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Haubitzen armirt wurde. Die k. österreichische Artillerie bediente die sechs beendigten Batterien der Parallele, die Haubitzen-Batterie Nr. 10 und die früher gegen die Abbatucci-Schanze errichtete Mörser- und Haubitz-Batterie Nr. 13 nebst einer auf dem linken Ufer ebenfalls gegen

die Abbatucci-Schanze errichteten Demontir- und einer Mörser-Batterie.

Um 10 Uhr Vormittags ward, dem Befehl Seiner kais. Hoheit gemäss, von der schweizerischen Batterie Nr. 8 das Signal zum Feuer für alle armirten Batterien gegeben. Die Festung wurde durch dieses noch so unerwartete Feuer so überrascht, dass sie erst nach geraumer Zeit dasselbe erwidern konnte. Kaum mochte eine halbe Stunde seit dem ersten Schuss verflossen sein, so waren die Belagerten schon gezwungen, die Abbatucci-Schanze zu verlassen, nachdem sie eine in Form eines kleinen Blockhauses daselbst errichtete Wachthütte zu sprengen versucht hatten.

Mit dem Fall dieser Schanze beobachtete und beschoss die für dieselbe bestimmte Batterie Nr. 11 noch die Kommunikation zwischen der Festung und der Abbatucci-Schanze und die österreichische ebenfalls für letztere bestimmte Batterie Nr. 12 richtete nun einen Theil ihres Wurfgeschützes gegen die Festung. Die sechs armirten österreichischen Batterien der Parallele nebst der schweizerischen Batterie Nr. 8 und den beiden österreichischen Batterien des linken Ufers beschossen den ganzen Tag die Festung, welche nicht weniger lebhaft antwortete und wo mehrere Male Feuer aus. brach, das aber bald wieder gelöscht werden konnte. Die von Häusermann besetzte Batterie Nr. 12 beobachtete, gleich der Batterie Nr. 11, immer noch die Kommunikation zwi. schen der Festung und der Gegend von Abbatucci, nebst einer vor dem Hornwerk liegenden und von den Franzosen noch besetzten Lunette.

Der Zustand der verschiedenen Batterien des rechten Ufers am Abend dieses Tages war folgender:

Die Batterie Nr. 1 hatte zwei ihrer Schiessscharten durch das feindliche Feuer stark beschädigt, eine Kanone demontirt, zwei Todte und einen Verwundeten. Nr. 2 war noch in gutem Stande, hatte aber zwei Verwundete. Nr. 3 war beinahe gänzlich ruinirt und hatte ebenfalls zwei Verwundete. Nr. 4 bedurfte auch vieler Ausbesserung und zählte einen Todten und zwei Verwundete; in dem nämlichen Fall liefand sich die Batterie Nr. 5, die auch einen Todten und einen Verwundeten hatte. Die Batterie Nr. 6 war noch nicht ganz beendigt; Nr. 7 war noch im besten Stande, obgleich diese Batterie beinahe am meisten dem feindlichen Feuer ausgesetzt war. Die Batterie Nr. 8 bedurfte ebenfalls einer Reparatur und musste ihr Feuer einstellen, indem für die zwei grössern Mörser keine Munition mehr vorhanden war und die zwei kleinern Mörser durch das Feuer ausser Stand gesetzt waren, ferner zu dienen. Ein Offizier dieser Batterie nebst einem Artilleristen wurden leicht verwundet, einer der letztern ward getödtet. Die Batterie Nr. 9 war noch nicht ganz beendigt. Die Batterie Nr. 10 hatte ihr Magazin durch eine Bombe stark beschädigt und einen Verwundeten. Die Batterien Nr. 11 und 13 endlich waren noch in gutem Stande. Sowie die Festung das Feuer erwiedern konnte, fing sie an aus sieben 8- und 10zölligen GomerMörsern bis gegen Abend auf Basel zu schiessen; glücklicher Weise aber zersprangen die meisten Bonben der grossen Entfernuny hall in der Luft, so dass sie im Allgemeinen unbedeutenden Schaden verursachten; jedoch fielen noch einige derselben im St. Johann-Quartier nieder, wo ein Knabe getödtet und ein Soldat vom Bataillon v. Hallwyl verwundet wurde.

Vom 22. Abends bis zum 23. Morgens.

Für diese Nacht wurden in die Trancheen folgende Truppen beordert:

Vom Bataillon Scherer 150, Frey 75 und zur Gilgen 75 Mann, welche einzig für die Ausbesserung der verschiedenen Batterien verwendet wurden,

In der Batterie Nr. 8 wurden Anstalten getroffen, das schweizerische ausser Stand gesetzte Wurfgeschütz zu ersetzen, und die nun auch beendigte Batterie Nr. 9 wurde armirt.

Die Division Preiswerk hielt die Brigade Nr. 8, Füssli die • Batterien Nr. 11 und 9 und Häusermann die Batterie Nr. 12 besetzt.

Die Nacht hindurch war das Feuer von beiden Seiten sehr schwach, allein gegen den Morgen ward dasselbe mit der grössten Heftigkeit erneuert. Im Verlaufe dieser Nacht erlitten wir nicht den mindesten Verlust.

Vom 23. Morgens bis Abends. Die für diesen Tag in die Trancheen beorderten Truppen bestanden in folgender Mannschaft:

Vom Bataillon Frey 75, v. Courten 75 und v. Hallwyl 50 Mann. Von dieser Mannschaft wurde ein Theil den ganzen Tag hindurch für verschiedene Arbeiten in den Batterien verwendet und vom Mittag an ein Theil zur Errichtung einer neuen Batterie Nr. 112 im Dorfe Klein-Hüningen, für die drei in der Batterie Nr. 11 gegen die AbbatucciSchanze, nun aber gegen den obern Cavalier bestimmten Kanonen von Zürich. Die Division Preiswerk hielt immer die Batterie Nr. 8 besetzt, Häusermann die Batterie Nr. 12 und die Division Füssli die Batterien Nr. 11 und 9, indem sie noch den Bau jener neuen Batterie leitete.

Das Feuer ward diesen Tag von beiden Seiten unterhalten und mehrere Male sehr heftig, besonders Nachmittags, als die Belagerten die Anlage der neuen Batterie vermuthen konnten. Von schweizerischer Seite konnten bloss die Batterien Nr. 9 und 12 feuern, indem in Nr. 8 das österreichische Geschütz noch nicht aufgestellt war und die Batterie Nr. 11 eine andere Bestimmung abzuwarten hatte.

Nachmittags warf die Festung noch einige Bomben auf Basel, wovon eine in ein Haus der St. Johann-Vorstadt fiel und daselbst beträchtlichen Schaden verursachte. Unser Verlust belief sich im Laufe des heutigen Tages auf einen einzigen leicht Verwundeten.

Vom 23. Abends bis zum 24. Morgens.

Die für diese Nacht in die Trancheen beorderten Truppen bestanden in folgender Mannschaft:

Vom Bataillon Zur Gilgen 100, Suter 100 und Hausherr 100 Mann, welche theils zur Ausbesserung in den verschiedenen Batterien und theils für die neue Batterie Nr. 11? verwendet wurden, die bis am Morgen ihrer Vollendung nahe war.

Von der Schweizerischen Artillerie hielt die Division Preiswerk die Batterie Nr. 8 und Häusermann die Batterie Nr. 12 besetzt; die Division Füssli hingegen die Batterie Nr. 9, bielt noch einen Posten in der Batterie Nr. 11 und arbeitete an der Erbauung der neuen Batterie Nr. 11? Die

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Division Preiswerk war beschäftigt, das neue Geschütz in der
Batterie Nr. 8 aufzuführen, um dasselbe mit dem kommenden
Morgen zum Feuern bereit zu halten.

Die Batterien waren die Nacht lindurch von beiden Seiten ziemlich ruhig, allein mit dem Morgen erneuerte sich das Feuer gegenseitig mit der grössten Lebhaftigkeit und während demselben wurden in jeder der Batterien Nr. 1 und 6 eine Kanone demontirt und in ersterer ein Unteroffizier gefährlich verwundet. Unsererseits zählten wir weder Todte noch Verwundete.

Vom 24. Morgens bis Abends. Die für diesen Tag in die Trancheen beorderten Truppen bestanden nur in 120 Mann vom Bataillon v. Hallwyl, welche für verschiedene Arbeiten in den Batterien verwendet werden mussten.

Am Morgen ward die Batterie Nr. 8 wieder gänzlich armirt, so dass sie den ganzen Tag hindurch auf die Festung feuerte. Auch Nr. 112 ward im Laufe dieses Tages beendigt und armirt. Die Division Füssli bediente heute die beiden Batterien Nr. 9 und 11?, Häusermann die Batterie Nr. 12 und Preiswerk immer die Mörser-Batterie Nr. 8.

Das Feuer der verschiedenen Batterien der Belagerer war bis gegen Abend mehr und weniger lebhaft, wurde aber Nachmittags von der Festung aus beinahe gar nicht mehr beantwortet und um 6 Uhr des Abends erhielten auch unsere Batterien den Befehl, das Feuer einzustellen, indem den Belagerten ein Waffenstillstand bewilligt worden war. Schon am Morgen wurde auf dem untern Cavalier der Festung die weisse Fahne aufgesteckt, im Laufe des Tages mehrere Male umgeworfen, auf den Abend aber schien sie sich endlich behaupten zu können. Auch während dem heutigen Tage erlitten wir nicht den mindesten Verlust.

Nach diesem am 24. bewilligten Waffenstillstand wurde, ohne dass von beiden Seiten mehr ein Schuss geschah, am 26. die Kapitulation der Festung unterzeichnet, in Folge welcher das gesammte Belagerungskorps am 28. Vormittags um 10 Uhr einzog. Bis zur Unterzeichnung der Kapitulation wurde die Zeit ununterbrochen benutzt, alle Batterien wieder in den besten Stand zu stellen und zu diesem Ende hin wurden noch unsererseits vom 24. Abends bis zum 25. Morgens

100 Mann vom Bataillon Neff, 100 von Frey, 75 von Legler und 75 v. Courten,

dann vom 25. Abends zum 26. Morgens vom Bataillon Landolt 300 und v. Hallwyl 60 Mann,

und endlich vom 26. Morgens bis zum Abend

vom Bataillon Hausherr 150 und von zur Gilgen 140 Mann in die Trancheen beordert. Basel, den 2. September 1815.

Hegner, Stabs-Adjutant beim eidgenössischen General-Quartiermeister

und Ingenieur-Hauptmann.

III.

Bundesvertrag zwischen den Xil Kantonen der Schweiz.

(Vom 7. August 1815.)
Im Namen Gottes des Allmächtigen.

$1. Die XXII souveränen Kantone der Schweiz, als Zürich, Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Glarus, Zug, Freiburg, Solothurn, Basel, Schaffhausen, Appenzell beider Rhoden, St. Gallen, Graubünden, A argau, Thurgau, Tessin, Waadt, Wallis, Neuenburg und Genf, vereinigen sich durch den gegenwärtigen Bund zur Behauptung ihrer Freiheit, Unabhängigkeit und Sicherheit gegen alle Angriffe fremder Mächte, und zur Handhabung der Ordnung und Ruhe im Innern. Sie gewährleisten sich gegenseitig ihre Verfassungen, sowie dieselben von den obersten Behörden jedes Kantons, in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen des Bundes-Vertrags, werden angenommen worden sein. Sie gewährleisten sich gegenseitig ihr Gebiet.

$ 2. Zu Handhabung dieser Gewährleistung und zu Behauptung der Neutralität der Schweiz wird aus der waffenfühigen

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