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Gott, der menschlichen Teele uno?

der vom angstschweiße der Engel herabfließt, in dem Gott selbst sich gebadet haben soll, a16 er sich an der Leiche Mofes verunreiniget hatte; von den Schlagen der Leiche im Grabe durch den Engel Domah 7017 ; von de Gailmale, welches Gott den frommen im Paradiese geben wird, wuo dergleichen Absurditäten mehr, worauf ste Ceremonien gründeten, und Gebete bestimmten *); nicht den Muhamedanischen; Hindusischen, Grönländié

dhen 2c. wie ein Eidem andern? Stimmen etwa die fabbalistischen 'legenden mit den reinen Begriffen von als jene übein? Aber so ist der Mensch. Er belacht oder bemitleidet die Fehler anderer, indelsen er die Wugen vor seinen eigenen schließt.

Wahr ist es, daß die Seele des Menschen unsterbe lich ist, und ihr Betragen während ihres dießseitigen les bens fommt einst in das Verhältniß mit ihrem jenseiti. gen Zustande ; das heißt: sie wird belohnt oder bestraft, nachdem sie hienieden gehandelt hat. Diese Lehre ist so trošireich und dem menschlichen Herzen so sehr zusagend, daß sie nur derjenige läugnen fann, der entweder die Gottheit läugnet, oder der dadurch sein Gewissen lie's täuben will. Von ihr belehren uns die mit der Vers nunft übereinstimmenden Eigenschaften Gottes, die Bee

*) A18 j. B. daß sieben Tage nach dem Absterben eines

Menschen ein Gefäß niit Wasser und ein Handtuch bes reit gehalten wird, damit die Seele, welche während dieser sieben Tage noch immer das Sterbezimmer beo sumt, sich waschen und abtrocknen könne. So auch die Gebete am

Neujahrstage, die sich mit den Worten

:]ober jenes , ve ,עולם בבקרן סutn והחיות בוערות

ches am Wochenfeste gebetet oder herabgesungen wird, und fich mit dem Worte MIDTP anfängt.

trachtung über das wechselseitige Verhältniß Gottes und des Menschen, und die heilige Schrift gibt uns die deutlichsten Winfe hierüber *). Ulein über das Was und Wie im Bezug auf den Zustand der Seele, nach Code des Körpers bleibt, fo wie Mehreres, aus göttli. chen weisen Gründen, dem Menschen hienieden verborgen, und fein Sterblicher soul fo verwegen feyn, den Schleier, den Gott über dieses Geheimniß gezogen hat, lüften zu wollen. Shut er es dennoch, so wird seine verwegene Thorheit dadurch bestraft, daß sie sich in den Uugen der Vernunft lächerlich und peráchtlich macht.

Uebereinstimmung und Widerspruchy kabbalistischer

Ideen mit der Bibel.

Viele von den hier angeführten kabbalistischen lehs ren und Grundsaßen lassen sich nicht nur, wie es bei den Kabbalisten auzuoft geschiehet, und aus den angeführten Beispielen ersichtlich ist, gleichsam bei den Haaren hers bei ziehen, oder mit Keulen hinein treiben, fondern fins den sich in dem schlichten Wortverstande der heiligen

chrift; das meiste aber können die Kabbalisten, trog aller von ihnen angewandten Sophistik, darin gar nicht nachweisen.

Bon Gott, als der Urquelle des lichtes, Geis fte 8 und leben 8. redet die Bibel in unzähligen Stel: len. Die erste Offenbarung Gotte8 ist Licht (1. M. 1,3);

*) Man sehe hierüber : Handbuch der mosaischen Religion c.

Prag 1818. 2. Band $. 96. ff.

Eott felbst ist licht (Pf. 76, 5); alles Gute unter den Menschen ist licht (Pl. 43, 3); 'das Gewand Gottes ist Licht (Pf. 104, 2); wenn Gott sich den Propheten offenbarte i geschah es im Lichte (2. M. 3, 2); den Ibraeliten erschien er bei der Gefeßgebung im feuer und licht (5. M. 4, 11); fein Reich ist ein Reich des Licht& (Hiob 35, 3; 37, 3); erscheint er auf dem Throne als Weltregent, so ist er ungeben von Feuer und Licht (Ezech.1, 4; 13, 25); fein Wille ist Licht (PP. 4, 6); feine Gebote sind licht (Spr. 6, 23) ; Seinem höchsten Gesandten fúndiget er als licht aller wölfer an (99. 42, 6); und die größte Wohlthat, die dem Menschengeschlechte alsdann geschehen wird, ist, daß Gott das Licht der ganzen Welt feyn wird (If. 60, 29). Daber erflärt sich das Symbol de$ fiebenrob. rigen Beuchters in dem Tempel; das immerwährende Feuer auf dem 2ltar, das Licht und Recht Opini 17 auf iam Brustschilde deß bohen Priesters, und mehr dergleichen. Qu'e6 diefes gründet sich auf die Idee, daß Gott das vollkommenste licht fer i ohne Wechsel und

chatten, durch welchen alles offenbar wird, dew der Mensch nach alen seinen Unlagen und Kräften áhulich ju werden bestimmt ist, Diese Vorstellungen zeigen deutlich, daß allenthalben, wo die Bibel von Gott, seis nen Handlungen, Mittheilungen und Offenbarungen res det, die Idee des Lichtes zum Grunde liege , und alles damit anfarge und ende.

Eben dieses gilt auch von dem Begriffe des Geis ftet. Wie Licht dasjenige ist, wodurch Gott nach den heiligen Schriftstellern fich und alles offenbart, so ist der Geist oder der Haud feines Mundes das von ihm 2 usgehende, wodurch alles geschaffen, und in Wesen und Wirklichkeit überging. Bei der Schöpfung wehete

Der Geist Gottes (1. m. 1, 2); fein Geist ziert den Himmel (Hiob 13, 26); mit seinem Geiste fduf er alle Himmelsheere (Pf. 33, 6); er ist die Quelle 'aller Geister (3. M. 11. 22; Spr. 16,.2); der Geist Gots tes ist das · Werfzeug seiner Milde und Liebe (Is. 11, 2; 63, 10); fo vie der Strenge und des Zorns (Pr. 104, 7; 1; If. 47, 3; Joel 3; 1); der Geist Gottes erfúllt die Menschen mit Weisheit (3f. 17, 2); und macht fie geschickt in Wissenschaften und Kunsten (2. M, 25, 3; 31, 1). Auch die Idee von einem falschen und unreia, nen Geiste findet sich in der Bibel (i. König. 22; 22, 23 Joel 13, 2).

Was vom lichte und Geiste gesagt worden ist, hat nicht minder Bezug auf die Idee vom Leben in Gott. Leben ist der Au8druck und das Refultat deisen, was die Bibel lidt und Geist nennt. Daber Gott felbst der Lebendige genannt wird (5. MM. 5, 26); bei ihm ist die Quelle des Lebens (Spr. 4, 23); Wer ihn, fins det, der findet das leben (@pr. 8, 35); in seiner Hand stehet das Leben aller (Hiob 12, 7); er belebt Atleg (Neheni..9,6); in seinem Willen ist leben (Pr. 30, 6); wenn er schwört, fo fchwört 'er bei seinem Lr: ben (4. M. 14,28); sein Geses ist ein Leben des les bens (@pr. 3, 18) u. f. w.

Man wird freilich weder aus den mosaischen noch aus den librigen heiligen Schriften eine eigentliche Emas nation, so wie die Kabbalisten sich folde vorstellen i bes weisen können. Aber wo Gott wirkt, da findet sich auch nach der Vorstellung der Bibel eine göttliche Kraft, die der śache Anfang, Richtung , Ziel und Vollendung gibt'; wo Gott in' Handlung vorgestellt wird, da gebet Licht, Geist und lebenöhauch aus, welches die Kabbalis ften Nabir 7972, Ausfluß (Emanation) nennen. Nur

daß sie nicht, wie es doch eigentlich nach der Idee von der göttlichen Vorsehung renn sollte, die fortdauernde Aftivi. tát Gottes bedeutet, sondern bloß eine Urwirfung (den Adam Kadmon), die allen übrigen Wefen Daleyn gegen ben habe, wie die Kabbalisten e$ verstanden wissen wollen.

Auch von der Dämonologie findet man deutliche Spuren in den heiligen Urfunden. Wenn die Bibel Gott als Licht und Geist vorstellt, so ist nichts natürlis cher, als die durch seinen Willen wirkenden Kräfte, M a:

אלהים 8efanote

)
,
ober Glob im) מלאכים 1a d

)
im

(Mädyte), oder göttliche Wesen genenut werden. Alles, was eine besondere Erscheinung, eine außerordentliche

Birtung hervorbrachte, ward, als ein göttlicher ausfluß betrachtet, und mit dem Namen El be oder Jahn bezeichnet. Co nannte Jatob den Drt, wo ihm die Er. scheinung mit der Leiter ward (1. M. 35, 15) Betoel; einen zweiten Ort, wo ihm eine andere Erscheinung ward, nannte er Peniel (1. M. 32, 31). Selbst phy. sische Erscheinungen, wenn sie ungewöhnlich waren,

bes zeichnete man mit dem Zusaße eines göttlichen Namens. 916 z. B. eine sehr große Flamme bieß Schalbebethjab itu hanbo (Hobel. 8: 6) Gottetflamme; ein hobes Gebirg hieß Harrere Er SM 1707 Gutteßgebirg (Pl. 36, 7). Die heiligen Schriften stellen fogar außeror, dentliche Erscheinungen, giar alb Geister, aber doch nach ihrer Individualität und sogar selbst unter besondern Nas men vor (Daniel 9). Auch von bösen Geistern spricht die Schrift z. B. der böse Geist Saul8 (1. 8.16,

14); bei den falschen Prophetın (2. König. 22, 21); der Sa. tan (Hiob 1, 1; 3ach. 3, 1) und an mehreren Stellen *).

*, Man sehe über diese Idee More me bu dh im 3. Th.

§. 49. und 2. Th. $. 6. und 74

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