in die Grossmünsterkirche verfügen; die Standesfarbe von Zürich eröffnet den Zug, dann folgen:

die Farben der andern Kantone, je zwei und zwei, nach der Rangordnung;

der Grossweibel der Tagsatzung mit der Urkunde des Bundesvertrages ;

die eidgenössische Kanzlei;

der Präsident der Tagsatzung und die Gesandtschaft von Zürich;

die Gesandtschaften der andern Stände nach der Rangordnung

Die in Zürich anwesenden und zur Begleitung der Gesandtschaft bestimmten Stabsoffiziere schliessen den Zug.

4) Die in Zürich anwesenden Minister fremder Mächte, oder, in ibrer Abwesenheit die Legationssekretäre, welche ad interim Geschäftsträgerstellen versehen, werden durch das Präsidium der Tagsatzung eingeladen, dieser Frier beizuwoh

Die Regierung des hohen Standes Zürich ist ersucht, die Herren Minister durch eine Magistratsperson in ihrer Wohnung abholen und in die Grossmünsterkirche begleiten zu lassen.

Den fremden Gesandtschaften werden auf der rechten Seite des Kreises ohne Rangsbezeichnung Ehrenplätze angewiesen, wo sie nach Belieben ihren Sitz nehmen werden.

5) Nachdem die Tagsatzung wird versammelt sein, eröffnet der Bürgermeister von Zürich, Präsident der Tagsatzung, die Feier des Bundesschwurs durch eine den Umständen angemessene Anrede; die Kanzlei liest hierauf die Bundesurkunde ab; hierauf stehen alle Gesandtschaften und anwesenden Personen auf, um folgenden Eid ablesen zu hören:

nen.

Wir, die Gesandten der XXII souveränen Stände der Eidgenossenschaft, im Namen und als Bevollmächtigte der Bürgermeister, Schultheissen, Landammänner, Häupter, Landeshauptmann, Staatsräthe, Syndics, Kleinen und Grossen Räthe und ganzen Gemeinden der hohen Stände: Zürich, Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden ob dem Wald, Glarus, Zug, Freiburg, Solothurn, Basel, Schaffhausen, Appenzell der äussern und innern Rhoden, St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin, Waadt, Wallis, Neuenburg und Genf schwören:

Den Bund der Eidgenossen, laut Inhalt der soeben verlesenen Urkunde vom 7. August 1815, wahr und stets zu halten und dafür Leib und Leben, Gut und Blut hinzugeben; die Wohlfahrt und den Nutzen des gesammten Vaterlandes und jedes einzelnen Standes nach besten Kräften zu fördern und deren Schaden abzuwenden; in Glück und Unglück als Brüder und Eidgenossen mit einander zu leben und Alles zu leisten, was Pflicht und Ehre von treuen Bundesgenosseu fordert.

Worauf die Gesandtschaften mit lauter und vernehmbarer Stimme die Worte nachsprechen:

Was der so eben vorgelesene Eid enthält, das wird mein hoher Stand, der mich hieher gesandt, halten und vollziehen, getreulich und ohne Gefährde: das betheure ich bei Gott dem Allmächtigen, so wahr mir seine Gnade helfen möge (und alle Heiligen).

6) Nach beendigter Feierlichkeit begleiten die Gesandtschaften den Präsidenten der Tagsatzung bis zu seiner Wohnung

7) Die weitern bei Anlass dieser Ceremonie zu treffenden militärischen und iibrigen Anordnungen sind der Fürsorge der Regierung des Kantons Zürich überlassen.

8) Die Tagsatzung stellt es den Regierungen der XXII Stände anheim, ihrerseits durch angemessene Verfügungen ihren Angehörigen anzukündigen, dass der Bundesvertrag

zwischen den Eidgenossen am 7. August unterzeichnet, besiegelt und beschworen werde. » (Absch. III, 116–117.)

Einige Gesandtschaften hatten vorgeschlagen, dieses wichtige Ereigniss auch dem Schweizervolke, das doch auch gewissermassen dabei interessirt sei, in einer Proklamation mitzutheilen. Man fand aber, es würde «wegen Kürze der Zeit schwer halten, hiefür die nöthige Einmüthigkeit zu finden. Das schweizerische Volk blieb also ein müssiger Zuschauer des Schauspiels, das sich nun mit würdiger Feierlichkeit am 7. August in Zürich vor seinen Augen vollzog. Der Originalbericht darüber ist folgender :

« Bundesschwur am 7. August 1815. Nachdem die Gesandtschaften der XXII verbündeten Stände der Schweiz, nach Anleitung des Tagsatzungsbeschlusses vom 1. August, sich am 7. August Morgens um neun Uhr in dem gewöhnlichen Sitzungssaal der Tagsatzung auf der Meisenzunft versammelt hatten, wurde die Urkunde des neuen Bundesvertrags auf Pergament von sämmtlichen Gesandtschaften und Legationsräthen eigenhändig unterschrieben und mit ihren respektiven Familienwappen versehen. Hierauf verfügten sich die Gesandtschaften der XXII Stände in feierlichem Zug, unter Glockengeläute und Artilleriesalven, zwischen den in Reihen aufgestellten Zürcherischen Kantonsmilizen nach der Grossmünsterkirche in der durch oberwähnten Beschluss vorgeschriebenen Ordnung: nämlich voran die Standesfarbe von Zürich, dann die Farben der andern Kantone, der Grossweibel mit der Bundesurkunde, die Kanzleibeamten, endlich der Zug der Gesandtschaften von den Hohen Staats- und Stadtbehörden des Vororts Zürich empfangen. Eine schöne und zweckmässige Vokal- und Instrumentalmusik begann, während die Gesandtschaften ihre Plätze einnahmen. Die in Zürich anwesenden Minister von

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