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ben. Eine gefangene Weibsperson, derer der Eigentú. mer fich zur Befriedigung der Wollust auch nur ein ein zigesmal bedienen durfte, mußte. derselbe entweder zur Ehe behalten, oder ihr die Freyheit geben, verkaufen aber durfte er fie: feineswegs (5. M. 21, 10-14). Selbst dem Feinde durfte tein unnöthiger Schaden juges. fügt werden. Daher mußten bei einer Belagerung alle obsttragende Bäume, selbst wenn sie zum Bollwerfe nós thig waren, oder sonst die Belagerung hinderten , ver. schont bleiben (5. M. 20, 19-31). Ein verirrte8, felbit dem Feinde zugehöriges Thier, mußte dem Eigenthümer zurückgeführt werden (5. M. 22, 1); und einem felbst dem Feinde zugehörigen, 'seiner, last unterliegendem Thiere, mußte aufgeholfen werden (2. M, 235). Was fonnte der Zweck dieses Geboteß anders seyn, als aué gebrodje. ne Feindschaft durch Aunäherung zu tilgen.

Selbst gegen Thiere war die Härte untersagt. Da. her das Verbot, dem Ochsen beim Dreschen das Maul zu verbinden (5. M. 35, 4); verschiedene Thiergattun. gen zusammen zu spannen (2. M. 23, 10); ein Thier fammt seinen Zungen an einem Tag zu schlachten (3. M. 23, 5), das junge Thier in der Milch seiner Mutter hill. fochen (2. M. 23, 19); die Bogelbrut in Gegenwart, der Alten aus dem Neste zu nehmen (5. M. 22, 6); Thiere zu verilimmeln (5. M. 22, 24); fo wie die Geg bore der Sabbathsruhe auch für die Thiere (5. M. 5, 14), und einem unter der last erliegenden Thiere aufzuhelfen (2. M. 23, 15).

Nicht nur was dem Nebenmenschen unmittelbar und vorfeßlich an seinem Leben, an seiner Gesundheit, an

recht billigte, oder die höchste Rothwendigkeit és erfors derlich machte,

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seinem Vermögen oder an seiner Ehre schaben konnte, war auf das strengste und unter den schärfsten Strafen verboten, sondern zugleich alles, was auch nur von der entferntesten Seite Schaden veranlassen fönnte, mußte sorgfältig vermieden und beseitiget werden, und jeder, felbst aus Unvorsichtigteit veranlaßte und um so mehr muthwillig verursachte Schaden mußte erfeßt und noch dazu bestraft werden. 60-mußten 8. B. stößige Thiere entfernt, und war etwa Menschengefahr dabei, getödtet werden ; ward aber der Eigenthümer geiparnt, und ließ es dennoch zu, das sein Thier einen Menschen um das Leben brachte, fo ward der Eigenthümer selbst am Leben besiraft (2. M. 20, 28, 29). Mit feuer mußte vors sichtig umgegangen (2. M, 22, 6), offene Gruben béo deckt, und der etwa dadurch verursachte daden erlegt werden (2, M.33, 34), auch mußte das im Oriente gewöhnlich flache Dach mit einem Geländer versehen wer: den (5. M. 22, 8). überhaupt mußte die größte Ber hutsamkeit angewendet werden, damit felbst aus Ilnpor: sichtigkeit oder Nachläßigféit niemanden geschadet werde.

* Auf Reinigfeit der Sitten wurde mit der größten Strenge gehalten. Schou die levitischen Verunreinigun: gen, da felbst die in der Ehe erlaubte Beiwohnung eine gang tägliche Abfonderung, die überdieß noch mit einert Bade fich endigen mußte, nach sich jogi mußte auch (chon bei

bei dem Erlaubten Másigkeit herbeiführen. 2 de Bergehungen im Bezug auf fleischliche Bermischung in der Berwandtschaft wurden, weil das häusliche Zus sammenwohnen in einem so warmen Clima mehr Geler genheit dazu gab, mit dem Tode bestraft (3. m. 18, 20). Öffentliche zur- Unzucht bestimmte Personen durfteu fria neswegs geduldet werden (5. M. 23., S), und um alle Gelegenheiten zu Hubschweifungen gut verhüten, durften

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die verschiedenen Geschlechter ihre Kleidertracht nicht vera wechseln (s. M. 22, 5.) Selbst verschiedene Chierarten, im Bezug auf Begattung zusammen zu lassen, ja fogar verschiedene Fruchtsaamen vermischt unter einander ause zusáen, war (3. M. 19, 19) wahrscheinlich in diesem Bezuge untersagt. Überredung einer ledigen Weibspers fon zur Unzucht mußte entweder durch eine Heirath oder eine bestimmte ansehnliche Geldbuße dergutet werden (1. M. 16, 17). Nothzucht einer ledigen Weibsperson muß., te nebst der an den Water des Mädchens zu erlegenden Geldstrafe noch dadurch vergútet wrrden, daß der Strafs bare das geschandete Mädchen zur Ehe nehmen, und sie lebenslänglich behalten mußte, ohne sich je durch einen Sd, eidebrief von ihr trennen zu können 16. M. 227 29). i Unzucht hingegen mit einer Verlobten oder gar Bereb: 'Tigten ward mit dem Tode bestraft.

So wie Moses für Menschlichkeit und Reinigkeit der Sitten in seiner Serengebung sorgte, so besorgt war er auch für Aufflärung des Verstandes. Uberglauven einer jeden Urt war auf das Strengste verboten (3. M. 19, 16; 26, 31; 20; 6, 7; 5. M. 18, 10; 30, 20), uud er duldete niemanden, der der menschlichen Bernunft hohnsprechende Gebrauche einführen wollte. Der wohler thätige Zweif der Sabbathfeier ist eigentlich Ruhe. Die. ses Gesetz berücksichtiget zugleich Menschlichkeit gegen Sclaven und felbst gegen das Bieh. 21ber Ruhe des Körpers allein fonnte der einzige Zweck nicht seyn, weil gånzliche Unthätigkeit entweder in Stupidität oder üp. pigkeit aus artet. Hier fonnte nur die Rede von Rube der förperlichen Auftrengung seyn, um dem Geiste und dem Herzen uin so mehr Zeit zur Beschäftigung zu laffen. 3w.r ist die geiitige Beschäftigung des Volfes am Sabbath und andern festtagen in dent-mosaischen Sochrif.

3. Gott der voufona

ten nicht bestimmt angegeben : da wir aber in den fpár tern heiligen Sdriften (2. K. 4, 23) 68 als eine längst eingefüörte Gewohnheit finden, daß das Volf an diesen Tagen die Propheten als Voltslehrer besucht habe, so ist daraus sicher zu, fchließen, daß auch zu Moseb Zeiten das Wolt diese zur fórperliden Ruhe bestimmten Lage nicht im stupiden , - und zu allen Uusschweifungen und Lastern. Gelegenheit gebenden Müssiggange zugebracht, sondern vielmehr diese Zeit auf Betrachtungen und Bes lehrungen siber religiöse und Tonst wissenschaftli de Gea genstände verwendet habe.

Wir finden zwar in den mosaischen Büchern feine Berordnung über Gebete, ieder im Bezug auf Dri, noch Zeit, noch Form, wohl aber finden wir, daß Mos fes felbst febr oft gebetet habe (4. M. 12, 13; 5. M. 3, 23). Eben dieses liefert den Beweis von der auf. getlärten Denfungsart des weisen Selebgebers und dess sen Kenntniß des menschlichen Herzens, der es wußte, deb ein wahres Gebet sich dem Menfchtn weder nach Zeit noch nach Ort und Form aufdringen läßt, 'und bloß aus innerem Andrange des Herzens kommen muß. War den Israeliten einmal bekannt, und wovon Moses jie jo juenste Jubegriff auer erhabensten Eigenschaften ist, so bradh fein Herz, wenn es deilen voll war, in lobgebete auc Sahe der Berstand die Aumacht des Schöpfers und Woltregenten und feine Watergåte ein, und fühlte fein Herz seine Abhängigkeit von ihm', welches die Israe: liten vorzuiglich bei ihrem Zuge durch die Wüste, und täglich vor ihren Augen fich ereigneten Wunder, aus eis gener Erfahrung i mehr als sonst jeniand hatten, fo mußte er bei jeder vorfallenden Gelegenheit mit seinen Bitten an Gott, der geben faar, und gerne gibt, fide

wenden. und wurde feine Bitie erhört, feine Soffnun gen realifiet, seine Wunste gewährt, und sabe er ein wie wenig er selbst, unde um wie viel mehr Soutroaku beigetragen hat, fo fonnte er nicht ermangeln, fein dant. volles Herz vor Gott durch Worte auszuschütten.am 34

elbít jene mi manchen zu überhaupt und 346 puntt. lib Dünfende Ceremonien i wenn wir sie mit dem Hauptgebote, Gott über Ulles und den Menschen, wie fidh felbst zu lieben, und über die Belehrung von Goto te Eigenschaften, welche Mofes.. sowohl durch die Bm Thichte als auch ausdrücklich dargestellt hat gyfaqimer halten, mußten. Den Jøraeliten auf den reinen innerg Gottebdienst führen und belehren, daß angend der Haupte swedt und Ceremonien die bloße Hülle, und nur ein Big hitel jur wahren Religiosität sep. Mit zvolem Redte femnte daher Mofes damals zu den 38raeliten s. M. 4, 6 ff.) fagen: - Beobachtet sie (diese Gelege) on and übt sie aus, denn diese wird (der Rubm) furen: Wrist heit und eurer Vernunft: bei den Wölfernseyn. Weng fie diese Gefeße alle hören, fo werden sie sagen: Babr. lid ! diese große Nation ist weise und verstandig.

Die Berfunfenheit der Israeliten während ihrer ágyptischen Dienstbarkeit in dem Vogendienste, wuddie, Vergessenheit der lirreligion ihrer Stammpáter, machte et dem Gefeßgeber zur ersten und unumgänglichen Noth. wendigkeit, eine unübersteigbare Scheidewand zwischen ihnen und den übrigen, dem Gößendienste und der Viel. sőtterei damals ergeben gewesenen Völferschaften, das Heißt, imischen der ganzen damaligen Welt aufzu.

y über deren damalige und gegen w drtige Nothwendigkeit, im Bezug auf Untáns wir *** hier nicht eiwlamos Lorner.

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