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Waldemar's, Albrecht, der Sohn des Herzogs Heinrich von Medlenburg und der Ingeberga, Waldemar's älteren Tochter, und der erst fünfjährige Sohn des norwegischen Königs Hako VIII. und der Margaretha, Olaf, für den dänischen Thron. Waldemar hatte zwar den Sohn seiner älteren Tochter, Albredt, zum Nachfolger in Dänemark bestimmt; allein Margaretha hatte es dahin zu bringen gewußt, daß der dänische Reichstag ihren Sohn Olaf zum König ernannte, der jeßt als Olaf V. den dänischen Thron bestieg. Nachdem nun Hako VIII. 1380 gestorben war, wurde Olaf V, unter der Vormundschaft seiner Mutter auch König von Norwegen, auf diese Weise wurden Dänemark und Norwegen unter einem Scepter vereinigt und blieben es bis zum Jahr 1814. Olaf V. starb schon 1387, wenige Monate nach ihm auch Albrecht von Medlenburg; Margaretha war nun Herrscherin über Norwegen und Dänemark; da aber die Norweger nidt unter dem Scepter einer Frau stehen wollten, so veranlaßte fie, daß diese 1388 den fünfjährigen Erich VII., den Sohn des Herzogs Wratislav VII. yon Pommern und der Maria von Medlenburg (einer Tochter von Margaretha's Sdwester Ingeberga), zum König wählten, ihr aber die Regentschaft in Norwegen überließen. Als die gegen ihren König Albrecht II. von Medlenburg aufständischen Schweden den Beistand der Margaretha verlangten, sagte sie diesen zu unter der Bedingung, daß ihr die sowedische Krone zugesichert würde; und so brachte diese kluge und thätige Frau endlich die drei nordischen Reiche unter ihr Scepter, die vereinigten Kronen aber auf das Haupt Erich's VII. Durch einen feierliden Vertrag von Abgeordneten der drei Reiche, geschlossen zu Kalmar 13. Juli 1397 (die sogenannte kalmarisde union) ließ sie diese Vereinigung bestätigen. Margaretha starb am 28. Dkt. 1412. Die Union war von kurzer Dauer; 1439 kündeten die drei Reiche dem König Erid den Gehorsam auf und wählten 1440 den Pfalzgrafen Christoph von Bayern, Eridy's Schwestersohn, als Christoph W. zum gemeinsamen König. Als dieser 1448 kinderlos starb, löste sich die Union auf, die S dyweden wählten Karl Knutson als Karl VIII. zum König, die Dänen den Herzog Adolph von Holstein, der die Wahl ausschlug und seinen Neffen Christian I. für die Krone empfahl, mit dem sobann das Haus Oldenburg den dänischen Thron bestieg; die Norweger waren anfangs unsdlüssig, vereinigten fidy 1450 mit Dänemark, rissen fich 1500 wieder los, wurden jedoch durch die Schlacht bei Oslo 1502 von Christian's Nachfolger Johann, der nach diesem Siege den größten Theil des norwegischen Adels hinrichten ließ, zur Unterwerfung gezwungen. Unter dem dänischen König Friedrich I., der den Norwegern wieder das Recht der Wahl des Königs zugestanden hatte, erklärte sodann Norwegen 1532 seine ewige Vereinigung mit Dänemark. In dieser Vereinigung blieb Norwegen mit Dänemarf bis zum fieler Frieden (14. Jan. 1814). Nach dem verhängnißvollen Jahre 1812, als das napoleonische

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Heer in Rußland zu Grunde gegangen war und der Stern des allmäch: tigen Kaisers fich seinem Untergange zuneigte, versuchte Dänemark, fich den Alliirten anzuschließen und trat deßhalb in Unterhandlung mit England. Da man aber, wie dies nach dem an Schweden gegebenen Versprechen nicht wohl anders gescheben konnte, die Abtretung Norwegen's an die Krone Schweden zur Bedingung madyte, wofür beim Schlusse eines allgemeinen Friedens auf irgend eine Weise Entschädigung erfolgen sollte; so zog es Dänemark vor, mit Frankreich einen neuen Allianzbertrag zu svließen (10. Juli 1813) und demgemäß 12,000 Dänen zu dem Corps des Marsdyalls Davoust stoßen zu lassen. Der Kronprinz von Sdweden Bernadotte war mit 30,000 Mann in Deutschland gelandet, um an dem Kampf gegen Napoleon Theil zu nehmen; als nun nach der Schlacht bei Leipzig die Franzosen DeutsĐland verließen, wandte er sich mit seinem Heere nach Holstein, das er zum großen Theil eroberte, um Dänemart zur Abtretung Norwegen's zu nöthigen. Dänemark schloß hierauf am 15. Dez. 1813 mit den Alliirten Waffenstillstand und am 14. Jan. 1814 mit Schweden den Frieden von Kiel, worin es an Schweden, gegen Schwedisch-Pommern und die Insel Rügen, das Königreich Norwegen abtrat (Urkunde 4). An demselben Tage kam zu Kiel auch der Friede zwisden Dänemark und England zu Stande, nach welchem England die Insel Helgoland, die es bereits an sich genommen, im Besip behielt (Urkunde 5). Am 25. Aug. schloß Dänemark zu Berlin Frieden mit Preußen. Das Friedensinstrument (Urkunde 6) enthält 'nur allgemeine Bestimmungen von Wiederherstellung der alten friedlichen Verhältnisse; im fünften Artikel verpfliditet fidy Preußen, mit Sweden, Rußland und England dahin zu wirken, daß Dänemark für den Verlust Norwegen's nict blos mit Pommern, sondern noch anderweitig entsdädigt werde. Eine soldie weitere Entschädigung aber ist nicht erfolgt. Vergeblich bemühten sich der dänisdie König Friedrich VI. und seine Bevollmäh tigten, die Grafen Bernstorff, auf dem wiener Congreß, sie zu erlangen. Dagegen vertausdte der König von Preußen das Herzogthum Lauenburg, das er nach Beschluß des wiener Congresses (Art. 29 der Congreßacte) von Hannover erhalten hatte, durch Vertrag (batirt Wien, 4. Juni 1815, Urkunde 7) gegen Schwedisch - Pommern und die Insel Rügen an Dänemark und zahlte noch außerdem an dasselbe zwei Millionen preußische Thaler als Entsdädigung.

Als die Norweger vernahmen, daß ihr Land im Kieler Frieden von Dänemark an die Krone Schweden abgetreten sei, rüsteten sie sich und erhoben den Prinzen Christian Friedrich von Schleswig-Holstein, bisherigen dänischen Statthalter, zum König von Norwegen. Der Reits tag entwarf zu Eidswold eine sehr freisinnige Verfassung, welche am 31. Mai 1814 vom Volke angenommen wurde. Prinz Christian erkannte diese Verfassung an und erklärte fid am 29. Mai 1814 zum König von Norwegen. Allein die Armee von 12000 Mann, welche die

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Norweger aufgebracht hatten, war den Schweden, die unter dem Kronprinzen Bernadotte im Juli 1814 in Norwegen einfielen, nidyt gewadsen; fie wurde zurüdgedrängt, und die Grenzfestungen erhielten fdwedische Befaßung. Die Norweger hielten es jept für gerathen, sich unter ange= messenen Bedingungen in die Vereinigung mit Schweden zu fügen. Es wurde am 14. Aug. 1814 im Hauptquartier zu Moß ein Waffenstillstand geschlossen (Urkunde 8) und unter gleichem Datum die Convention zu Mob (Urkunde 9), worin sich der Prinz Christian Friedrich verbindlid machte, den norwegisden Reichstag behufs einer Erklärung für den Ansluß an Schweden einzuberufen, Schweden aber schon vorläufig die norwegische Verfassung von Eidswold anerkannte. Prinz Christian Friedrid legte hierauf am 16. August 1814 die Regierung nieder (jeine Proclamation an die Norweger über diesen Act findet sich im Journal de Francfort Jahrg. 1814 Nr. 256). Der norwegische Reichstag proclamirte sodann am 14. Nov. 1814 den König von Schweden zum König von Norwegen. Die Beziehungen zwischen Norwegen und Schweden wurden im Jahr 1815 von den Reichstägen beider Länder in einer besonderen, vom König sanctionirten Acte (U rkunde 10) festgelegt, nach deren erstem Artikel Norwegen ein freies, unabhängiges, untheilbares und unveräußerliches, mit Sweden unter demselben König verbundenes Königreich bildet.

Wir geben folgende Urkunden. 1) Manifest des russisdhen Kaisers Alerander vom 20. März 1808 über die Lostrennung Finnland's von Schweden und Einverleibung desselben in das russijde Reich. 2) Uebereinkunft zwischen den Schweden und Russen zu Dikioki am 19. Nov. 1808, worin den Russen Finnland überlassen wird. 3) Frieden zu Friedrichshamm am 19. Sept. 1809 zwischen Schweden und Rußland, worin Finnland definitiv abgetreten wird. 4) Frieden zwisden Schweden und Dänemark zu Riel am 14. Jan. 1814, worin Shweden an Dänemark Schwedisch-Pommern mit der Insel Rügen abtritt, dagegen aber Norwegen erhält. 5) Frieden zu Kiel zwischen Dänemark und England, 14. Jan. 1814, worin England Helgoland behält. 6) Friede zwisden Dänemark unb Preußen zu Berlin 25. Aug. 1814. 7) Vertrag zu Wien 4. Juni 1815 zwischen Dänemark und Preußen, worin Dänemark an Preußen Sd wedisd - Pommern mit der Insel Rügen gegen Lauenburg vertausdt. 8) Waffenstillstand zwischen Norwegen und Sweden zu MOB 14. Aug. 1814. 9) Convention zwischen Norwegen und S dwe= den zu Moß 14. Aug. 1814. 10) Acte über die Beziehungen Norwegen's zu S dweden, unterzeidynet am 31. Juli 1815 zu Christiania, am 6. Aug. 1815 zu Stocholm. -- Die Actenstüde finden sich bei Martens nouveau recueil tom. I u. II, theilweise auch in Klüber's Acten des wiener Congresses, im Journal de Francfort Jahrg. 1814 u. 1815, in der dänisden Hofgeitung ..

Manifeste de l'Empereur de Russie sur la réunion de la Finnlande Suédoise à l'Empire de Russie,

en date de Pétersbourg le 20. Mars 1808.

Von Gottes Gnaden Wir Alexander der Erste, Kaiser und Selbstherrscher von ganz Russland u. s. W.

Aus den zu ihrer Zeit erschienenen Declarationen sind die gerechten Ursachen bekannt, die Uns bewogen haben, mit Schweden zu brechen und Unsere Truppen in Schwedisch-Finnland einrücken zu lassen. Die Sicherheit Unsers Vaterlandes forderte diese Maassregel von Uns. Die offenbare Zuneigung des Königs von Schweden zu der gegen Uns feindlich gesinnten Macht, seine neue Allianz mit derselben und endlich der gewaltsame und unglaubliche Schritt, den er sich mit Unserm Gesandten in Stockholm erlaubt hat, eine Begebenheit, die für die Würde Unsers Reichs eben so kränkend, als auch allen Rechten, die in den cultivirten Staaten heilig beobachtet werden, zuwider ist, haben die militärische Vorsichtsmaassregel in einen unumgänglichen Bruch verwandelt und den Krieg unvermeidlich gemacht.

Der Allerhöchste hat Unsere gerechte Sache mit Seinem Beistand beschirmt. Unsre Truppen, mit ihrem gewöhnlichen Muth die Hindernisse bekämpfend und alle ihnen aufgestossenen Schwierigkeiten überwindend, haben sich über Orte einen Weg gebahnt, die in der gegenwärtigen Jahrszeit für unzugänglich gehalten wurden, haben den Feind überall aufgesucht, ihn tapfer geschlagen und beinahe ganz Schwedisch Finnland erobert und in Besitz genommen. Diese durch Unsere Waffen auf solche Weise eroberte Provinz vereinigen Wir von heute an auf immer mit dem Russischen Reiche, und in Folge dessen haben Wir befohlen, die Einwohner derselben den Eid der Treue gegen Unsern Thron ablegen zu lassen. Indem Wir diese Vereinigung Unsern getreuen Unterthanen kund thun, sind Wir überzeugt, dass sie die Gefühle der

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Erkenntlichkeit und Dankbarkeit gegen die göttliche Vorsehung mit Uns theilend ihre heissen Gebete zu dem Allerhöchsten emporschicken werden, es wolle Seine allmächtige Krast Unserm tapfern Kriegsheere bei dessen weitern Operationen vorangehen, es wolle seine Allmacht Unsere Waffen segnen und sie mit Erfolg krönen und von den Grenzen Unsers Vaterlandes die Uebel abwenden, mit welcher die Feinde dasselbe zu erschüttern gesucht haben.

Gegeben in St. Petersburg, den 20. März, im Jahre nach Christi Geburt 1808 und Unserer Regierung im 8.

Alexander.

Convention militaire entre les troupes Russes et Suédoises en Finlande,

signé à Olkioki le 19. Novembre 1808.

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Art. I. Après la ratification de la présente convention, l'armée suédoise se retirera aussi promptement que possible, au-delà des limites du gouvernement d'Uléaborg, et prendra ses positions au-delà du fleuve Kemy, le long d'une ligne qui passera par Paissiwara, Mustisara et Porkawaara. Les deux rivages du fleuve Kemy seront occupés par l'armée russe.

Art. II. L'armée suédoise évacuera Uléaborg dans dix jours, après la signature de la convention, c'est à dire, au plus tard le 20. Novembre, et l'armée russe en prendra possession le 30. Le reste du pays sera évacué par journée d'étape. Cependant on aura égard aux cas imprévus qui pourront retarder la marche de l'armée suédoise, tels que les débordemens de rivières, le dégel etc. On laissera aux Suédois le temps nécessaire pour surmonter ces obstacles.

Art. III. L'arrière-garde suédoise devra suivre exactement la route convenue entre les généraux respectifs. Tout ce que l'armée suédoise se verra obligée de laisser en arrière, faute de transports ou de temps, ce qui sera trouvé par l'avantgarde russe, sera considéré comme butin de guerre.

Art. IV. L'armée suédoise s'engage à ne détruire, ni vendre, ni distribuer aux habitans aucun des objets provenant de ses magasins qu'elle pourrait être obligée de laisser en arrière.

Art. V. L'armée suédoise ne pourra emmener avec elle les fonctionnaires publics, ni emporter les archives et les papiers appartenant aux provinces et villes qu'elle doit évacuer.

Art. VI. L'armée suédoise laissera retourner librement dans leurs foyers les curés, les maires des villages (Caesmoen) et en général tous les habitans que jusqu'à présent elle a amenés avec elle, à moins que ceux-ci ne veuillent la suivre. On leur rendra leurs chevaux et tout ce qui leur appartient.

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