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bronn zu schicken, in welch letzterem Orte ich mein Hauptquartier nehme.

Schwarzenberg.

Zurich, le 26 avril 1815. Mon Prince ! J'ai l'honneur d'annoncer à votre Altesse mon arrivée à Zurich dans la soirée d'hier. Dès les premiers moments, j'ai été rassuré sur la situation de la Suisse, car Monsieur Canning avait jeté l'alarme à Munich, en demandant à la cour de Bavière, par l'entremise du ministre anglais, monsieur Rose, de prompts secours en artillerie et cavalerie, croyant la Suisse menacée d'une invasion de la part des Français. Monsieur de Schraut aura déjà eu l'honneur d'informer Votre Altesse.

J'ai remis ce matin à monsieur le président de la Confédération helvétique la dépeche de Votre Altesse, ainsi que celle de monsieur le prince de Schwarzenberg. Il m'a exprimé en termes généraux l'adhésion de la Suisse aux principes des puissances alliées, et son désir de mériter la confiance qu'elles lui témoignent.

J'ai l'honneur d'envoyer ci-joint à votre Altesse la copie de mon rapport à monsieur le prince de Schwarzenberg, contenant un plan de dispositions pour la défense de la Suisse, qui, si je réussis à le faire accepter, trouvera, j'espère, d'autant plus l'approbation de Votre Altesse, qu'il nous rapproche successivement, d'après ses ordres, du but proposé, sans épouvanter l'humeur inquiète des Suisses et sans alarmer la France

Je supplie Votre Altesse d'agréer l'assurance de mon profond respect.

Steigentesch. Seiner Durchlaucht dem en chef komman

direnden Herrn Feldmarschall Fürsten von Schwarzenberg.

Zürich, den 27. April 1815. Ich habe die Ehre, Eurer Durchlaucht zu melden, dass ich vorgestern bier ankam. Die Gefabr eines nahen Angriffs auf die Schweiz hat sich hier glücklicherweise nicht bestätigt. Eine Depesche des englischen Ministers Canning an seinen Kollegen in München und eine dringende Aufforderung an die bayrische Regierung, die Schweiz schleunig mit Kavallerie und Artillerie zu unterstützen, hatten diese Gefahr sehr wahrscheinlich gemacht und mich bewogen, an den Fürsten Hohenzollern zu schreiben, um ihn in diesem Falle zu einer thätigen Hülfe für die Erhaltung der Schweiz aufzufordern. Herr v. Schraut batte ihn schon vor meiner Ankunft über die Lage der Schweiz beruhigt.

Die an den Grenzen der Schweiz aufgestellten Truppen bestehen nach den neuesten Nachrichten, in Grenoble, aus 1 Bataillon Sappeurs, 2 Bataillons Artillerie zu Fuss, 1 Regiment reitender Artillerie (bei dieser Anhäufung von Artillerie auf einem Punkte scheint mir ein Irrthum in den Zahlen zu sein, oder sie ist bestimmt, einem Truppen-Korps, das sich hier bilden soll, anzugehören), aus dem 36. Linien-InfanterieRegiment, und 1 Bataillon des 83. Regiments. Besançon wurde eilig mit Lebensmitteln versehen; eine hinlängliche Besatzung wurde dort erst erwartet; ebenso zu Belfort, wo bis jetzt erst die Nachricht angekommen war, dass sich ein Korps von 25,000 Mann, unter Lecourbe, dort versammeln sollte. Die Besatzung von Hüningen besteht aus 4000 Mann, die vorgestern durch zwei Kompagnien Artillerie verstärkt wurde. Der Landammann will die Nachricht haben, dass die Linientruppen in allen diesen Festungen grösstentheils durch Kohorten ersetzt werden sollen, um die Armeen zu verstärken, die allen Nachrichten zufolge in den zwei Richtungen, gegen Lille und Mainz, aufgestellt werden.

Eine Nachricht in den französischen Blättern ernennt den Kriegs-Kommissär Sachetti zum Unter-Inspektor der piemontesischen Truppen, die sich in Chalons-sur-Saone bilden. Diese Truppen, die wahrscheinlich aus den Missvergnügten bestehen, die Piemont bei dem Antritt der königlichen Regierung verliessen, scheinen mehr durch ihren Namen, als durch ihre Zabl, schrecken zu sollen. Auch die Truppen, die nach den Zeitungen über Lyon nach Chambéry ziehen, sind dort noch nicht angekommen.

Der Landammann, dem ich gestern die Schreiben Eurer Durchlaucht und des Fürsten von Metternich übergab, antwortete mir in allgemeinen Ausdrücken, dass die Schweiz ganz mit den Grundsätzen der hohen Mächte einverstanden sei und sich bemühen werde, ihr Vertrauen zu erhalten und zu rechtfertigen.

Mein Aufenthalt ist noch zu kurz, um eine eigene Ansicht über die Stimmung des Landes, seine Hülfsmittel und die Aufstellung der Truppen zu haben. Den Plan, den ich mir daher über meine Sendung entworfen habe und der, wie ich glaube, die Hauptpunkte meiner Instruktionen erfüllt, wird eine nähere Kenntniss des Landes und der Menschen in einzelnen Theilen berichtigen; aber ich glaube, dass er uns, ohne Aufsehen zu erregen und sicher, unserm Zwecke näher führt

Nach dem, was ich von der Aufstellung der SchweizerTruppen höre, scheinen wir alle Streitkräfte zu vereinzelt dazustehen. Dieses unglückliche Cordon-System, das überall zu schwach ist, dem Andrang, selbst einer kleinen Macht, zu widerstehen, muss vor allen Dingen aufgehoben werden. Die Truppen der kleinen Kantone, mit den Gebirgen bekannt, müssen die Engpässe des Jura und die Bergkette hinter Basel besetzen ; die Walliser den Pass von St. Maurice, der die Strassen über den Bernhard und den Simplon deckt, wo, wie bekannt, 1000 Mann eine grosse Macht tagelang aufhalten können. Die übrigen Truppen, unter denen die aus Frankreich kommenden die nächstens eintreffen und die im Auslande gedienten den Kern bilden, müssen in eine grosse Masse zusammengezogen und in der Mitte der beiden Endpunkte der Schweiz, zwischen Genf und Basel, aufgestellt werden. Aarberg, Murten oder Payerne scheinen mir hiezu die richtigsten Punkte, besonders der letzte, der Genf näher ist, da Basel durch die sich immer mehrenden Truppen in Deutschland mit jedem Tage mehr gesichert wird. Die bei Genf aufgestellten Truppen müssen mit denen dort in der Nähe befindlichen sardinischen, sowie die bei Basel mit den badischen Truppen in Verbindung stehen, um im Fall eines Angriffs mit vereinter Kraft zu wirken. Eine nähere Ansicht wird mich überzeugen, in wie weit man sich auf die Mitwirkung der sardinischen Truppen verlassen darf. Auf jeden Fall kann ein thätiger Gebirgskrieg von dieser Seite den Feind mehrere Tage lang aufhalten, und zwei bis drei starke Tagmärsche sind hinreichend, die ganze Masse der Schweizer Kräfte auf dem einen oder dem andern bedrohten Punkte zu versammeln. Wir gewinnen

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bei dieser Aufstellung zugleich, dass eine Ordonnanz-Linie durch die ganze Schweiz gezogen wird, welche die Verbindung der deutschen und italienischen Armee beschleunigt, und die durchaus in einem Lande nöthig ist, dem alle PostAnstalten fehlen. Zur grösseren Sicherheit der vorgeschobenen Truppen werde ich dann vorschlagen, einige Punkte zu befestigen, um sie gegen einen Ueberfall zu sichern. Diese befestigten Punkte dienen später dazu, bei dem Vorrücken der Verbündeten ihre Magazine dort anzulegen und so die kürzere Zufuhrlinie zu sichern. Alle diese Vorbereitungen werden beendigt sein, bis die Operationen der grossen Armee anfangen ; erscheint diese an den Grenzen der Schweiz, so gehen alle Unterhandlungen schnell ; das, was

man haben wollte, ist geschehen, und nur so lässt sich nach meiner Ansicht die Schweiz zu grossen militärischen Zwecken benutzen. Alle Forderungen, die jetzt an die Tagsatzung gemacht werden könnten, würden in Ueberlegung genommen, öffentlich bekannt; unsere Absicht, die Schweiz in den grossen Kampf zu verwickeln, sichtbar, und die Franzosen auf die Gefahr aufmerksam gemacht, die sie von dieser Seite bedroht, würden vielleicht alle Kräfte aufbieten, ehe die Armeen der Verbündeten an ihren Grenzen versammelt sind, sich wenigstens eines Theils der Schweiz, und so der kürzeren Verbindung zwischen Deutschland und Italien zu bemächtigen.

Ich werde suchen, hier meinen Gründen über die neue Truppen-Aufstellung bei der Regierung Eingang zu schaffen, dann nach Bern zum General Bachmann eilen, um die Ausführung dieses Planes zu beschleunigen.

Von dem Geiste der aus Frankreich zurückkebrenden Schweizer-Truppen lässt sich Alles erwarten. Euer Durchlaucht wird es bereits bekannt sein, dass, als man die Offiziere dieser Regimenter von den Gemeinen trennte, um diese nachgiebiger zu machen, die Unteroffiziere zusammentraten, unter sich, vom Obersten an, alle Offizierstellen besetzten, die Gemeinen ibnen Gehorsam und zugleich versprachen, wenn diese neu gewählten Offiziere wieder von ihnen getrennt würden, sie durch eine neue Wahl zu setzen, um von ihnen in ihr Vaterland zurückgeführt zu werden. So bekannt diese Thatsache auch ist, so wiederhole ich sie doch gern als einen Zug von Ehre und Treue, die

um

ver

er

in dem Lande, wo diese Handlung geschah, nur noch von den Fremden gekannt zu sein scheint.

Der neapolitanische Geschäftsträger Simonetti ist noch in Bern, und obwohl er von der Tagsatzung in seiner diplomatischen Eigenschaft bei allen Mittheilungen übergangen wird, so ist Herr v. Schraut doch mit mir übereingekommen, seine gänzliche Entfernung zu verlangen, denn es ist unmöglich, bei dem Anfang der Operationen einen Menschen von so anerkannter Thätigkeit für seine Sache in dem Rücken der Armeen zu dulden. Der Güte und den Einsichten des Herrn v. Schraut verdanke ich jeden Schritt, der mich bisher meinem Ziele näher führte, und von ihm unterstützt, hoffe ich bei seinem Eifer für die Sache, der wir angehören, und seiner Thätigkeit und seinen Einsichten, die ihn auszeicbnen, die Befehle Eurer Durchlaucht grösstentheils zu vollziehen, die den Zweck meiner Sendung ausmachen. S. D. dem Fürst von Schwarzenberg.

Zürich, den 29. April 1815. Ich bätte sehr gewünscht, diesen Bericht bereits aus Bern zu datiren ; aber die Krankheit unserer Zeit zu überlegen, statt zu handeln, scheint in diesem Lande entstanden zu sein. Ich habe mich darauf beschränkt, die Regierung zu ersuchen, mit dem General Bachmann alle Massregeln festsetzen zu dürfen, welche die Aufstellung der Truppen und die Sicherheit der Schweiz nöthig machen, ohne über den Marsch jeder Kompagnie erst die Erlaubniss der Tag. satzung immer erwarten zu müssen. Wenn ich diess nur bald erlange, so hoffe ich, in Bern handeln zu können, da ich hier meine Zeit mit Besuchen und Förmlichkeiten verliere.

In Basel ist noch jetzt die Niederlage der französischen Offiziere. Der Präfekt des Oberrheins, Desportes, hält dort seinen Agenten Blanchard, um den sich hauptsächlich alle Fabrikarbeiter der Schweiz sammeln, die bei der Sperre des Kontinents gewinnen, und diess sind zum Theil die Menschen, durch die Frankreich auf die öffentliche Meinung in der Schweiz wirkt. Ich habe die Regierung auf diesen Unfug und die schlechte Polizei in Basel, die nichts hindert und alles zulässt, aufinerksam gemacht, da Vorsichtsmassregeln dieser Art in dem Kreise einer Armee, zu dem Basel gehört, durchaus nöthig sind. Ich schreibe darüber heute noch

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