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genden eigenen Hausstandem mitzutheilen verbunden war (a. M. 21, 20).

Dem nichtiøraelitischen Sclaven ward feine clave. rei, im Berhältnisse des Zustandes dieser Klasse Men. fchen bei andern Nationen, um sehr vieles erleichtert. Das Geseß, am Sabbath zu ruhen, ward auch auf ihn angewendet (5. M. 14, 15). Im Sabbath. oder Er. laßjahre stand ihm alles, wag von sich selbst aus der Erde bervoriouch8, in gleichem Verhältnisse mit dem ar. men Israeliten zum Genuste frei (3. M. 25, 1-7). Un den Opfermahlzeiten niußte ihnen gestattet werden, mit den Jøraeliten Theil zu nehmen (5. M. 12, 17). Auf grobe Mißhandlungen eines Sclaven mußte seine Freio beit folgen, und der Mord eines Sclaven fog dem Thá. ter die Todesstrafe zu (s. M. 20, 21). Ein auswärtis ger @clave, der Fidy in das Land der Jørgeliten rettete, durfte nicht ausgeliefert werden, sondern er erhielt feine Freiheit, und konnte an jedem ihm beliebigen Orte fich anfäßig machen (5. M. 23, 16, 17).

206 fremdlinge, also nicht israeliten, sollen der größten Schonung, ja sogar mit liebe behandelt mit wer. den (3. M. 19, 34; 5. M. 10, 19). Keiner war gezi'un. gen, den jüdischen Glauben in seinem ganzen Ilmfange anzunehmen, und die Unterlassung machte ihn nicht unfáo hig, selbst an den Opferihahlzeiten Theil zu nehmen (5. M. 36, 13). Bei der Versorgung der Urmen mußte auch auf ihu Rúdficht genommen werden' (3. M. 19, 10). Er mußte billig behandelt werden (3, M. 19, 13). Bei bem Gerichte durfte fein Unterschied zwischen Jfraeliten und Fremdlingen geniacht, und jenen fein Vorzug, vor diesen gegeben werden (3. M. 34, 10-32). Gott sagte ausdrúdlidh, daß er die Fremdlinge liebe (5, M. 10, 18). Selbst das völlige Birgerrecht Ponnten die Fremdlinge

erhalten *), wenn- fie sich dem Beschneidung8zechen als der Bundedweihe unterzogen. Mur zwei Pölterschaften, nånt. lih, amoniter und Moabiter, waren davon gang, und die Edomiter und Ägypter bis in das dritte Glied aus: geschlossen (5. M. 23; 4-9) **). Da' nun Moses bloß diese Wölferschaften beschränft, so ergibt es sich pon selbit, daß Individuen von andern Wölferschaften das Bürgerrecht sogleich erhalten fonnten ***).

Wir finden in der spätern Geschichte Beispiele, daß Fremdlinge, fogar bis zu Anführern im jüdischen Beere empor gekommen sind, als . B. Urias der Chetiter, also ein Kanaaniter (3. Sam. 17); dann Ithai der Gis. thite, also ein Philister (2. S. 18, 1). Zwar waren die Fremdlinge vum Erwerbe des Possessionsrechteso an liegenden Gründen ausgeschlossen, aber nicht, weil sie Fremdlinge waren , sondern weil liegende Gründe selbst von Individuen eines Stammes an Judividuen des an.

dern nicht übergehen durften (4. M. 36, 9).. **) Wo zugleich die Ursachen angegeben find. Die beiden

erstern nämlich, weil Moses ihre Feindschaft gegen die Israeliten für ganz unbesiegbar hielt; die lektern, da ste beide die 3 fraeliten sehr beleidiget batten, doch weil Fte theils den Jøraeliten einst Aufenthalt gönnten, und theils weil sie mit ihnen in Verwandtschaft standen, lo follten sie zwar vom Bürgerrechte nicht ganz ausgeschlose

fen, doch aber eine Probezeit ihrer besserung bestehen. ***) Gin gewisser Herr F. u. F. v. W. F. in seinem Ents

w urfe der bürgerlichen Gesete der Juden. Koppenhagen und leipzig 1769, will aus dem Husdrucke (5. M. 23, 4): Stein Amonite und Mpa. bite soch auch in dem zehnten Gliede in die Gemeinde Gotte8 kommen“, d. h. das Bürgerrecht erhalten, schlies Ben, daß kein Individuum einer andern Nation, mit Ausnahme der Ägypter und Edomiter, por dein zehnten Gliede das jüdische Bürgerrecht erhalten konntc , zu idel. cher Meinung aber nirgends in der heiligen Schrift, und um so weniger in dieser Stelle sich eine Grund auffin. den läßt. Denn hier muß der Ausdruck Gami mit felbft überlebt, und arbiri yoy, wie geroba

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Fir Arme ist nach aller Möglichbeit gesorgt. Mild, thätigkeit überhaupt wird den Jøraeliten eingeschärft (5. M. 15, 11); so wie die Unterstüßuug durch Darlehen (5. M. 15, 8) als auch Schenkungen (5. M. 15. 10, 11), Bei den Opfermahlzeiten und überhaupt bei jeder genußreichen Gelegenheit' mußte auf sie Bedacht genoms men werden (5. M. 26, I, 18). Daber findet man auch in der hebräischen Sprache keinen Ausdruck für das Sort Bettler, das heißt, jemand, der auf öffentlis dhen Pläßen, oder von Thüre zu Lhüre, das Mitleid ano derer in Anspruch nimmt. Uber nicht nur auf jene muß. te Bedadt genommen werden, die Mangel an Wermóz gen litten, sondern auch die, welche durch den Cod ihs res Gatten oder eines ihrer Eltern beraubt wurden. Der leidigung einer Wittwe oder eines Waisen war unter 20. drohung der scharfften göttlichen Ihndung verboten (5. M. 2. 11-13), urd der, fluch war liber den ausgespros chen, der sie an ihren Rechten frånft' (5. M. 10, 18). Der Richter mußte ihter Sache sich von Amts wegen an. nehmen, auch durften sie nicht gepfändet werden (5. M. 24, 19), und sie nahmen Antheil an allen für die Ars men anbefohlenen Wohlthaten (5. M. 24, 19). Nicht minder war für jene gesorgt, die ihres Alters oder ihrer Gebrechlichkeit megen die Fürsorge anderer bedurften. T's Ulter wußte in Ehren gehalten werden (3. M. 19, 52). Den Tai ben durften keine frånfende Reden ger

lich' (2. M. 27. 24; Sam, 1..1,8; Predig. 9, 19; 2mos 6, 7; Zachar, &, 23) als eine unbestimmte Zahl angenion men werden. Das heißt: die Ammoniter und Moabit r können niemals, die' Ägypter und Edomiter hinger en in der dritten Geschlechtsfolge; folglich die übrigen Bölferichaften, die hier nicht ausdrücklich bes kannt ist, fogleich das Sürgerrecht erhalten,

fagt werden (3. M. i9, 14). Ein Blinder durfte nicht irre geleitet (5. M. 27. 18), noch ihm ein Anstoß in den Weg gelegt werden (3. M. 19, 16) *).

Der Schuldner mußte mit der größten Gelindigkeit und Schonung behandelt werden. Im Sabbath. und Jubeljahre, da keine Einte war, durfte er nicht gee mahnt werden 5. M. 15. 2). Der Gläubiger - durfte sich nicht eigenmächtig an das Vermögen des Schuldnero vergreifen, und daher nicht sein Haus betreten (5. M. 24, 10). Handwerkszeug durfte nicht gepfändet werden. (5. M. 24, 6). Das Gepfändete durfte in feinem Fal. le von dem Gläubiger benußt werden, und war der Schuldner fo arm, daß er fogar das allernothwendigste Gewand verpfänden mußte, fu war der Gläubiger ges halten, es ihm vor Sounenuntergang zurückzustellen (5. M. 33, 11) **.

*) Da diese Art von übler Behandlung des Gebredilichen

in der Regil nur von der nuthwilligen Jugend ausge.
übt zu werden pflegt, so geben diese Verbote unter ane:
dern auch den Beweiß, wie sehr der Geseßgeber besorgt
war, jeden, selbst etwa noch im Seime liegenden Fun:

ken von Bosheit, schon im Herzen der Jugend zu erstiden. **) Den Grund hier anzugeben , warum Zinsen von Israce

liten anzunehmen verboten, und von Fremden hingegen
erlaubt war,

wäre, zu weitläufig. Hier nur folgende
Bemerkung. Nicht wie einige Bibelausleger aus Bore
urtheil, damit im Pentateuch nicht mehr und nicht wes
niger als 613. Gebote und Verbote (siehe Artif. Phari.
fäer) herauskommen, dafür halten, war das Zinsnehe
inen von Fremden ein absolutes Gebot, fondern (8
war bloß erlaubt. Der Mißverstand rührt bloß von
einer irrigen grammatischen Erklärung her. El ist beo
Pannt, daß in der hebräisden, so wie in mehreren oriens.
talischen Sprachen, die Hülføjeitwörter mangeln, und Wör.
ter, ipie tönn en, mögen, rollen, müfren, dür;
feu com durch die tünftige Zeit ausgedruckt werden.

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Stelle sogar durd die Worte: Den Frein: Aber nicht nur gegen Fremde oder gleichgültige Menschen befahl der Gefeßgeber liebe. Alle Angeberei war untersagt (3. M. 19, 16), und beimlich den Groll im Herzen zu begen , verboten. Frei foll der Berdach: gegen seinen Michften geäußert, aber nie der Haß in der Brust verschlossen nachgetragen werden (3. M. 19, 17). 3m Kriege mußte zuerst ein friedlicher Vergleich angeboten werden (5. M. 20. 10, 11), und nach der Eroberung mußten *) Weiber und Kinder verschont blei.

Nun ist das Zinsnehmen von einem Fremden (5. D. 23, 11) durch 707 17034 ausgedruckt, und dieses kann die Bedeutung haben : Von dem Fremden magit, kannst, follft oder muft du Zinsen nehmen. Das her glauben einige jüdische Bibelerklärer hier den Sinn : Bon dem Fremden follft oder mußt du Zinsen nebs men , zu finden. Zu diesern Mißgriffe verleitete sie die Meinung eines einzigen Thalmudisten, Namens R. Simlai (Thalmud Trakt. Maloth), indem sonst eines

Gebote, die nach seiner Meinung aus dem Pentateuch absofnt heraus efegetisirt werden müssen, fehs Ten würde. Jene aber, die so gern in dem Charakter deb göttlichen Geseßgebers Fleden finden wollen, spre: • chen ihnen nach, und mancher in den neuern 3 eiten überfekt den fullst du schinden!!. Wie wenig aber diese übel gerathene übersetung mit dem mosaischen Hauptprincip : Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst; liebe den Fremds ling, mie dich selbst; Seyd 'heilig, denn ich euer Gott bin heilig, übereinstimmt, ist leicht zu erachten. Zu dem zwingt und der gesunde Menschenverstand, und die Weisheit und allgemeine Menschenliebe des Geset gebers, die sich allenthalben in seinen Gefeßen ausspricht, macht es uns, nothwendig, allen, besonders zweideutig scheinens den Uusdrüden in der Heiligen Schrift, einen der Mo. ralität zusagenden Sinn zu unterlegen, indem Menu fchenliebe der Hauptzied dieser Sdriften ift. Nur Liebs losigkeit gegen Gott und Menschen, oder Vorurtheile

können hier einer andere Meinung renn. *) Hit qelterer Augnab inex, os ts dar damalige Srieges

der 613

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