Images de page
PDF
ePub

vertragen kann, und fie daher scheuen. Daraus folgt, daß man nur bei dem von dem Pöbel (und darunter verstehet man alle, welche die Wahrheit nicht einsehen wollen oder fónnen) verachtete Menschen, Religion und Wahrheit suchen muß. Da nun jede Wahrheit ihren Diadir aus dem Mittelpunkte aller Wahrheit, nämlich Gott ziehet, so ist es auch Pflicht, jeder Wahrheit noche zuspüren, fie mag hinführen, wohin es immer sey. Das her fagt auch David (Pl. 23, 4): Wall' ich auch im Shale der Codesschatten, ich fürchte nichts, denn du (Gott die Quelle aller Wahrheit) bist bei mir.“ Denn alle Wege um Gotte willen in feinem Namen und in festen Vertrauen zu ihm, führen, obgleich auf die verschiedenartigsten und fonderbarsten Weifen, zu Gott.

32) Das Böse fann nur dann schädlich feyn, wenn ef dem Guten beigegeben, oder wenn das Gute in ihn hineingelegt wird. Jede Sünde bestehet in einer Mis schung vom Böfen und falschen mit dem Guten und Wahren. Gibt inan . B. Herrschaft dem Bo 8 mús thigen, fo wird er ein Eyrann; gibt man Kluge heit dem Falschen, fo wird er arglistig; ist das verbuhlte Weib mit Schönheit begabt, fo reizt fie zum Caster um so mehr : besigt der lúg ner per: st and, so macht er eben dadurch seine Lüge zur Bez schädigung der Einfältigen um.fo glaublicher: weil das ganz Falsche nichts, Glaubliches für den Verstand, so wie das bloß Böse nichts Annehmbares für das Herz hat, und es nur durch das damit verbundene Wahre und Gute bekommen kann. Auch ist das menschliche Herz nicht fo fehr audgeartet, daß der Mensch das Böse, nach dem er €8 als wirklich und rein Böse erkannt hat, bloß weil es Böre ist, ausübt. Daher ist es offenbar, daß eine Sünde, von einem verständigen Menschen begangen, straf:

arer, als von einem dummen und unwissenden ist, weil Lihm deß Guten mehr liegt, und er deßwegen auch ehr Ärgerniß gibt, und zur Nachahmung reize.

33) Je mehr Gutes in einem Gegenstande liegt, m so annehmlicher ist er dem Menschen; daher ist leicht 1 entnehmen, daß je mehr Anhänger eine Religion hat, n lo mehr Gutes und Wahreß in derselben liegen muß, id je befannter dieses darin liegende Gute wird, in esem Verhältnisse. auch die Zahl ihrer Unhänger sich rmehren müssen. Da nun die drei Hauptreligionen : j üdische nämlich, die christliche und muh a mea nische die meisten Anhänger unter den civilifirten ationen haben ; fo muß auch in denselben das meiste ute und Wahre liegen. Dieses hat auf die christliche ·ligion; in der' von jeher viele weise, gelehrte, tugende fte ;. fromme und heilige Männer gelebt haben, mit icksicht auf die jüdische Religion, als die Basis ders ben, besondern Bezug. Wahr ist es, daß in der rein istlichen Religion sehr viel Moralitat liegt, und sie Jer ihren helldenfenden Befennern werth machen muß ; 'r noch anziehender ist sie durch den Grundlag und den auben an einen vermenschten, oder mit den Menschen

verbrüderten Gott. Wahrlich! in dieser sinnlichgeis en Herablassung Gottes zu dem Menschen, um ihn sich zu erheben ; in dieser Theilnahme Gottes an den enschen und seine Verherrlichung durch Goti, in die:

durch das neugeschaffene Wort Gottmenfch perso: cirte Idee, welche den Menschen vergöttert, und tt vermenscht, liegt unsäglich viel Großes und Erha. es. Diese Idee, fich Gott zu vermenschlichen, und ch diese Vermenschlichung fich zu ihm emporzuschwinns , ist der einzige Zweck und die' wahre Absicht der bbalah, die, im von Profanen und Uneingeweiheten

nicht gemißbraucht zu werden, den Schleier des Geheim. nisses über fich ziehen mußte. Wohl dem, der diesen

chleier allmählig zu Túften verstehet; Heil dem Manne, der einen Lehrer findet, welcher ihm diese heiligste, vollkommenste und daher göttliche Wissenschaft beizubringen im Stande ist. Wer wissen will, der suche, und er wird, finden.

34) Bott befahl den J8raeliten durch Mofes, vier Gegenstände fich aufort gegenwärtig zu halten, aud des ren sich zu erinnern, nämlich

a) Des Ausgangs aus Ägypten : ,, Sedenfet, * heißt e$ (2. M. 13, 3), » dieses Tages, an welchem ihr aus Ägypten gezogen .fend. Woznı der Befehl an Sachen, die bereits vor langer als dreitaufend Jahren geschehen find, für uns, die wir fo weit in der Zeit davon ents fernt leben, ung ihrer noch allfort -git erinnern? Es muß scheinen, wenn Gott fordert, daß die Menschen fich al's fort an diefem vor dreitausend Jahren geschehenen Mutia der erinnern follen, als hätte er damals seine Wunderfräfte alle gezeigt, und für die Zukunft, folche zu wirs fen, ihm keine Macht übrig geblieben feyund daher die Menschen sich das dießfalls Vergangene in den Ger danken immer gegenwärtig halten müssen, weil in der Zufunft nichts dergleichen mehr von Gott möglich fen. Aber wahrlidy! Gottes Macht ist nicht verkürzt, die wah. ren Wunder Gottes haben kaum angefangen. Die Wan: Der bei dem Auszuge aus Ägypten waren das Vorbild, das Modell im Kleinen, von dem, was später bei der vollkommenen geistigen Erlösung, bei der Wiedergeburt der gesamuten Menschheit geschehen foll. Wir follen Daher an die in der Vorzeit gefchebes nen Wunder denken, damit die fünftigen uns nicht bes freiuden.

nur

b) Befahl Gott, des Tages des Gefeßgebung file u erinnern, Vergesse nicht«, sagt Gott (5. M. 4, 9), des Tages, an welchem du vor Jehovah am Horeb stanést.« das heißt: denke, daß Gott sich herabgelassen hat, nit dem niedrigsten und unwissendsten Sklavenpöbel von Nund zu Mund zu reden. Diesel mußte jedem men. chen, und sogar den damaligen Jøraeliten, ganz uns löglich scheinen, und doch geschah e$, weil bei Gott ichts unmöglich ist. Ist nun dieses bei so ganz unwis.

unvorbereiteten und ganz uneingeweiheten Men: hen geschehen; was kann nicht erst uns, die wir durch iefes göttliche Gefeß und andere Wissenschaften bereits elseitig vorbereitet und eingeweihet, also für das höhere jöttliche empfänglicher sind, nicht alles zugedacht feyn ! m Midrafo Kobelet heißt es : R. Chanina Tagte 1 Namen des R. Jofephs : » Die ganze Thora, wel. e der Mensch in dieser Welt erlernt, ist nur Tand ges in die Thora , die man in der zukünftigen Welt (nach ifunft des Messias) erlernen wird, denn in dieser Welt int der Mensch die Thora, und vergißt sie wieder , für 2 Zukunft hingegen heißt es (Jeremias 30, 34); „Es rden Lage fommen, spricht Jehovah, und ich werde t dem Hause Israel vnd dem Hause Jehuda einen uen Bund errichten, nicht gleich

jenem

Buns den ich mit ihren Eltern errichtet habe, als ich fie der Hand faßte, um sie aus dem Lande ägypten zu jren, denn diesen meinen Bund haben sie gebrochen, ßwegen ich sie auch verabscheuet habe, spricht Jehos 5. So wird aber der Bund feyn, den ich nach Verif der Tage mit dem Hause Israel errichten werde :

werde mein Geset in ihr Juneres legen, und in Herz es schreiben, dann werde ich ihr Gott und sie in Polk seyn. « so fagt auch der Midrafo £ hane

See .:2 :(כי תצא ini 26ftbmitte) מדרש תנחומא dum a

Volt erinnern.

feph, der Vater deß R. Meiirs, fagte im Namen des R. Simons, und dieser wieder im Namen des R. Elie, ser: »die Thora hátte eigentlich den Israeliten in dieser Welt gar nicht gegeben werden sollen, weil in der Zue tunft (in den Zeiten des Mejias) alle Menschen die Shos ra aus dem Munde Gottes felbst hören werden. Es ge: Ichah aber bloß, damit, wenn Gott in der Zukunft lehe ren wird, jedermann wissen soll, welchen Gegenstand oder Abschnitt Gott abhandle. überhaupt übersteigt es alle Begriffe, was der Sohar und die Midraschim alles von der Wolfоmmenheit der fünftigen Shora erzählen.

c) Gott befahl, daß man sich dessen erinnern folle was mit der Miriam vorgegangen ist. „Denke“, heißt es davon (5. 24, 9), » was der Ewige dein Gott der Miriam gethan hat, auf dem Wege, als ihr aus Ägypa ten gingt.« Bedenfe wohl, wil Gott Samit sagen, selbst ein Moses kounte mißfallen, und dieß der Miriam, einer Prophetinn, und feiner eigenen Schwester – dar. um bedenke, fchweige, betrachte and tadle niemanden, besonders den, der größer ist, als du. Scheint dir von einem Großen was schlecht gethan zu seyn, fo denfe, er hatte seinen Grund dazu, den du fu begreifen nicht im Stande bist. d) Befahl Gott der Handlungen des a malef$

2018 Josua dem Amalef und seinem fes (2. M. 17, 14): „Schreibe dir dieses zum Unden: ken in ein Buch, und trage es zugleich dem Iosua auf, denn ich will das Andenken Amaleks unter dem Himmel wegtilgen." Mofes fprach ferner: »Die Hand liegt auf dem Throne Jehovahs (zum Schwur), daß Jehovah von Geldylecht zu Geschlecht mit 2malef Krieg führen wird. «

« PrécédentContinuer »