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deffen Grenzen näher angegeben werden, erhält der Pascha jedoch nur auf Lebenszeit; aud wird er Commandant der Festung Jean d'Acre. Art. 2. Nimmt der Pascha das Arrangement innerhalb zehn Tagen nicht an, so zieht der Sultan sein Anerbieten bezüglich der lebenslänglichen Verwaltung des Pasdyalit's d’Acre zurück. Gehen zwanzig Tage vorüber, ohne daß die Anerkennung erfolgt, fo foll Mehemed - Ali auch Aegypten verlieren. Art. 3. Je nachdem Mehemed - Ali, gemäß dieser · Bestimmung, mehr oder weniger Gebiet behält, wird audj der Tribut

an die Pforte eine größere oder kleinere Summe betragen. Art. 4. Dabei versteht es sich von selbst, daß Mehemed - Ali in beiden Fällen die türkische Flotte ohne Entschädigung zurückstellen muß u. s. f. Die ägyptisde Land- und Seemacht bildet nach Art. 6 einen Theil der Streitkräfte der Pforte. Der Vicefönig verweigerte die Annahme dieser Bedingungen; die Mädyte dagegen wedselten am 15. Sept. 1840 zu London die Ratificationen des Vertrages aus, und man fing sogleich an, zu Gewaltmaßregeln zu schreiten. Mebemed - Ali wurde vom Divan seiner Würde entiebt, mit dem Bann belegt und an seiner Statt 3330dMuhamed zum Pascha von Aegypten ernannt. Die englische Flotte bombardirte Beirut, ein türkisches Corps erstürmte im Verein mit Engländern und Destreichern Seida (das alte Sidon), Ibrahim, der Sohn Mehemed Ali's wurde bei Beirut geschlagen (11. u. 12. Okt. 1840), Jean d'Acre fiel am 4. Nov., worauf das türkische Heer unter dem Engländer Napier vor Alerandrien rückte. Jeßt endlid, gab der Vicekönig nach. Er schloß mit Napier am 27. Nov. 1840 einen Vertrag, nad weldiem er, so wie ihm von den Mächten die Erblichkeit in dem Paschalik Aegypten gewährleistet sei, die türkisdie Flotte ausliefern und Syrien und Candia räumen wollte. Diesen Vertrag verwarf der englisdhe aomiral Stopford und verlangte unbedingte Unterwerfung. MehemedAli jedoch, in der Hoffnung, daß ihn Frankreich nicht im Stidie lassen werde, wollte nicht darein willigen, sich auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Es begannen neue diplomatische Verhandlungen, die sich in das Frühjahr 1841 Şinüberzogen. Endlich fügte sich der Vicckönig dod, nachdem man ihm die Versicherung gegeben, daß ihm die erbliche Verleihung des Pasdalik’s Aegypten gewiß sei, wenn er sidy nur zuvor unterworfen habe. Er lieferte die türkisdie Flotte aus, räumte Syrien und Arabien (in Candia war die christlide Bevölkerung gegen die osmanische Herrschaft aufgestanden), und wurde am 10. Juni 1841 von der Pforte mit dem Pajdhalik Aegypten erblic belehnt. - Die hieher gehörigen Actenstüđe nebst der diplomatijden Correspondenz, welche sich zwisdien England und Frankreich (Palmerston und Guizot) über den Vertrag vom 15. Juli 1840 entsponnen hat, findet fidy abgedrudt bei Murhard (continuation du grand recueil de feu M. de Martens) nouveau recueil général de traités, tom. I.

2. Staatsvertrag zwischen Deftreich und Rußland,

die Donauschifffahrt betreffend.

(25. Juli 1840.)

Die Donau ist einer der wichtigsten Lebensnerven des östreichischen Kaiserstaates. Wo dieser Strom das östreichische Gebiet (Ungarn) verläßt, bildet er für eine kurze Strecke die Grenze zwisden Serbien und der Wala chei, dann, in der ganzen Breite der Walachei, die Grenze zwischen diesem Lande und der eigentlichen Türkei; gegen das Ende feines Laufes, wo die Grenzen von der Moldau, Walachei, Türkei und Rußland (Bessarabien) zusammmenstoßen, macht er bis zu seiner Mündung in's schwarze Meer die Grenze zwischen Rußland (Bessarabien) und der eigentlichen Türkei (Bulgarien). Wenn in dem Interesse irgend einer Macht, so wäre es in dem von Oestreich gelegen, fich in den Donauländern ein gewisses Aufsichtsrecht über diesen östreichischen Strom zu wahren und die Donaufürstenthümer in jenes Schußverhältniß zu verseßen, in welchem sie gegenwärtig zu Rußland stehen. Man hätte auch glauben sollen, daß ein solcher Einfluß von Wien aus leichter wäre zu gewinnen gewesen, als von Petersburg: allein nichts destoweniger ließ es Destreich bisher ruhig geschehen, daß Rußland zuerst Bersarabien bis an den Pruth und mit diesem Lande die linke Seite der unteren Donau mit ihren Mündungen fich aneignete, dann aber in der Moldau und Walad ei immer kühner vorging, um auch diese Länder nach und nach unter russische Herrschaft zu bringen. – Der Vertrag, dessen Tert hier folgt, wurde 1840 auf zehn Jahre abgeschlossen und nach seinem Ablauf 1850 erneuert. Nady demselben (Art. 1.) sou die Schifffahrt auf dem ganzen Donaustrom völlig frei und Niemanden verwehrt sein; nur für die Freihaltung der Sulinamündung von Versandung und für den Leuchtthurm werden gewisse Gebühren bezahlt (Art. 7.). Destreichische Schiffe unterliegen nach Art. 4. bei ihrer Ein- und Aus, fahrt aus der Sulinamündung keiner Untersuđung. 3m Art. 9. wird die Aufrechthaltung des Grundsaßes der freien Donauschifffahrt für permanent anerkannt. Der Vertrag findet fich in der Wiener Zeitung (Monat Oktober 1840) und bei Murhard nouveau recueil général tom. I.

3. Londoner Vertrag, die Einfahrt in die Dardanellen und den Bosporus betreffend.

(13. Juli 1841.) In Folge der bereitwilligen Hülfe, welche Rußland der Pforte gegen den Pascha von Aegypten geleistet hatte, war es dem Grafen Orloff gelungen, mit der Pforte am 8. Juli 1833 im Vertrag von Untiar-3skeleffi auf zehn Jahre eine Offensiv - und Defensiv - Allianz

zu schließen, nach welcher fich der Sultan verpflichtete, auf Verlangen Rußland's die Dardanellen zu sperren. Dieser Vertrag schien den übrigen Mächten sehr bedenklich; namentlich die Seemächte England und Frantreich waren bemüht, ihn rückgängig zu machen. Nach langen diplomatischen Verhandlungen kam zu London am 13. Juli 1841 zwischen der Pforte einerseits und England, Frankreich, Preußen, Destreid und Rußland andererseits ein Uebereinkommen zu Stande, nach welchem, wie es alte Regel bei der Pforte war, die Dardanellen und der Bosporus aud fernerhin für alle fremden Kriegsschiffe, also auch für die ruffisden, geschlossen sein sollten, solange sich die Pforte im Frieden befinde. Nur kleine Kriegeschiffe für den Dienst der Gesandtschaften befreundeter Mächte sollten mit einem Ferman versehen werden, der ihnen die Einfahrt in die beiden Meerengen gestattete.

Convention, entre les cours de la Grande-Bretagne, d'Autriche, de Prusse et de Russie, d'une part, et de la Sublime Porte-Ottomane, de l'autre,

signée à
LONDRES
le 15. Juillet 1840.

Au nom de Dieu très miséricordieux.

Sa Hautesse le Sultan ayant eu recours à Leurs Majestés la Reine du royaume uni de la Grande-Bretagne et d'Irlande, l'Empereur d'Autriche,

Roi de Hongrie et de Bohême, le Roi de Prusse et l'Empereur de toutes les Russies, pour réclamer leur appui et leur assistance au milieu des difficultés dans lesquelles il se trouve placé par suite de la conduite hostile de MéhémetAli, Pacha d'Egypte, difficultés qui menacent de porter atteinte à l'intégrité de l'Empire ottoman et à l'indépendance du trône du Sultan, Leurs dites Majestés, réunies par le sentiment d'amitié qui subsiste entre elles et le Sultan, animées du désir de veiller au maintien de l'intégrité et de l'indépendance de l'Empire ottoman, dans l'intérêt de l'affermissement de la paix de l'Europe, fidèles à l'engagement qu'elles ont contracté par la note remise à la Porte par leurs représentans à Constantinople, le 27. Juillet 1839, et désirant de plus prévenir l'effusion du sang qu’occasion nerait la continuation des hostilités qui ont récemment éclaté en Syrie entre les autorités du Pacha et les sujets de Sa Hautesse;

Leurs dites Majestés et Sa Hautesse le Sultan ont résolu, dans le but susdit, de conclure entre elles une convention, et ont nommé à cet effet pour leurs plénipotentiaires, savoir:

Sa Majesté la Reine du royaume uni de la Grande-Bretagne et d'Irlande, le très honorable Henri-Jean vicomte Palmerston, baron Temple, pair d'Irlande, conseiller de Sa Majesté britannique en son conseil privé, chevalier grand'croix

du très honorable ordre du Bain, membre du parlement, et son principal secrétaire d'Etat ayant le département des affaires étrangères ;

Sa Majesté l'Empereur d'Autriche, Roi de Hongrie et de Bohême, le sieur Philippe, baron de Neuman, commandant de l'ordre de Léopold d'Autriche, décoré de la croix pour le mérite civil, commandeur des ordres de la Tour et de l'Epée de Portugal, de la croix du Sud de Brésil, chevalier grand'croix de l'ordre de Saint-Stanislas de seconde classe de Russie, son conseiller aulique et plénipotentiaire près Sa Majesté Britannique;

Sa Majesté le Roi de Prusse, le sieur Henri-Guillaume baron de Bulow, chevalier de l'Aigle-Rouge de première classe de Prusse, grand'croix de l'ordre de Léopold d'Autriche et de Guelph de Hanovre, chevalier grand'croix de l'ordre de Saint-Stanislas de seconde classe, et de Saint-Wladimir de quatrième classe de Russie, commandeur de l'ordre du Faucon de Saxe Weimar, son chambellan, conseiller intime, envoyé actuel extraordinaire et ministre plénipotentiaire près Sa Majesté Britannique.

Sa Majesté l'Empereur de toutes les Russies, le sieur Philippe baron de Brunow, chevalier de l'ordre de Sainte-Anne de première classe, de SaintStanislas de première classe, de Saint-Wladimir de troisième classe, commandeur de l'ordre de Saint-Etienne de Hongrie, chevalier de l'Aigle-Rouge et de Saint-Jean de Jérusalem, son conseiller privé, envoyé extraordinaire ministre plénipotentiaire près Sa Majesté Britannique;

Et Sa Majesté le très majestueux, très puissant et très magnifique Sultan Abdul-Medjid, Empereur des Ottomans, Chekib effendi, décoré du Nichan-Iftechar de première classe, beylikdgi du divan impérial, conseiller honoraire du département des affaires étrangères, son ambassadeur extraordinaire près Sa Majesté Britannique;

Lesquels, s'étant réciproquement communiqué leurs plein - pouvoirs trouvés en bonne et due forme, ont arrêté et signé les articles suivans :

Art. I. Sa Hautesse le Sultan s'étant entendu avec Leurs Majestés la Reine du royaume uni de la Grande-Bretagne et d'Irlande, l'Empereur d'Autriche, Roi de Hongrie et de Bohême, le Roi de Prusse et l'Empereur de toutes les Russies, sur les conditions de l'arrangement qu'il est de l'intention de Sa Hautesse d'accorder à Méhémet-Ali, lesquelles conditions se trouvent spécifiées dans l'acte séparé ci-annexé, Leurs Majestés s'engagent à agir dans un parfait accord et d'unir leurs efforts pour déterminer Méhémet-Ali à se conformer à cet arrangement, chacune des hautes parties contractantes se réservant de coopérer à ce but selon les moyens d'action dont chacune d'elles peut disposer.

Art. II. Si le Pacha d'Egypte refusait d'adhérer au susdit arrangement qui lui sera communiqué par le Sultan avec le concours de Leurs dites Majestés, celles-ci s'engagent à prendre, à la réquisition du Sultan, des mesures concertées et arrêtées entre elles, afin de mettre cet arrangement à exécution. Dans l'intervalle ayant invité ses alliés à se joindre à lui pour l'aider à interrompre la communication par mer entre l’Egypte et la Syrie, et empêcher l'expédition de troupes, chevaux, armes, munitions et approvisionnemens de

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