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und im übrigen Europa freie Hand haben. Rußland willigte ein, das ein napoleonischer Prinz den Ibron von Spanien und Portugal einnebme, Joseph Bonaparte sollte neben Neapel auch Sicilien erhalten, und der König Ferdinand IV. durch Gandia, die balearisden Inseln 2c. entida: digt werden. Malta und die jonischen Inseln sollten an Frankreich kommen, Russen und Franzosen einen gemeinschaftlichen Zug gegen das englische Ostindien unternehmen u. f. f. Die wesentlidien Punkte des öffent: lichen Friedensinstrumente zwischen Frankreich und Rußland find folgende. Im vierten Artikel werden diejenigen preußischen Gebietstbeile aufgezählt, welche dem König von Preußen zurüdgegeben wer: den sollen. Der sechste Artikel erklärt Danzig zu einer freien Stadt unter der Protection von Preußen und Sadysen; im neunten Artikel werden die Grenzen des neuen Herzogthums Warschau festgeseßt; nads dem zwölften Artikel erhalten die Herzoge von Sadisen-Coburg, Cloenburg und Mecklenburg-Schwerin ihre Länder zurüc; im dreizehnten nimmt Napoleon die Vermittlung Rußlands für den abzuschließenden Frieden mit England an, im vierzehnten werden Joseph und Ludwig Bonaparte als Könige von Neapel und Holland, im fünfzehnten wird der Rheinbund anerkannt, im sedy zehnten tritt Nußland die Herrsdaft Jever an den König von Holland ab, der siebenzebnte Artikel id liegt die Verbündeten Napoleons in den Frieden ein, im adtzehnten erfennt Rußland den König von Westphalen und die Abtretungen Preußens an sein Königreich an, im dreiundzwanzigsten acceptirt Rußland die Vermittlung Napoleons bezüglich eines Friedensschlusses mit der Pforte, im fünfundzwanzigsten garantiren sich die Raiser Napoleon und Alerander gegenseitig und auch ihren Verbündeten ihre Staaten in dem durdy den Frieden bestimmten Umfang.

Das französid preußische Friedensinstrument wurde zwei Tage später, am 9. Juli, ausgefertigt. Preußen verlor die Hälfte seines (biebietes, einen Flächenraum von 2700 Quadratmeilen mit fünf Millionen Einwohnern. Auch selbst Rußland, der Alliirte Preußen's, vergrößerte fich durch preußisches Gebiet, nämlid) durch die Provinz Bialystod in Preußisch-Polen, 206 Meilen mit 184,000 Einwohnern. Der größte Theil des abgetretenen preußisdhen Gebietes wurde von Napoleon für die Bildung des Königreichs Westphalen verwendet; Holland erbielt Litfriesland und von Rußland die Herrschaft Jever, wogegen es einen an: fehnlichen Landstrich an Frankreich abtreten mußte; Anderes, wie der Heft von Hannover, Erfurt, Fulda, Bayreuth, blieb vor der Hand französisd und wurde später an Mitglieder des Rheinbundes, meist an den König von Bayern und Fürsten Primas, der Rest von Hannover an das König: reich Westphalen gegeben. Der zweite Artikel zählt die Provinzen auf, welche Preußen zurücgegeben werden sollen, nämlich Dstpreußen, Weftpreußen, die Neumark, die Kurmark, Pommern, Schlesien und was vom Herzogthum Magdeburg auf dem redyten Elbufer lag, zusammen 2618 Quadratmeilen mit 5,200,000 Einwohnern. Das preußisde Gebiet zwijden

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Elbe und Rhein trat Preußen im siebenten und zehnten Artikel an Frankreich ab zur Bildung des Königreichs Westphalen, welches Preußen (Art. 8) anerkennt. Den cotbusser Kreis erhält nach Art. 12 der König von Sadsen. Ganz Preußisch-Polen überläßt Preußen zum Behufe der Bildung eines Herzogthums Warschau an den König von Sadysen (Art. 13 und 15). Es behält nur Ermeland, die Festung Graudenz und ein fdmales Gebiet, welches Pommern und die Neumark mit Altpreußen verbindet. Der achtzehnte Artikel bestimmt die Grenzen des polnischen Gebietes, welches Preußen an Nußland abtritt. Jm vierzehnten und neunzehnten Artikel verzichtet Preußen auf Danzig, welches für eine freie Stadt erklärt wird unter der Protection Preußen's und Sachsen's. Im dritten Artikel erkennt Preußen Joseph und Ludwig Napoleon als Könige von Neapel und Holland, im vierten den Rheinbund an. 3m sechzehnten muß es eine Militärstrasse für Sachsen durch sein Gebiet nach dem Herzogthum Warschau zugestehen, nach Art. 27 seine Häfen dem englischen Handel verschließen. In einem geheimen Artikel verpflichtete fic Preußen, im Dezember den Engländern den Krieg zu erklären, wenn England bis Ende Novembers die Friedensbedingungen nidit annähme, welche Frankreich und Rußland demselben vorlegen würden, auch in die Theilung Schwedens zwischen Dänemark und Rußland zu willigen, wenn der König von Schweden der französischen Allianz gegen England nicht beiträte. Eine Convention, weldie am 12. Juli 1807 zu Königsberg unterzeichnet wurde (wir lassen den Tort derselben folgen), bestimmte den Zeitpunkt, wann die einzelnen Gebietstheile und Festungen von den Franzosen geräumt werden sollten, und septe fest, daß die vollständige Räumung binnen 21/2 Monaten erfolgen sollte (Art. 2). Die Staatseinkünfte bis zur Ratification des Friedens nahmen die Franzosen in Ansprud), aud sollte die Festung Stettin vorderband in dem Besiß der Franzosen bleiben (Art. 1) und die Räumung erst erfolgen, wenn die französisden Requisitionen und Contributionen vollständig bezahlt seien. Bis dorthin sollten die Finanzen nod von dem französischen Intendanten Darü verwaltet werden. Es mußte jedod) schon eine längere Zeit hingeben, bis man fich über diese ungeheueren Summen auch nur verständigte. Darü berednete seine Forderung noch auf 513,744,400 Franken, wozu immer neue Ansprüche kamen. Der Prinz Wilhelm von Preußen wurde daher im November 1807 nach Paris gesandt, um die Sache zu ordnen und eine Ermäßigung der Forderungen zu erlangen. Nad Monate langen Bemühungen wurde endlich am 7. Sept. 1808 von Champagny ein Vergleid mit ihm abgeschlossen, welcher die zu zahlende Summe auf 140 Millionen Franken bestimmte und die fran= zöfischen Besaßungen (mit Ausnahme der Festungen Stettin , Küstrin und Glogau) aus Preußen abrief. Auf dem Congreß zu Erfurt (27. Sept. 1808) wurden von Napoleon an dieser Forderung 20 Millionen Franken nachgelassen. Vom 1. Okt. 1806 bis 15. Dkt. 1808 find von den Franzosen ungefähr 564 Millionen Franken aus Preußen gezogen und im übrigen Europa freie Hand haben. Rußland willigte ein, daß ein napoleonischer Prinz den Thron von Spanien und Portugal einnebme, Joseph Bonaparte sollte neben Neapel auch Sicilien erhalten, und der König Ferdinand IV. durch Candia, die balearischen Inseln z. entidadigt werden. Malta und die jonisdien Inseln sollten an Frankreich kommen, Russen und Franzosen einen gemeinschaftlichen Zug gegen das englische Dstindien unternehmen u. 1. f. Die wesentlichen Punkte des öffentlichen Friedensinstruments zwischen Frankreich und Rufland find folgende. Im vierten Artikel werden diejenigen preußiden Sie bietstheile aufgezählt, welche dem König von Preußen zurücgegeben werden sollen. Der sechste Artikel erklärt Danzig zu einer freien Stadt unter der Protection von Preußen und Sadysen; im neunten Artikel werden die Grenzen des neuen Herzogthums Warschau festgelegt; nađe dem zwölften Artikel erhalten die Herzoge von Sachsen-Coburg, Oldenburg und Mecklenburg-Sdwerin ihre Länder zurüc; im dreizehnten nimmt Napoleon die Vermittlung Rußlands für den abzuschließenden Frieden mit England an, im vierzehnten werden Joseph und Ludwig Bonaparte als Könige von Neapel und Holland, im fünfzehnten wird der Rheinbund anerkannt, im sechzehnten tritt Nußland die Herrsdaft Fever an den König von Holland ab, der siebenzehnte Artikel id liegt die Verbündeten Napoleons in den Frieden ein, im achtzehnten erkennt Rußland den König von Westphalen und die Abtretungen Preußens an sein Königreich an, im dreiundzwanzigsten acceptirt Rußland die Vermittlung Napoleons bezüglich eines Friedensschlusses mit der Pforte, im fünfundzwanzigsten garantiren sich die Kaiser Napoleon und Alerander gegenseitig und auch ihren Verbündeten ihre Staaten in dem durch den Frieden bestimmten Umfang. Das französisch

) = p reußische Friedensinstrument wurde zwei Tage später, am 9. Juli, ausgefertigt. Preußen verlor die Hälfte seines Sic bietes, einen Flächenraum von 2700 Quadratmeilen mit fünf Millionen Einwohnern. Auch selbst Rußland, der Alliirte Preußen's, vergrößerte fich durch preußisches Gebiet, nämlidy burdy die Provinz Bialystoc in Preußisch-Polen, 206 Meilen mit 184,000 Ginwohnern. Der größte Theil des abgetretenen preußisdhen Gebietes wurde von Napoleon für die Bildung des Königreiche Westphalen verwendet; Holland erhielt Ditfriesland und von Rußland die Herrschaft Jever, wogegen es einen ansehnlichen Landstrich an Frankreich abtreten mußte; Anderes, wie der Rest von Hannover, Erfurt, Fulda, Bayreuth, blieb vor der Hand französisch und wurde später an Mitglieder des Nheinbundes, meist an den König von Bayern und Fürsten Primas, der Rest von Hannover an das König reld Westphalen gegeben. Der zweite Artikel zählt die Provinzen auf, welche Preußen zurückgegeben werden sollen, nämlich Ostpreußen, Weft= preußen, die Neumart, die Kurmark, Pommern, Schlesien und was vom Herzogthum Magdeburg auf dem redyten Glbufer lag, zusammen 2618 Quadratmeilen mit 5,200,000 Einwohnern. Das preußische Gebiet zwischen

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Elbe und Rhein trat Preußen im siebenten und zehnten Artikel an Frankreich ab zur Bildung des Königreichs Westphalen, welches Preußen (Art. 8) anerkennt. Den cotbusser Kreis erhält nach Art. 12 der König von Sadsen. Ganz Preußisch-Polen überläßt Preußen zum Bebufe der Bildung eines Herzogthums Warschau an den König von Sadsen (Art. 13 und 15). Es behält nur Ermeland, die Festung Graudenz und ein schmales Gebiet, welches Pommern und die Neumark mit Altpreußen verbindet. Der achtzehnte Artikel bestimmt die Grenzen des polnischen Gebietes, welches Preußen an Rußland abtritt. Im vierzehnten und neunzehnten Artikel verzichtet Preußen auf Danzig, welches für eine freie Stadt erklärt wird unter der Protection Preußen's und Sachsen's. Jm dritten Artikel erkennt Preußen Joseph und Ludwig Napoleon als Könige von Neapel und Holland, im vierten den Rheinbund an.

3m sechzehnten muß es eine Militärstrasse für Sadsen durch sein Gebiet nach dem Herzogthum Warschau zugestehen, nach Art. 27 seine Häfen dem englischen Handel verschließen. In einem geheimen Artikel verpflichtete sich Preußen, im Dezember den Engländern den Krieg zu erklären, wenn England bis Ende Novembers die Friedensbedingungen nidit annähme, welche Frankreich und Rußland demselben vorlegen wür

auch in die Theilung Sdwedens zwisden Dänemark und Rußland zu willigen, wenn der König von Schweden der französischen Allianz gegen England nicht beiträte. Cine Convention, welde am 12. Juli 1807 zu Königsberg unterzeichnet wurde (wir lassen den Tert der= selben folgen), bestimmte den Zeitpunkt, wann die einzelnen Gebietstheile und Festungen von den Franzosen geräumt werden sollten, und jepte fest, daß die vollständige Räumung binnen 24/2 Monaten erfolgen sollte (Art. 2). Die Staatseinkünfte bis zur Ratification des Friedens nahmen die Franzosen in Ansprud), auch sollte die Festung Stettin vorberhand in dem Besiß der Franzosen bleiben (Art. 1) und die Räumung erst erfolgen, wenn die französischen Requisitionen und Contributionen vollständig bezahlt seien. Bis dorthin sollten die Finanzen noch von dem französischen Intendanten Darü verwaltet werden. Es mußte jedoch schon eine längere Zeit hingeben, bis man sich über diese ungeheueren Summen auch nur verständigte. Darü berechnete seine Forderung noch auf 513,744,400 Franken, wozu immer neue Ansprüche kamen. Der Prinz Wilhelm von Preußen wurde daher im November 1807 nad Paris gesandt, um die Sache zu ordnen und eine Ermäßigung der Forderungen zu erlangen. Nad Monate langen Bemühungen wurde endlich am 7. Sept. 1808 von Champagny ein Vergleich mit ihm abgesdhlossen, welcher die zu zahlende Summe auf 140 Millionen Franken bestimmte und die franzöfischen Besaßungen (mit Ausnahme der Festungen Stettin, Küstrin und Glogau) aus Preußen abrief. Auf dem Congreß zu Erfurt (27. Sept. 1808) wurden von Napoleon an dieser Forderung 20 Millionen Franken nachgelassen. Vom 1. Dkt. 1806 bis 15. Dkt. 1808 find von den Franzosen ungefähr 564 Millionen Franken aus Preußen gezogen

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worden.*) Die Verwaltung der preußischen Lande wurde am 18. Nos. 1808 den Preußen übergeben, die Räumung aber erst am 5. Dez. 1808 vollendet. Vom Abschluß des Friedens bis über die Mitte Januar's hinaus waren an 200,000 Mann Franzosen und Rheinbundestruppen auf Kosten Preußen's im Lande geblieben. Der Friede findet sich abgedrudt im Journal de Francfort 1807 Nr. 211, bei Martens recueil tom. VIII. u. a. Særift: Der Friede von Tilfit zwischen Frankreid, Rußland und Preußen, geldlosjen den 7. u. 9. Juli 1807, nebst den dazu gehörigen Erläuterungskarten.

Der Friede zu Wien oder Schönbrunn.

(14. Okt. 1809.)

Als die Spanier den Kampf gegen die Herrschaft der Franzosen begonnen hatten und auch in Deutschland fich da und dort die Sehnsuot nach Erlösung von dem französischen Jodie zu regen anfing, hielt Deftreich den Augenblick für günstig, um sich noch einmal, wenn auch ohne Bundesgenossen, mit seiner ganzen Kraft gegen Napoleon zu erheben. Wie in Preußen Scharnhorst und Gneisenau, so hatte in Destreid der Erzherzog Karl, dem im Jahr 1808 die oberste Leitung des Kriegswesens übertragen worden war, Anstalten getroffen, welche die ganze Bevölkerung unter die Waffen brachten. Statt der Werbung wurde die Aushebung eingeführt, durch eine Verordnung vom 12. Mai 1808 er hielten alle Regimenter dritte Bataillone, was die Armee um ein Dritttheil vermehrte und auf die Zahl von 400,000 Mann brachte; durd eine andere Verordnung vom 9. Juni 1808 wurde die Landwehr organisirt, außer dieser noch das Aufgebot eines Landsturmes, der alle waffenfäbigen Männer vom 18. bis zum 48. Jahre umfaßte, vorbereitet. Napoleon forderte Einstellung der Rüstungen, Destreichy fegte dieselben aber fort und erklärte am 15. April 1809 den Krieg, nachdem der Erzherzog Karl am 8. April ein Manifest an die deutsche Nation gerichtet hatte, worin er dieselbe zur Befreiung vom französischen Zoche aufforderte. Das östreichische Heer begann den Angriff nach drei verschiedenen Richtungen. Der Erzherzog Karl rückte mit 200,000 Mann in Bayern ein, der Erzherzog Ferdinand marscirte mit 36,000 Mann gegen Warschau, der Erzherzog Johann mit 80,000 Mann gegen Stalien. Napoleon 30g gegen den Erzherzog Karl mit 220,000 Mann heran, die zur *) Napoleon bildete aus den Contributionen Deftreich's und Preußen's ein

domaine extraordinaire, wovon er die Zinsen zu Gratificationen für Mili: tärs verwandte. Die aus diesen Grpressungen erhaltene Summe belief ride am 1. Jan 1808, nach einer von Darü dem Kaiser vorgelegten Reduung, auf 604,227,922 Fraufen.

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